Der Zweckverband Volkshochschule Oberes Nagoldtal zu Gast in der Silberdistelhalle in Egenhausen bei seiner 49. Verbandsversammlung Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Bildung: Verbandsversammlung in Egenhausen beschließt Honorar- und Gebührenerhöhungen

Egenhausen. Die 49. Verbandsversammlung des Zweckverbandes Volkshochschule Oberes Nagoldtal segnete den Jahresabschluss 2018 und den Haushaltsplan für 2019 ab, beschloss Honorar- und Gebührenerhöhungen und blickte zurück auf mehrere Großereignisse im vergangenen Jahr. Die Außenstelle Altensteig muss vorübergehend ihre Kurse in andere Räumlichkeiten verlegen.

Bürgermeister Gerhard Feeß berichtete über die unberechenbare und unerwartete Entwicklung am Kindergarten Welkerstraße in Altensteig. Hier wurden während der Sanierungsarbeiten Materialproben entnommen, die sich als asbesthaltig herauskristallisierten. "Gefunden wurden Asbestfasern, gebunden im Glättespachtel", so Feeß, "unter Putz und Farbe wurden geringe Asbestfasern entdeckt, in den Räumen selber wurde nichts festgestellt." Das ganze Gebäude muss auf Rohbaustatus zurückgesetzt werden, um das Problem zu beseitigen. Mehr als 100 Kindergartenkinder müssen deshalb in Kindergartennähe umgesiedelt werden. Für etwa ein halbes bis ein dreiviertel Jahr soll das frisch sanierte Alte Rathaus und die dortigen Räume der Volkshochschule als Übergangskindergarten zweckentfremdet werden. Die Nähe zum Kindergarten sei dabei wichtig, damit mit den Kindern auch während der Asbestbeseitigung der dortige Außenbereich genutzt werden kann. Seitens der Volkshochschule wurde die Bereitschaft signalisiert, die Kurse in der Zwischenzeit anderweitig unterzubringen. Verbandsvorsitzender Jürgen Großmann nahm die schlechte Nachricht zur Kenntnis und zeigte Verständnis für diese Entscheidung. "Kurze Beine haben Vorrang", so sein Kommentar zur Unterbringung der Kindergartenkinder in den Volkshochschulräumen im Alten Rathaus.

Angela Anding, Leiterin und Geschäftsführerin der Volkshochschule, berichtete über 2018 als das rasanteste und ereignisreichste Jahr seit dem Umzug der Geschäftsstelle Nagold in die Bahnhofstraße. Drei Großereignisse standen auf der letztjährigen Agenda. Zunächst konnte die Volkshochschule im Alten Rathaus in Altensteig eingeweiht werden, das VHS-Kolleg Allgemeinbildung feierte zehnjähriges Jubiläum und die Jugendkunstschule richtete den 29. Kunstschultag Baden-Württemberg aus.

Sprachen im dritten Jahr auf dem Spitzenplatz

Aus dem Geschäftsbericht zum vergangenen Jahr geht hervor, dass Sprachen bereits im dritten Jahr einen Spitzenplatz einnehmen, wobei der Bericht alle Fachbereiche der VHS repräsentiert. Mit 1295 Veranstaltungen ist die Anzahl leicht gestiegen und die Teilnehmerzahl mit 16 121 annähernd gleichgeblieben. Die Unterrichtseinheiten verzeichneten einen marginalen Anstieg um zwei Prozent auf 24 949. Die VHS wird wie bisher von 25 Prozent Männern und 75 Prozent Frauen besucht. Studienfahrten und Exkursionen sind von 20 im Vorjahr deutlich auf 26 gestiegen, eine davon führte nach New York. Außerdem verzeichnete der Fachbereich Gesundheit einen Unterrichtszuwachs um fast zehn Prozent. Auch acht Ausstellungen trugen zu einem erfolgreichen Geschäftsjahr bei.

Finanziell erwirtschaftete die VHS laut Jahresrechnung rund 1,6 Millionen. Nach Abzug der Aufwendungen konnten 51 000 Euro der Rücklage zugeführt werden. Der für das Haushaltsjahr 2019 einstimmig beschlossene Haushaltsplan weist im Ergebnishaushalt 1,63 Millionen Euro und im Finanzhaushalt 1,61 Millionen Euro aus.

Vier bislang befristete Stellen bei der VHS sind künftig unbefristet und Jugendkunstschulleiterin Dorothee Müller hat künftig eine 100-Prozent-Stelle, verteilt mit 85 Prozent auf die Leitung der Jugendkunstschule und der Rest entfällt auf ihre Fachbereichsleitung bei der VHS.

Einstimmig beschlossen wurde die Erhöhung der Dozenten-Honorare auf 22 Euro, beginnend ab dem Sommersemester im Februar 2020. Zeitgleich erhöhen sich moderat und sozial verträglich die Kursgebühren um acht Prozent. Bei der Jugendkunstschule werden die Honorare ebenfalls auf 22 Euro angehoben, wobei die Gebühren bis zum Herbst 2020 stabil bleiben und erst danach steigen. Die letzte Honoraranhebung geht zurück auf das Jahr 2014.

Britta Schwarte-Straube, Fachbereichsleiterin des zweitgrößten Bereichs Gesundheit, stellte neue Formate vor, wie Waldbaden, Indian Balance und das schrittfolgenfreie Tanzen "Animovida". Die Leiterin der Jugendkunstschule, Dorothee Müller, berichtete außerdem über 137 Veranstaltungen aus dem Jahr 2018 mit 2606 Kurseinheiten, an denen 787 Schüler teilgenommen haben, paritätisch verteilt auf Jungen und Mädchen. Die Highlights des abgelaufenen Jahres waren das erstmalige kulturelle Austauschprogramm mit Finnland sowie drei Ausstellungen.

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