An der Egenhauser Hauptstraße sollen betreute Wohnungen, Senioren-WGs und Tagespflege-Einrichtungen entstehen. Foto: Köncke

Informationen über "Wohnpark Egenhausen". Schübel: "Es wird kein Altenheim."

Egenhausen - Bis ins hohe Alter selbstständig und unabhängig bleiben? Nicht vereinsamen, sondern soziale Kontakte pflegen? Eine Betreuungsform wählen, die einem zusagt und persönliche Wünsche berücksichtigt? Im "Wohnpark Egenhausen" soll das möglich werden.

Bei der Informationsversammlung in der Silberdistelhalle wurde das Projekt nicht nur vom Architekturbüro Hauser & Partner und dem Haus Emmaus in Beihingen als Betreiber vorgestellt, sondern auch ein konkreter Zeitplan dafür bekanntgegeben. Das Baugesuch wird im Dezember 2020 eingereicht. Die Ausschreibung und Vergabe der Bauarbeiten folgen im Frühjahr 2021. Mit der Fertigstellung wird Ende 2022 gerechnet.

In der Hauptstraße Egenhausen standen früher drei Bauernhäuser. Die Gemeinde hat sie gekauft und abgerissen – in der Absicht, durch Neubauten auf dem 4600 Quadratmeter großen Gelände Betreuungs- und Versorgungseinrichtungen für Senioren anzubieten. "Es wird kein Altenheim", versicherte der Heimleiter des gemeinnützigen Trägers, Markus Schübel. Er zählte drei abgestufte Formen der Betreuung auf. Man könne sich zur Tagespflege anmelden, eine betreute Wohnung beziehen oder in einer Wohngemeinschaft leben. Es gebe eigene Zimmer, Gemeinschaftsräume für Feste, Feiern und Andachten, einen Speisesaal und ein öffentliches Café.

Für die Tagespflege stehen 15 Plätze zur Verfügung. Die Gäste werden morgens gebracht und am Abend abgeholt. Diese Form der ambulanten Betreuung ist für Schübel deshalb ein interessantes Angebot, weil die Pflegekasse "neuerdings einen hohen Anteil der Kosten übernimmt". Zweite Säule ist das betreute Wohnen, dafür werden 18 behindertengerechte Plätze in acht größeren und zehn kleineren Wohnungen eingerichtet.

"Wahlleistungen können dazugebucht werden"

Dritte Möglichkeit ist die Wohngemeinschaft mit 16 Plätzen in zwei Gruppen zu jeweils acht Senioren. Über diese Konzeption, "die bundesweit immer mehr zunimmt", informierte ausführlich Susanne Horbach vom Kompetenzzentrum Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) in Stuttgart. Wichtig war ihr, dass es anders als im Altenheim kein Komplettpaket gebe, sondern viele Dinge selber entschieden werden können, zum Beispiel der Anbieter von Versorgungsleistungen. Feststehende Kosten seien Wohnungsmiete, Nebenkosten, Haushaltsgeld, Präsenz von Alltagsbetreuern rund um die Uhr und die gewählte Pflege. Horbach: "Wahlleistungen können dazugebucht werden."

Die Projektleiter Werner Schleeh und Robert Pfister vom Architekturbüro Hauser & Partner aus Egenhausen/Altensteig gingen auf das Bauprojekt und die einzelnen Häuser des Wohnparks näher ein. Die Gesamtfläche beträgt 3222 Quadratmeter, die Nutzfläche 2665 Quadratmeter. Im Untergeschoss befinden sich die Zufahrt und Technikräume, im Erdgeschoss und den beiden Stockwerken die Wohn- und Aufenthaltsbereiche. Geplant sind neun bis elf überdachte und elf bis 13 nichtüberdachte Stellplätze.

Dass das Interesse am Seniorenprojekt in Egenhausen groß ist, zeigte die große Zahl von Zuhörern in der Silberdistelhalle, die von Bürgermeister Sven Holder mit dem Hinweis willkommen geheißen wurde, dass die Dienstleistungen im Wohnpark "aufeinander abgestimmt sind und sich optimal ergänzen". In der anschließenden Diskussion wurde ein Punkt mehrfach angesprochen: "Wie hoch sind die Kosten?" Einen genauen Preis könne er noch nicht sagen, beantworte Schübel die Frage, weil viele Faktoren zu berücksichtigen seien. Überschlägig rechnet er bei diesem Neubau mit einem Eigenanteil "wie in einem Alten- und Pflegeheim".

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