Bei der Gemeinderatssitzung in Efringen-Kirchen, in der über die Abberufung von Philipp Haberstroh vom Amt des Feuerwehrkommandanten abgestimmt wurde, war der Ratssaal voll. Foto: Beatrice Ehrlich

Nach dem Willen einer Gemeinderatsmehrheit bleibt Feuerwehrkommandant Philipp Haberstroh trotz seines Abberufungsgesuchs im Amt. Wie geht es nun weiter?

Der Gemeinderat Efringen-Kirchen hatte in seiner jüngsten Sitzung den Abberufungsantrag des Gesamtkommandanten der Feuerwehr, Philipp Haberstroh, abschlägig beschieden (wir berichteten). Dieser bleibt damit im Amt.

 

Haberstroh sei weiterhin in Funktion und hat sein Amt weiterhin auszuüben, solange keine gegenteiliger Beschluss des Gemeinderats vorliege, hatte Torben Pahl vom Landratsamt Lörrach dazu im Nachgang zur Sitzung mitgeteilt.

Offen blieb zunächst, was nun die nächsten Schritte in der Zusammenarbeit zwischen Freiwilliger Feuerwehr und der Gemeindeverwaltung sind.

Dazu hat unsere Redaktion Bürgermeisterin Carolin Holzmüller und Kommandant Philipp Haberstroh befragt.

Holzmüller antwortet auf die Fragen schriftlich. „Wir sind aktuell mit dem Landratsamt im Austausch, was die nächsten Schritte sind.“

Haberstroh seinerseits signalisiert am Telefon, mit einem Vorschlag auf die Verwaltung zugehen zu wollen, wie Gespräche auf Führungsebene künftig gestaltet werden könnten. Es stünden wichtige Entscheidungen an.

Eine Bedingung dafür seinerseits sei, dass Dinge nicht mehr zu zweit geklärt werden, sondern jeder der beiden Gesprächspartner eine weitere Person mitbringt. In seinem Fall sei das sein Stellvertreter, Markus Gütlin.

Denn im Grunde stehe für ihn ganz klar fest: „Ich arbeite nicht mit dieser Bürgermeisterin zusammen, solange ihre Stellungnahme weiter auf ihrer Internetseite steht.“

In dieser Stellungnahme, die Holzmüller als Reaktion auf Äußerungen Haberstrohs bei der Generalversammlung der Feuerwehr auf ihrer persönlichen Internetseite veröffentlicht hat, erhebt die Bürgermeisterin dem Kommandanten gegenüber schwere Vorwürfe.

Sie könne Belege vorlegen, wolle dies aber nur nichtöffentlich tun, hatte Holzmüller im Gemeinderat gesagt.

„Mehr als schmerzhaft“

Diese Stellungnahme sei „mehr als schmerzhaft“ für ihn, sagt der Kommandant. Sie schade ihm persönlich und seiner Familie.

Dass der Gemeinderat der Ansicht war, er solle weiter im Amt bleiben, habe ihn gefreut, sagt Haberstroh im Rückblick auf die Ratssitzung.

Er habe im Anschluss daran eine „Riesenwelle“ an Unterstützung erfahren, unter anderem in Zuschriften aus den Reihen der Feuerwehr, aber auch von Vorsitzenden der Efringen-Kirchener Vereine.

Der Feuerwehrausschuss, der am Mittwoch vor der Gemeinderatssitzung im Beisein Holzmüllers zusammenkam, hatte sich bereits in einem von Markus Gütlin im Gemeinderat verlesenen Statement einstimmig hinter den Gesamtkommandanten gestellt.

„Situation, die sich seit Jahren aufgebaut hat“

Als der Ausschuss das Statement verfasste, habe er die Sitzung bereits verlassen gehabt, erklärt Haberstroh.

Auf die Frage, warum sie den Weg einer öffentlichen Stellungnahme auf ihrer Homepage und auf Instagram zu den Vorfällen bei der Generalversammlung gewählt habe, antwortet die Bürgermeisterin im Wortlaut: „Die Kritik an meiner öffentlichen Stellungnahme über diese Kanäle ist mir durchaus bekannt. Nach dem Abend der Generalversammlung und dem anschließenden Interview mit der Badischen Zeitung, habe ich nach langer und intensiver Abwägung entschieden, eine öffentliche Stellungnahme abzugeben. Dieser Schritt hängt nicht mit einzelnen Aussagen zusammen, sondern mit der Situation, die sich seit Jahren aufgebaut hat. Ausschlaggebend war auch, dass sich niemand aus Gemeinderat oder Feuerwehr öffentlich vom Verhalten von Herrn Haberstroh distanziert hat, auch wenn dies mehrheitlich verurteilt wird.“