Welche und wie viele Gegenstände sich noch im Museum befinden ist der Verwaltung unklar. Sie ist nach der endgültigen Schließung mit der Abwicklung beauftragt (Archivbild). Foto:  

Welche Dinge im Museum in der Alten Schule in Efringen-Kirchen lagern, ist unbekannt. Nach der Schließung soll ein Archivar sie sichten und inventarisieren.

Das Museum in der Alten Schule schließt seine Türen für immer. So klar dieser Beschluss des Gemeinderats am Montag, so viele Unsicherheiten gibt es bezüglich seiner Abwicklung durch die Verwaltung. Sicher ist allerdings: „Auch die Schließung des Museums muss von Personal koordiniert und der Bestand gesichtet werden“, erklärt Rechnungsamtsleiterin Daniela Wenk in der Sitzung des Gemeinderats am Montagabend. Schließlich sei nur wenig katalogisiert oder digitalisiert.

 

Auf die Frage von Karl-Friedrich Hess (SPD) warum das nicht inventarisiert sei, verweist Wenk in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf eine „große Lücke“. Die Software zur Digitalisierung sei seit 2015/16 nicht mehr aktualisiert worden und zudem lediglich auf einem Rechner installiert. Bürgermeisterin Carolin Holzmüller fügt hinzu: „Wir haben im Museum Inventarbücher.“

Deshalb sei die erste Aufgabe eines Archivars, den die Gemeinde zur Abwicklung des Museums einstellen muss, weil der Kreisarchivar dazu keine Kapazitäten hat, der Abgleich des bisher erfassten Bestands zwischen Büchern und PC. Dabei geht es darum, sämtliche Leihgaben zurückzuführen und die fachgerechte Inventarisierung der gemeindeeigenen Objekte vorzunehmen sowie eine alternative Nutzung der Räumlichkeiten zu prüfen.

Michael Lang (FDP/Freie Bürger) hakt nach, ob sich der Zeitraum für die Aufgaben des Archivars irgendwie definieren und eingrenzen lässt. Wenk hält eine Einschätzung des Zeithorizonts aber für schwierig: „Das muss bei jedem einzelnen Gegenstand gemacht werden und wir wissen aktuell nicht, wie viele es davon im Museum gibt.

Damit die Abwicklung der Schließung des Museums koordiniert und die gesetzlichen Vorgaben unter Einbeziehung der Experten umgesetzt werden können, soll für die Abwicklung der Schließung des Museums ein Archivar in der Entgeltgruppe 9a ohne zeitliche Befristung eingestellt werden, heißt es in der Vorlage.

Bewerbermarkt begrenzt

Der Bewerbermarkt sei begrenzt, wie Holzmüller in der Sitzung ausführt. Deshalb wolle die Verwaltung beim Stellenumfang flexibel sein und empfiehlt 60 bis 100 Prozent. Auch, weil anfangs für die Abwicklung des Museums ein höherer Aufwand besteht. Die Personalkosten lägen jährlich bei rund 51 000 bis 85 000 Euro.

Im Haushalt für das Jahr 2026 ist ein Nettoressourcenbedarf von 167 240 Euro für das Museum vorgesehen, so dass die notwendigen Mittel zur Verfügung stehen. Die Stelle soll zeitnah ausgeschrieben werden, damit die Auflösung des Museums umgesetzt werden kann.

Idee: Archivar als Schnittstelle

Wegen des Stellengesuchs ohne zeitliche Befristung erklärt Holzmüller: „Der Archivar könnte nach Entsammlung des Museums Aufgaben für die Gemeinde übernehmen.“ Sie denkt dabei nicht nur an die Pflege des Archivs. „Es gibt genug Leute, die sich über Historisches informieren wollen. Der Archivar könnte eine Schnittstelle sein, weil er den Überblick über die gemeindeeigene Sammlung habe. Zudem könnte er zusammen mit Vereinen Ausstellungen im Foyer des Rathauses initiieren und organisieren, erklärt Holzmüller bei der Gemeinderatssitzung.

„Zukunft steht auf einem anderen Blatt“

Kevin Brändlin (FDP/Freie Bürger) rief zur Tagesordnung zurück: „Zum jetzigen Zeitpunkt besprechen wir die Auflösung und Abwicklung des Museums und dann müssen wir einen Knopf dranmachen. Die Zukunft steht auf einem anderen Blatt.“ Die Überführung eines Archivars, nach Abschluss der Arbeiten im Museum, betrachtet er als separate Personalentscheidung. Deshalb wollte das Gremium für den aktuellen Beschluss am Montagabend die Vorlage auch um eine Befristung der Archivarstelle geändert wissen.

Verwaltung muss tätig werden

Auf die Frage aus dem Gremium, was geschehe wenn sich kein Archivar finde, erklärt Holzmüller: „Der Anspruch der Aufsichtsbehörde ist, dass wir tätig werden.“ Sollte sich für die Inventarisierung und Entsammlung des Museums kein Archivar finden, gebe es noch die Möglichkeit jemanden auf Honorarbasis zu beschäftigen. Das Problem dabei sieht sie aber in Themengebiet und Umfang der Aufgabe.

Sollte sich gar niemand finden, gehe die Bürgermeisterin erneut in den Austausch mit dem Regierungspräsidium Freiburg. Das Landesamt für Denkmalpflege ist im Auftrag des Zentralen Fundarchivs des Archäologischen Landesmuseums auf den Plan gerufen worden, weil das Museum 2024 aus Brandschutzgründen geschlossen worden war.