Die Trendsportart Hobby Horsing ist mittlerweile auch in Südbaden angekommen. Katja Kunze aus Efringen-Kirchen fertigt in ihrer Manufaktur die dafür benötigten Steckenpferde, die wegen ihrer liebevollen Ausarbeitung in ganz Deutschland nachgefragt sind.
„Hobby Horsing“ stammt ursprünglich aus Finnland und bezeichnet eine Sportart, bei der der Athlet das Reiten auf einem Pferd nachahmt und die Bewegungen mit einem „Steckenpferd“ selbst ausführt.
Katja Kunze erfuhr von der neuen Sportart vor etwa fünf Jahren in ihrem Reitstall. Damals gab die passionierte Reiterin noch selbst Reitstunden für Kinder auf ihren eigenen Pferden. Eine Frau, deren Tochter das Reiten bei Kunze, die in ihrer Freizeit gerne nähte, gelernt hatte, bat sie damals, ein Pferd für ihre Tochter zu nähen.
„„Hobby Horsing“ wird gerne belächelt und als Sportart nicht ernst genommen. Doch mittlerweile haben sich die Vorteile, die der Trendsport bietet, auch bei uns herumgesprochen,“ erklärt Katja Kunze im Gespräch mit unserer Zeitung. Heute hat sie ihren Reitbetrieb aufgegeben und fertigt hauptberuflich „Hobby Horses“, die sie auf ihrer Internetseite oder vor Ort an Privatkunden verkauft.
Bewegung mit Spaß
„Nicht alle, die sich für Pferdesport begeistern, können sich Reitstunden oder ein eigenes Pferd leisten. Außerdem wird sehr viel über Bewegungsmangel vor allem unter Kindern gesprochen“, führt die junge Mutter weiter aus. Das „Hobby Horsing“ könne dazu beitragen, dass sich Kinder alleine oder in der Gruppe mit Freude bewegen. Erst im Frühjahr diesen Jahres nahmen drei junge „Hobby Horse“-Reiterinnen des Markgräfler Gymnasiums aus Neuenburg erfolgreich an einem Turnier teil.
Es war eines der ersten Events dieser Art in Südbaden. In Finnland gibt es sogar eine nationale Meisterschaft im Hobby Horsing. Dabei messen sich die Reiter in den Disziplinen Dressur und Springreiten. „Es kommen wirklich beachtliche Leistungen zustande,“ weiß Katja Kunze zu berichten. „Der derzeitige Hochsprungrekord liegt bei 1,40 Meter, was wirklich enorm ist.“
Auf Social Media aktiv
Die 42-Jährige informiert sich regelmäßig auf Instagram über Neuigkeiten rund ums Reiten mit dem Steckenpferd. „Dort gibt es eine sehr aktive Community“, erzählt Kunze, die ihre Pferde selbst dort vorstellt.
Auf ihrer Internetseite können Kunden sich mit ihren Wünschen an sie wenden. Allerdings sind Annahmetermine für neue Aufträge meist Wochen zuvor vergeben. Die Südbadnerin arbeitet nach einem eigenen Design. Kunden können sich mit ihren Wünschen, was Aussehen und Ausstattung anbelangt, an sie wenden, woraufhin ein Musterbild erstellt wird. „Die meisten schicken direkt Aufnahmen echter Pferde an mich.“ Kunze sucht dann Stoffe aus und wählt passende Wolle für die Mähne. Der Rohling entsteht. Wenn der Kopf fertig überzogen ist, werden die Details gestaltet. Abzeichen werden appliziert oder Schattierungen gemalt, kleine Sprenkel nachgezeichnet oder passende Augen ausgesucht. „Ich bin sehr perfektionistisch und arbeite immer detailgetreu,“ sagt Kunze über sich. „Erst am Ende wird der Stock angebracht. Viele Kunden wünschen sich auch Zubehör wie Trensen, Halfter oder Vorderzeug, das ich dann sofort anpasse.“
Jedes Tier ist ein Unikat, betont die junge Frau, die sich nicht nur für „echte“ Pferde begeistert. Bis zu zehn Stunden arbeitet sie an einem Pferd. Der Preis pro Modell richtet sich nach den individuellen Wünschen der Kunden und variiert von 160 bis 240 Euro. Auch die Workshops, die Kunze im Fertigen der Modelle gibt, erfreuen sich größter Beliebtheit.
Sogar ein Einhorn hat sie schon gefertigt, sagt Kunze am Ende, was viel über ihre Kreativität verrät, der beim Nähen kaum Grenzen gesetzt sind.
Weitere Infos unter: www.blackforest-hobbyhorses.de
Katja Kunze
Beruf
Früher gab Katja Kunze als Reitlehrerin Reitstunden auf ihren eigenen Schulpferden. Seit fünf Jahren näht sie hauptberuflich Hobby Horses.
Ihre Kunden
Sie fertigt meistens Hobby Horses für Privatkunden, aber auch für Vereine. Ein Auftrag errreichte sie sogar aus Australien.