Ein großes buntes Fest wurde anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Kinderhauses gefeiert. Foto: Ines Bode

3,4 Millionen Euro kostete die Gemeinde das „Kinderhaus“. Das zehnjährige Bestehen der Kindertageseinrichtung wurde am Samstag mit einem großen bunten und fröhlichen Fest gewürdigt. Hunderte Besucher zog es am Samstag aufs Festareal.

Wohin das Auge auch sah: Überall in dem mehrstöckigen Gebäude mit seinen geräumigen Fluren und dem großflächigen grünen Außengelände wanderten kleine und große Festgäste umher. Eine unübersehbare goldene 10 aus Ballons empfing die Besucher. Geboten wurde ein breites Programm. Unterstützt wurde der Festtag von Vereinen, Organisationen und Betrieben.

 

Mitmach-Aktionen

In den Gruppenräumen warteten Mitmach-Aktionen und Spiele, darunter Steine bemalen, Büchsen werfen und Schmetterlinge gestalten. Die Verpflegungsstände waren dicht umlagert, ob süß oder herzhaft, ob drinnen oder draußen. Von B wie Burger bis W wie Waffel war alles dabei. Involviert war auch das ehemalige benachbarte TuS-Domizil, das Gegrilltes anbot.

Feuerwehr und Gugge

Direkt vor dem Kinderhaus stand die Feuerwehr, deren Kameraden passend zu den Temperaturen ein nasses Vergnügen anboten. „Auch mal spielen?“ lautete die Einladung, und schon waren ein Papa und der Sohnemann mit einer Mini-Spritze ausgestattet, um kräftig auf die Flammen (aus Holz) zu zielen. Der Garten und die Spielplätze leerten sich zu diesem Zeitpunkt schlagartig, denn mit lauten schrägen Tönen hielt die Gugge „Zieefägge“ Einzug. Das klangvolle Tschäddära sorgte für Schwung im Festvolk, die Kleinsten bestaunten den Mann an der großen Trommel und jene an den funkelnden Trompeten. Um das Orchester herum wuchs der Zuschauerkreis, und wer viel Glück hatte, ergatterte einen der knapp bemessenen Stehplätze auf dem Klettergerüst. Mancher Knirps nutzte indes den Moment, und hatte den Platz im Sandelbereich oder das Lieblingsgerät für sich allein.

DRK-Bärenhospital

Ähnlich ruhig ging es kurzzeitig auch im zweiten Stock zu. Denn eigentlich galt dem Bärenkrankenhaus des DRK-Ortsvereins viel Interesse. Zwei große „kranke“ Bären wollten fachmännisch verarztet sein. Um den Kita-Kindern den Zugang zu erleichtern, waren Sofia und Magdalena von der Jugendgruppe aktiv, berichtet Leiter Robin Stapelfeldt. Die Mädchen schafften es mit wenigen Worten, die Kleinen an die Materie heranzuführen. Unter drei Verbänden gehe gar nichts, und zum Abschied werde der Bär innig gedrückt. „Göttlich“, freut sich Stapelfeldt.

Was sich verändert hat

Nachdem auch die Gugge ihren Einsatz beendet hatte, trat Clownin Augustine auf die Matte, um mit komisch-lustigen Vorführungen zu unterhalten – der Förderverein hatte den Auftritt ermöglicht.

Im Innern wiederum trifft eine ehemalige Kollegin ein, um den Anlass für eine kleine Visite zu nutzen. Heute sei vieles anders, sagt sie im Beisein von Miriam Früh, die seit vier Jahren im Kinderhaus arbeitet. Beide kennen sich lange, kommen ins Gespräch, und die einstige Pädagogin nimmt staunend Veränderungen hinsichtlich der Öffnungszeiten und des Alters der Kinder wahr. Wenn Mütter berufstätig seien, werde für Einjährige ein Platz benötigt. Miriam Früh erzählt, dass sie – wie wohl viele vom Team – viel Lob und Anerkennung erhalten haben: Zur kindgerechten Ausstattung des modernen weitläufigen Hauses wie zum Festablauf.

Anfängliche Skepsis passé

Überall unterwegs ist an diesem Tag die Leiterin Ulrike Mörgelin. Für jeden hat sie ein offenes Ohr. Sie beschreibt die Attraktivität der Einrichtung damit, dass es Anfragen von auswärtigen Eltern und weit weniger Probleme hinsichtlich der Gewinnung von Fachkräften gebe. „Auch weil wir konsequent ausbilden.“ Denkt sie an die Anfänge vor zehn Jahren, muss sie schmunzeln: Den Umzug vom alten Kindergarten im Dorf sahen sehr viele skeptisch. Heute sei die Einrichtung kommunalpolitisch ein fester Bestandteil – und „mein persönliches Herzensprojekt“.

Größte Investition

Bürgermeisterin Carolin Holzmüller, die am Morgen vor Ort und am Nachmittag im Nachbardorf anzutreffen war, teilte auf Nachfrage mit: Das Kinderhaus sei mit 3,4 Millionen Euro Investitionsvolumen bis heute die größte Ausgabe der Gemeinde der letzten 50 Jahre – eine echte Investition in die Zukunft.