Helga Meier hat im Museum Alte Schule geholfen die Ausstellungen zu gestalten und ist 17 Jahre lang dem Förderkreis vorgestanden. Künftig will sie mehr Zeit für sich und ihren Mann haben.
Der Abschied als Vorsitzende des Förderkreis „Museum in der Alten Schule“ fällt Helga Meier nicht leicht. 17 Jahre in Folge hat sie die Geschicke des Vereins geleitet.
Schwer gefallen ist es ihr sicherlich, da die Nachfolge für sie als Vorsitzende offen bleibt. „Wir haben schon im Oktober das Jahresprogramm verabschiedet“, erklärt die in Rheinfelden aufgewachsene Meier, die in Lörrach geboren wurde. Oft habe sie alles organisiert, das gehe jetzt eben nicht mehr. „Wer eine Idee für eine Veranstaltung oder einen Ausflug hat, der organisiert das selbst“, beschreibt sie die künftige Organisation. Es sei schwierig, jüngere Menschen für Vereinsarbeit und noch schwieriger, sie für Arbeit im Vorstand oder gar als Vereinsvorsitzender zu gewinnen.
Die Spaziergang-Flyer von denen es für jeden Ortsteil einen gebe, seien neu aufgelegt. Das Jaspisbergwerk sei bei Michael Schweitzer in guten Händen. Er kümmere sich um das jungsteinzeitliche Bergwerk, ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung, welches Meier ebenfalls sehr am Herzen liegt.
30 Jahre Vorstandsarbeit
Meier selbst tritt im Jahr 1995 dem Förderkreis bei. Handwerklich geschickt, hilft sie der damaligen Leiterin des „Museums in der Alten Schule“ bei der Gestaltung der Ausstellungen. Als ausgebildete Schauwerbegestalterin fällt ihr das leicht. Ein Jahr später löst sie bereits die Schriftführerin Esther Krebs im ab. Seit dem Jahr 2008 ist sie zudem noch Vorsitzende. „Ab 2013 kam Jutta Schütz als weitere Schriftführerin hinzu, die mich so gut es ging entlastet hat“, erzählt die 72-Jährige.
Was ihr nach ihrer letzten Generalversammlung als Vereinsvorsitzende noch immer sauer aufstößt, ist die Schließung des Museums. „Das Dachgeschoss ist ein toller Raum mit 180 Quadratmetern, in dem gerade örtliche Künstler gut ausstellen könnten.“ In Efringen-Kirchen gebe es kaum Möglichkeiten. Noch viel mehr bedauert sie, dass im Museum nichts mehr geht. Ein zweiter Fluchtweg fehle. Diesen zu bauen, werde von der Verwaltung mit 300 000 Euro angegeben. Es gebe sicherlich funktional einfachere und günstigere Möglichkeiten. Auch wenn das Gebäude unter Denkmalschutz stehe, wäre eine Außenkonstruktion möglich. Das Museum sei jetzt zu, das sei sehr schade. Sie befürchtet, dass vielleicht ein Investor das Grundstück kauft, der dann in dem großen Garten Reihenhäuser oder eine andere Wohnbebauung plant.
Vereinsarbeit zurückfahren
Aus gesundheitlichen Gründen hätte sie gerne schon früher aufgehört. Jetzt zog sie einen Schlussstrich: „Die Zeit, die mir verbleibt, ist mir zu kostbar.“ Dabei geht sie mit sich selbst ins Gericht. „Vielleicht habe ich zu viel selbst gemacht und zu wenig delegiert.“ Sie habe immer mehr übernommen von denen, die aufgehört hätten.
Dass sie per E-Mail vor Veranstaltungen oder dem monatlichen Stammtisch nochmals gesondert erinnere, das entfalle künftig. Einzig die Internetseite, die werde sie weiterhin pflegen.
Der Förderkreis ist aber längst nicht alles, was Helga Meier gemacht hat und wo sie sich weiterhin engagiert. Lange Zeit lebte sie mit Mann, zwei Kindern und Hund in Ötlingen, bevor sie nach Efringen-Kirchen zogen. Im Kindergarten und Schule war sie regelmäßig Elternbeirätin. Sie engagierte sich bei den Natur- und Vogelfreunden – als Schriftführerin. „Protokolle zu schreiben hat mir immer Spaß bereitet. Dabei gehört für mich auch dazu, dass jemand, der nicht bei der Sitzung war, dennoch alles nachvollziehen kann“, erklärt sie. Den Vorsitzenden begleitete sie oft zu den Sitzungen des Ausschusses für das Winzerfest, das einige Vereine in Efringen-Kirchen gemeinsam veranstalten. Alsbald hat ihr Vorsitzender die Teilnahme an diesem Ausschuss an sie delegiert.
Winzerfest geleitet
Im Jahr 1998 hat dann der Vorsitzende des Festausschusses hingeworfen. „Da saßen zwölf Leute am Tisch und wussten nicht, wie es weitergehen soll“, erzählt Meier. Das Organisieren habe ihr schon immer Spaß bereitet, meint sie im Gespräch. 15 Jahre lang leitete sie dann den Festausschuss.
Selbst hat Helga Meier nie getanzt, aber als einige Interessierte sich zusammenfanden hat sie die Tanzsportgruppe Rheinweiler gegründet, deren Geschicke sie 15 Jahre lang leitete. Beim SPD-Ortsverein in Efringen-Kirchen ist sie noch immer Schriftführerin. Das Organisieren falle ihr leicht. Beruflich hatte sie bei Endress und Hauser die Projektleitung für den Katalog inne. „Als ich ihn ein letztes Mal machte, hatte er rund 1200 Seiten.“
Jetzt sei ihr Ziel, noch möglichst viel zu reisen, zusammen mit ihrem Mann und dem Wohnmobil. Den Laptop habe sie vielleicht noch dabei. „Was ich aber nicht mehr möchte, das ist von irgendwo aus etwas organisieren zu müssen oder Mails zu schreiben.“ Ihr Ziel ist, Land und Leute zu erkunden und kennenzulernen.