Die vorübergehende Schließung des Museums in der Alten Schule in Efringen-Kirchen ist nun endgültig. Der Gemeinderat hat es so beschlossen.
Nun ist es beschlossen und glasklar: Das Museum in der Alten Schule hat keine Zukunft – es wird geschlossen. Nach einer langen Reihe von Steinen, die den weiteren Weg des Museums zunehmend erschwerten, blieb aus Sicht von Gemeinderat und Verwaltung dies als letzte Konsequenz.
Bürgermeisterin Carolin Holzmüller betonte in der Gremiensitzung, dass die Gemeinde in der Vorlage bewusst keine Empfehlung für eine der beiden Varianten gemacht habe. „Der Betrieb des Museums wird unverändert fortgeführt und die Stelle der Museumsleitung zeitnah ausgeschrieben“, heißt es dort in der ersten, „der Betrieb des Museums wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eingestellt und die Verwaltung mit der Abwicklung beauftragt“ in der zweiten Variante.
Es ist das Ende eines jahrelangen Weges, an dem es nun mehr Kritiker und Zweifler als Befürworter und Fürsprecher in Verwaltung und Gemeinderat gibt. Museumsleiterin Maren Siegmann war 18 Jahre lang bis zum Ende ihrer Beschäftigung am 10. Dezember nicht müde geworden, sich für das Museum einzusetzen. Darüber hinaus hat sie Historisches in Führungen und Vorträgen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Über Jahre hinweg hatte sie seitenweise Konzepte und Vorschläge erarbeitet, mit verschiedenen Varianten zur Dauerausstellung oder zu Raumalternativen seit der Gemeinderat die Schließung des Museums im Februar 2024 aus Brandschutzgründen beschlossen hatte.
Zum Tagesordnungspunkt Fragen der Bürger meldete sich Walter Silbereisen zu Wort und sagte: „Dieser Tag wird als schwarzer Tag in die Geschichte der Gemeinde eingehen.“ Silbereisen war von Anfang an bei der Gründung des Museums und des Fördervereins dabei und meint: Es steckt viel ehrenamtliches Engagement der Bürger in dem Museum.“
Die Schließung motiviere nun eher dazu, dies gleich bleiben zu lassen. Er selbst engagiere sich in drei Vereinen ehrenamtlich und will das nun einstellen. Zudem stieß er sich daran, dass ein Argument für die Schließung mangelndes Besucherinteresse sei. „Wenn es keine Sonderausstellungen mehr gibt, kommen auch keine Leute.“ Er erinnerte an große Ausstellungen, zu denen 1000 Besucher gekommen seien, wie „175 Jahre Eisenbahn rund um den Isteiner Klotz“.
Doch auch der Förderverein konnte dem Museum am Ende nicht helfen. Im Vorfeld der Sitzung hatte er mitgeteilt, dass er das Museum nicht weiterführen könne, weil das Laien mit all den gesetzlichen Vorgaben nicht leisten könnten. Zudem steht der Verein kurz vor seiner Auflösung, weil keine Mitglieder für den Vorsitz sowie weitere Vorstandsämter gefunden werden konnten, wie Holzmüller in der Sitzung erklärte.
Die ehemalige Vorsitzende des Fördervereins Helga Meier habe während der 17 Jahre in ihrem Amt zudem beobachten können, dass die Unterstützung der Verwaltung fürs Museum stetig abgenommen habe, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt hatte.
Zudem wurden Entscheidungen immer wieder vertagt. Eine schnelle Lösung gab es in Sachen Museum, als es im im April darum ging, den Fundus des Museums im Güterschuppen möglichst rasch zu entsammeln. In der jüngsten Sitzung gab die Bürgermeisterin bekannt, dass Maren Siegmann dies erledigt habe.
Brandschutz als größter BRocken
Das Museum aber hätte fürs Wiederbeleben und Weiterführen schnelle Lösungen gebraucht. Größter Brocken waren wohl die Brandschutzauflagen, zu denen Verwaltung und Gemeinderat auch in der jüngsten Sitzung mögliche Lösungen ansprachen. Allerdings kamen sie zu dem Schluss, dass „noch einmal viel Geld investiert werden müsste, für ein Museum für das sich niemand interessiert.“
Gemeinderat Kevin Brändlin (FDP/Freie Bürger) meinte, dass am Ende die Bevölkerung abgestimmt hätte, weil niemand das Museum besucht habe. Eines stehe für ihn aber fest: „Wir stehen mit dem Museum vor einem Scherbenhaufen.“ Dennoch sehe er keine Möglichkeit des Weiterbetriebs, weil die Haushaltslage es nicht zuließe „Unsummen in den Weiterbetrieb zu stecken.“
„Alte Schule als Kulturzentrum“
Auch Karl Rühl (CDU/Unabhängige) sprach sich für die Schließung des Museum aus: „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.“ Er geht davon aus, dass die Gemeinde mit dem Museum auch weiterhin einen Zuschussbetrieb hätte. Für die weitere Nutzung der Alten Schule schlägt er ein Kulturzentrum vor, das für Vereine geöffnet werden sollte – auch für Ausstellungen.
Karl Friedrich Hess (SPD) sieht die Notwendigkeit zum Weiterführen des Museums, um die Weiterentwicklung zum Kulturzentrum zu ermöglichen: „Museumsarbeit bedeutet nicht nur den Raum in einem Gebäude, sondern hat ein weitreichendes Spektrum.“
Schließung des Museums beschlossen
Am Ende beschloss der Gemeinderat nach einer Änderung des Beschlussvorschlags die Schließung des Museums und für die Abwicklung die Einstellung eines Archivars, befristet auf zwei Jahre oder einen externen Dienstleister zu beauftragen. Zuvor hatte das Gremium die zeitliche Befristung der Archivarstelle beantragt.