Die Autonomie der Gemeinde Pfalzgrafenweiler in der EDV wird künftig vorbei sein.
In der Vergangenheit sei die Autonomie in der EDV sinnvoll gewesen – heute sei aufgrund der Digitalisierung und aus Sicherheitsgründen der Anschluss an einen größeren Verbund sinnvoll, sprach sich Bürgermeister Dieter Bischoff für den Beitritt zum „Zweckverband 4IT“ ab dem nächstmöglichen Zeitpunkt aus.
Laut Beschlussvorlage arbeitet die Gemeinde Pfalzgrafenweiler – als eine von nur wenigen Kommunen in Baden-Württemberg – aktuell noch autonom. Sie ist weder Mitglied beim Zweckverband 4IT und damit auch nicht an die Angebote der „Komm.ONE“ angebunden. Zur „Komm.ONE“ (früher „ITEOS“) schlossen sich 2018 die vorher selbstständigen vier kommunalen Rechenzentren in Baden-Württemberg zusammen.
Die „Komm.ONE“ beschafft, entwickelt und vertreibt Verfahren der automatisierten Datenverarbeitung für kommunale Körperschaften. Sie ist beratend im Bereich Digitalisierung tätig und stellt die benötigte EDV-Umgebung für die alltägliche Arbeit zur Verfügung. Der Druck von Steuerbescheiden oder Wahlbenachrichtigungen wird ebenfalls angeboten.
Träger sind das Land Baden-Württemberg mit 12 Prozent und der Zweckverband 4IT mit 88 Prozent. Rund 1100 Kommunen, Zweckverbbände und weitere Körperschaften sind darin organisiert. Ausnahmen im Landkreis Freudenstadt sind die Gemeinden Pfalzgrafenweiler, Grömbach, Wörnersberg und Baiersbronn.
Teure Einzellösungen
Die EDV von Pfalzgrafenweiler wird seit 2020 über das Rechenzentrum der bayrischen Firma Komuna abgewickelt, und darüber hinaus waren kostspielige Einzellösungen der „Komm.ONE“ erforderlich, die teils mit den Systemen von „Komuna“ nicht kompatibel sind und sich am bisweilen abweichenden bayerischen Recht orientieren. Zudem gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Unterbrechungen der Verbindung zum Rechenzentrum und damit kein Zugriff auf den Datenbestand der Gemeinde.
Die Vorteile einer Mitgliedschaft beim Zweckverband 4IT, wie umsatzsteuerfreie Anwendungen, wurden ebenso aufgezeigt wie die als nachteilig genannte Zahlung einer Verbandsumlage von aktuell jährlich 125 Euro und einem Eigenkapitalanteil von rund 8300 Euro.
Die jährliche Umlage hänge ab vom durchschnittlichen Umsatz der drei Vorjahre. Zudem würde mit den „Komm.ONE“-Anwendungen bei einzelnen Mitarbeitern ein zweiter PC am Arbeitsplatz wegfallen.
Umstellung schrittweise
Die aufkommenden Fragen aus der Mitte des Gemeinderates konnten Bürgermeister, Hauptamtsleiter Marco Kaupp und Kämmerer Robin Lutz beantworten. So informierten sie das Gremium, dass alle Daten der Gemeinde von einem Umzug zu „Komm.ONE“ betroffen wären, aber nicht alles auf einmal umgestellt werden soll. Voraussetzungen ist jedoch die Mitgliedschaft im Zweckverband 4IT, die kurzfristig ab Januar 2026 möglich wäre, Gemeinderatsbeschluss und finaler Beschluss der Verbandsversammlung am 27. November vorausgesetzt.
Zunächst stehe jedoch nur die Mitgliedschaft im Zweckverband an; die Kosten für den Umzug der Daten seien noch zu eruieren. Der Austausch der benötigten Finanzsoftware sei für das Jahr 2027 vorgemerkt. Auf das EDV-Personal im Rathaus könne durch diesen Dienstleister-Wechsel nicht verzichtet werden.
Der Gemeinderat beschloss den Beitritt zum Zweckverband 4IT einstimmig.