Sprang kurzfristig ein und zauberte an der Rensch-Orgel: Steffen Mark Schwarz Foto: Groh

Wie Kantor Steffen Mark Schwarz Lücken stopft und dabei den letzten Frühlingssamstag veredelt.

Albstadt-Ebingen - Rundum und wunderschön gelungen war die Marktmusik, die Kantor Steffen Mark Schwarz auf der Rensch-Orgel der Martinskirche gestaltet hat. Höhepunkt dabei war seine eigene, ganz großartige Improvisation über das Wochenlied "Von Gott will ich nicht lassen" im Stile der französischen Orgelsymphonien als "Mouvement symphonique improvisé". Leise mit anschwellender Dynamik und virtuoser Motorik war der Beginn, bis die Choralmelodie aus dem Tongewebe deutlich hervortrat und sich der Klang bis zum vollen Werke kühn steigerte.

Auch im leisen, meditativen Zwischenspiel leuchtete die Melodie immer wieder auf. Bei virtuoser Fingerfertigkeit und einmalig gekonnter Klangentfaltung in den Manualen trat die Melodie kraftvoll im Pedal auf. Tokkatenhafte Klangtürme führten zu einem grandiosen Schluss. Für diese Meisterleistung spendeten die begeisterten Zuhörer Riesenapplaus.

Majestätisch und munter

Eröffnet hatte Schwarz, der kurzfristig für das Sax-Ensemble des Städtischen Orchesters eingesprungen war, die "20 Minuten Musik zur Marktzeit" mit dem "Magnificat in D" des französischen Barockkomponisten Jean-François Dandrieu. Majestätisch und würdevoll: das "Plein jeu" in sattem Orgelklang. Beim "Duo" entwickelten zwei Flötenstimmen fugenhafte, muntere Dialoge. Im "Trio" versprühten drei liebliche Stimmen ihren Charm. Beim "Bass et Dessus de Trompète" erklang die lebendige und markante Trompetenstimme mal im Bass, mal im Sopran. Ein prächtiges Wechselspiel zwischen Hauptwerk und Oberwerk entfaltete sich im abschließenden "Dialoque".

Kurzfristiges Kurzkonzert

Bei der Choralbearbeitung über "Vater unser im Himmelreich" von Georg Böhm führten die angenehm leisen Begleitstimmen zum Choral hin. Als wunderbar ausgezierte Sesquiaterstimme ertönte die Melodie ganz kunstvoll. Am Schluss dankte Kirchengemeinderätin Stephanie Ambros Steffen Mark Schwarz für das gelungene Kurzkonzert, dass Schwarz so kurzfristig gezaubert hatte. Der Auftritt mit dem Sax-Ensemble wird wohl irgendwann nachgeholt – es wäre zugleich der 20. der vier Musiker bei der Marktmusik gewesen.