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Ebhausen WLAN bis zum Döner kommt wohl eher nicht

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Jugendreferentin Melanie Haller und Bürgermeister Volker Schuler. Foto: Kunert Foto: Schwarzwälder Bote

Ebhausen. In Ebhausen, speziell im Jugendreferat und Gemeinderat, ist man aktuell ziemlich stolz auf die Jugend im Ort. Mit einer Umfrage und dem darauf aufbauenden Jugendforum wollte man herausfinden, wo den jungen Leuten "der Schuh drückt". Die Resonanz war überwältigend.

Findet zumindest Melanie Haller, Diplom-Sozialpädagogin im Dienste der Gemeinde Ebhausen. Haller ist einerseits Leiterin eben des Jugendreferats, andererseits ist sie Schulsozialarbeiterin für die örtlichen Schulen. Sie hat im vergangenen Jahr die Jugendbefragung in Ebhausen durchgeführt und auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderats die Ergebnisse daraus vorgestellt.

Exakt 369 Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren hatte man den ausgearbeiteten Fragebogen ausgehändigt, 167 davon kamen ausgefüllt entweder über die Lindenrain-Schule zurück oder wurden direkt im Rathaus abgegeben: "Eine Rücklaufquote von über 45 Prozent bei einer solchen Befragung ist mehr als beeindruckend." Gleiches gelte für die Teilnahme beim Jugendforum, das 37 Jugendliche besuchten: "Andernorts kommen vielleicht fünf, sechs Teilnehmer", berichtet Haller. Womit sowohl die Ergebnisse der Befragung als auch des Forums "eine hohe Aussagekraft" hätten.

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis daraus, zumindest für Gemeinderat Immanuel Deuble (BWG): "Dass 90 Prozent der Kinder bei uns bei ihren beiden leiblichen Eltern aufwachsen, hätte ich nicht erwartet; das hat mit gut gefallen." Tatsächlich sei dieser Wert überdurchschnittlich hoch, so auch der Kommentar von Melanie Haller bei der Erläuterung der Zahlen. Allerdings entspräche das auch einem Trend, da die Scheidungsrate in Deutschland rückläufig sei. Ansonsten interessierten sich die Räte – neben den allgemeinen statistischen Erkenntnissen aus der Befragung zu den Lebensumständen und Freizeitaktivitäten der Jugendlichen – für die umfangreiche "Wunschliste" der Zwölf- bis 18-Jährigen für Ebhausen.

Bolzplätze stehen ganz oben auf der Liste

Und die ist beeindruckend lang: Besser gepflegte, nutz- und verfügbare Bolzplätze etwa. Mehr und bessere WLAN-Versorgung im öffentlichen Raum, wobei das Beispiel "Postplätzle" auch für Heiterkeit im Gemeinderat sorgte: "Das WLAN hier ist sehr schlecht und reicht leider nicht bis zum Döner", so eine gegenüber Melanie Haller vielfach "und voller Entrüstung" vorgebrachte Kritik der Ebhausener Jugend. Augenzwinkernde Idee aus dem Gemeinderat: "Vielleicht den Döner in Richtung des WLAN verschieben."

Wobei dieser humorvolle Exkurs des Gremiums nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass die Wünsche und Anregungen der Ebhausener Jugend hier wirklich sehr ernst genommen werden. Weshalb man sich mit Bürgermeister Volker Schuler unmittelbar daran machte, die zwei, drei wichtigsten und realistisch umsetzbaren Wünsche aus der Jugendbefragung zu identifizieren.

Ganz oben auf dieser Liste: die bessere Verfügbarmachung der Bolzplätze im Ort. So soll der Bolzplatz im Kernort bei der Schule ("Käfig" genannt) auch außerhalb der Schulzeiten zugänglich werden. Zudem will man schauen, ob man die Lärm-Emissionen des "Käfigs" reduzieren kann, um die Belastung von Anwohnern so gering wie möglich zu halten. Der Bolzplatz "Noppennagold" soll besser befestigt werden; im Augenblick, so die Kritik der Jugend, sei er im Winter wegen zuviel Matsch kaum nutzbar. Außerdem landen hier die Bälle zu schnell in der Nagold – weshalb die Gemeinde eventuell durch einen Zaun oder Netz "oder durch Verbesserung der Treffsicherheit der Schützen" (Zitat Volker Schuler) für Abhilfe sorgen wolle. Der Bolzplatz beim Mehrgenerationenplatz sei dem gegenüber nach Auskunft der Jugendlichen "zu uneben", der Ball lande oft im Wald, weshalb es auch eine "erhöhte Verletzungsgefahr" geben. Hier sollte es kein Problem sein, so Bürgermeister Schuler, mit Mitteln des Bauhofes das Gelände soweit einzuebnen, dass ein gefahrloses Fußballspielen möglich sein sollte.

Zweites Thema, das Verwaltung und Gemeinderat auf Anregung der Jugendlichen aktiv angehen wollen: Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Mindersbacher Straße im Bereich des Schulgeländes.

Auch eine etwas größere Herausforderung, aber durchaus eine, die bei Verwaltung und Räten durchaus auf offene Ohren traf: die Einrichtung einer "geschützten Strecke", auf der (nicht nur) Jugendliche Inliner, Skateboard oder Fahrrad in "ungefährlicher Umgebung" nutzen könnten – also abseits des motorisierten Straßenverkehrs.

Hier wollen Bürgermeister und Gemeinderäte in einem zweiten Schritt mit den Jugendlichen erkunden, wo eine solche Inliner-/Skateboard-Strecke idealerweise lokalisiert sein sollte, um gut erreichbar zu sein.

Relativ einfach werde sich wahrscheinlich auch ein weiterer Wunsch der Jugend erfüllen lassen: die Nutzung eines Fitness- und Kraftraums. Denn den gibt es bereits, wenn auch "ziemlich versteckt" in der Sporthalle. "Viele wüssten das gar nicht." Hier wolle man prüfen, inwieweit man diesen auch Jugendlichen zugänglichen machen könnte – was, so Bürgermeister Schuler, wahrscheinlich vor allen eine Frage der fachlichen Aufsicht dafür sein dürfte.

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