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Ebhausen Restlos überzeugt ist der Rat noch nicht

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Die Zukunft des historischen Wasserkraftwerks in Ebhausen ist weiter offen.Foto: Priestersbach Foto: Schwarzwälder Bote

Nach wie vor ist es offen, ob die Gemeinde Ebhausen künftig aktiv in das Thema Wasserkraft einsteigt und dafür Geld in die Hand nimmt. In dieser Woche wurde dem Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie vorgestellt, und jetzt sollen Verhandlungen mit dem bisherigen Eigentümer aufgenommen werden.

Ebhausen. Zur Vorgeschichte: Bereits seit 1903 wird in Ebhausen an der Nagold die Wasserkraft genutzt, um mit zwei Turbinen Strom zu erzeugen. Die frühere Mühle existiert zwar nicht mehr, aber das Wasserkraftwerk ist noch in Betrieb und befindet sich in privater Hand. Die Eigentümerfamilie aus Trier kam im vergangenen Jahr allerdings auf die Gemeinde zu, da sie ihr Wasserkraftwerk verkaufen möchte. Hintergrund ist unter anderem, dass die künftigen Auflagen von Bund und Land zur Schaffung von Fischtreppen mit größeren Investitionen verbunden sein dürften.

Wie Bürgermeister Volker Schuler dazu feststellte, muss das bestehende Wasserkraftwerk an der Nagold in den nächsten Jahren zudem ertüchtigt werden. Die spannende Frage sei nun, ob die Gemeinde die Anlage übernehmen soll, wobei die vorgelegte Studie zeige, "dass es machbar ist". Klar ist für den Rathauschef: "Es soll kein Zuschussbetrieb sein und die Anlage muss sich amortisieren." Ein Plus wäre in diesem Zusammenhang, dass die Gemeinde mit dem Projekt Ökopunkte einspeisen könnte.

Der mit der Machbarkeitsstudie beauftragte Diplom-Ingenieur Wolfgang Gross stellte dem Gemeinderat drei Varianten für eine mögliche Ertüchtigung vor, deren Investitionskosten zwischen 500 000 und 1,06 Millionen Euro liegen. Das Jahresstromerzeugungs-Potential bezifferte er mit rund 330 000 Kilowattstunden. Derzeit wird der erzeugte Strom mit einer Vergütung von 11,67 Cent pro Kilowattstunde bezahlt. In Sachen Amortisation liegen die Spannen zwischen 20 und 30 Jahren – je nach Variante und dem gewählten Betreibermodell.

Planer Wolfgang Gross: Wasserkraft passt gut zu Ebhausen und seinem örtlichen Energiekonzept

Die Wasserkraft passe gut zu Ebhausen und wäre eine gute Ergänzung zum örtlichen Energiekonzept, machte der Planer deutlich. Auf die Frage von SDW-Rat Heinz Hinsche, ob er der Gemeinde guten Gewissens den Kauf des Wasserkraftwerks empfehlen könne, erwidert Wolfgang Gross, dass er die Machbarkeitsstudie nicht erstellt hätte, wenn er nicht davon überzeugt wäre, dass sich die Kosten amortisieren.

Die Begeisterung im Gremium hielt sich dennoch in Grenzen: Zwar machte Karl Lang (BWG) deutlich, dass die Wasserkraft eine der ältesten Möglichkeiten sei, Strom zu erzeugen und dass der Erhalt des Wasserkraftwerks wünschenswert sei. Für Immanuel Deuble (BWG) stellte sich hingegen schon die Frage, "ob die Kommune da einsteigen soll". BWG-Gemeinderat Bernd Krebs ist sogar überzeugt, dass eine entsprechende Entscheidung wirtschaftlich kaum zu vertreten wäre. "Das wird sich never ever rechnen lassen und wird im besten Fall eine Nullnummer", befürchtet er zudem das Risiko, hier ein Fass ohne Boden aufzumachen. Kritisch äußerten sich ebenso Thomas Wiedmaier und Albrecht Scheel von der BWG zu den finanziellen Risiken.

Bürgermeister Volker Schuler bezeichnete die mögliche Investition in die Wasserkraft als Projekt, das sich allein aus den Stromerlösen tragen müsse – und wenn sich die Anlage dereinst amortisiert habe, könnten sogar Gewinne erzielt werden. Charme bescheinigte der Rathauschef dem Vorschlag von Simone Viehweg (BWG), den Mühlkanal trockenzulegen und ein neues Wasserkraftwerk auf der anderen Uferseite zu errichten. Damit würden künftig Sanierungskosten für Brücken und Mauern entfallen.

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