Die Theatergruppe "Theatre at School" trat vor etwa 300 Schülern in Ebhausen auf. Foto: Gezener Foto: Schwarzwälder Bote

Bildung: Theatergruppe "Theatre at School" gastiert in der Gemeindehalle Ebhausen

Knapp 300 Schüler aus den fünften und sechsten Klassen der Gemeinschaftsschulen Ebhausen, Neubulach und Althengstett füllten die Gemeindehalle in Ebhausen, als die englischsprachige Theatergruppe "Theatre at School" das Musical "Aldrick Castle" aufführte.

Ebhausen. Eine Schulklasse unternimmt einen Ausflug ins "Aldrick Castle", um dort etwas über die Geschichte des Schlosses zu erfahren. Toms Neugier entführt ihn durch ein Zeitloch in die Vergangenheit des Schlosses, wo er im Jahr 1622 das Küchenmädchen Sally kennenlernt.

Tom ist erstaunt, als er erfährt, dass Sally noch nie etwas von Ketchup, Pizza oder von Tomaten gehört hat – von Internet und Smartphones ganz zu schweigen. Ein Leben ohne all diese Dinge? Für Tom völlig unvorstellbar. Er erlebt viele Abenteuer und entdeckt den geheimnisvollen Kerker des "Aldrick Castle", ehe er in die heutige Zeit zurückreist.

Dialekte zeigen die Vielfältigkeit der englischen Sprache

Mit der Theatergruppe "Theatre at School" habe man auch an der Lindenrain-Schule schon in den vergangenen Jahren kooperiert, erzählt Englischlehrerin Inna Müller. Aufgrund der guten Erfahrungen habe man sich dazu entschlossen, sich auch in diesem Jahr ein Theaterstück von englischsprachigen Schauspielern anzusehen. Mit diesem Angebot wolle man "den Fremdsprachenunterricht außerhalb des regulären Schulunterrichts bereichern", erklärt Müller.

Das Theaterstück sei dazu geeignet, Kompetenzen auf zweierlei Ebenen zu fördern. Zum einen gehe es darum, "auf spielerische Art die sprachliche Kompetenz der Schüler zu fördern", sagt Müller. Die beiden ausgebildeten Schauspieler Jasmine Atkins-Smart aus dem Südwesten Englands und David Tomas Allan aus Schottland sind englische Muttersprachler, sprechen jedoch in unterschiedlichen Dialekten – ein Vorteil für die Schüler, meint Inna Müller. So könnten die Schüler hören, "wie vielfältig die englische Sprache" sein könne.

Weil das Theaterstück interaktiv inszeniert sei, seien die Schüler auch ständig dazu angehalten, "sich einzubringen und dabei zu sein". Auch dieser Umstand trage zur Förderung der sprachlichen Kompetenz bei. Um das Verständnis zu erleichtern, hatten alle Schüler im Vorfeld des Musicals Vokabellisten erhalten, anhand derer sie wichtige Begriffe lernten, die für das Verständnis des Theaterstücks unabdingbar sind.

Musical fördert die interkulturelle Kompetenz der Schüler

Zum anderen gehe es aber auch darum, die interkulturelle Kompetenz der Schüler zu fördern, so Müller. Das Musical behandle sowohl historische Aspekte als auch Themen des heutigen Alltags, so dass die Schüler neben der Geschichte Großbritanniens auch etwas über das gegenwärtige Leben von Briten erfahren.

Im Anschluss an das Musical hatten die Gemeinschaftsschüler Gelegenheit, Fragen an die beiden Schauspieler zu stellen. So wollten sie zum Beispiel wissen, wie alt die beiden Schauspieler seien, woher sie kommen, und ob sie das unter Jugendlichen populäre Videospiel "Fortnite" spielen. Letzteres bejahte der 33-jährige Schotte David Tomas Allan und bat den fragenden Schüler auf die Bühne, mit dem er kurzerhand eine spontane, und im Übrigen sehr gelungene, "Fortnite-Tanzeinlage" aufs Parkett legte. Spätestens da waren alle im Publikum wieder im Jahr 2020 angekommen.

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