Die Biotope auf dem Ebhauser Gemeindegebiet, wie das zwischen Ebershardt und Rotfelden, sollen künftig miteinander verbunden werden. Foto: Priestersbach Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Gemeinderat schreibt Biotopverbundplan aus und erhält nur ein Angebot

Grünes Licht gab der Ebhauser Gemeinderat für die Erstellung eines Biotopverbundplanes. Es ist ein Beitrag zum Artenschutz.

Ebhausen. Die Vergabe an die INA Südwest aus Herrenberg schlägt mit 47 300 Euro zu Buche, wobei sich das Land mit 90 Prozent an den Planungskosten beteiligt – was den Räten die Entscheidung natürlich erleichterte.

Wie Daniela Schweikardt in der jüngsten Sitzung erläuterte, hat das Land Baden-Württemberg – um das Artensterben aufzuhalten – im Naturschutzgesetz die Vorgabe verankert, dass die Gemeinden einen Biotopverbundplan erstellen sollen. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die üppige Förderung hatte man sich Anfang des Jahres für eine beschränkte Ausschreibung der Planungsleistungen entschieden. Im ersten Anlauf ging jedoch kein Angebot im Rathaus ein, nachdem die wenigen Büros, die solche Pläne erstellen, offensichtlich alle ausgelastet waren.

In einer zweiten Ausschreibungsrunde wurden daraufhin vier Büros zu einer Angebotsabgabe aufgefordert – und der Umsetzungszeitraum bis November 2022 deutlich nach hinten geschoben. Trotzdem lag nur ein Angebot vor, und die Verwaltung schlug dem Gemeinderat vorbehaltlich der Förderzusage des Landes die Vergabe an die INA Südwest aus Herrenberg vor, die über die nötige Fachexpertise und bereits über umfangreiche Ortskenntnisse im Kreis Calw verfüge. Unter anderem erstellt das Unternehmen derzeit auch den Biotopverbundplan für die Gemeinde Oberreichenbach.

Auf die Frage von SDW-Rätin Jessica Kohler, was da noch hinten dran hänge und mit welchen Folgekosten zu rechnen sei, wies Daniela Schweikardt darauf hin, dass es sicher Empfehlungen und Vorschläge für Maßnahmen zum Biotopverbund geben wird. Doch habe ja der Gemeinderat die Hoheit, über die Maßnahmen zu entscheiden, die dann auch umgesetzt werden sollen. Wie Immanuel Deuble anmerkte, sei die Vergabe grundsätzlich sinnvoll, denn "die Biotopvernetzung macht Sinn".

"Das ist eine gute Sache", meinte auch Bürgermeister Volker Schuler, der darauf aufmerksam machte, dass ein Biotopverbundplan später auch mal bei kommunalen Planungen hilfreich sein könne. Nicht unerwähnt ließ er zudem die zunehmenden Konflikte in der Außennutzung – wenn es zu "Konkurrenzsituationen" zwischen den unterschiedlichen Ansprüchen und Nutzungen, wie Land- und Forstwirtschaft, Wohnen, Freizeit und Naturschutz komme. "Da wird es Diskussionen geben, was Vorrang hat", zeigte sich der Bürgermeister gespannt, "was dabei rauskommt".

Info: Biotopverbund

Nach Angaben des Umweltministeriums wird in Baden-Württemberg ein hoher Verlust an biologischer Vielfalt verzeichnet. Viele Tier- und Pflanzenarten haben abnehmende Bestände. So sind nach den Roten Listen etwa 40 Prozent der Arten im Land als gefährdet eingestuft. Auch viele Lebensräume heimischer Arten wie zum Beispiel Trockenrasen, Mähwiesen, Moore oder Binnendünen sind bedroht. Zersiedelung und die intensive Landnutzung sind dafür die wesentlichen Ursachen. Viele Biotope sind für das Überleben von Arten zu klein und die isolierte Lage der Lebensräume erschwert den Austausch zwischen den Populationen.

Ein landesweiter Biotopverbund unterstützt und fördert zum einen den Erhalt der wertvollen biologischen Vielfalt in Baden-Württemberg. Zum anderen ermöglicht er aber auch Ausbreitungs- und Wiederbesiedlungsprozesse von Tieren und Pflanzen als Reaktion auf den Klimawandel.

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