Mit modernen Messfahrzeugen werden die Daten erfasst. Foto: eagle eye technologies Deutschland GmbH

Die sogenannte Eagle-Eye-Technologie wurde im Baiersbronner Gemeinderat vorgestellt.

Im Rahmen der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde eine zukunftsweisende Technologie präsentiert: Kim Gebauer von der Firma Eagle Eye Technologies Deutschland GmbH stellte den Ratsmitgliedern die sogenannte Eagle-Eye-Technologie vor und stieß damit auf großes Interesse.

 

Gebauer erklärte die Nachteile des Status quo: „Der Straßenzustand liegt nicht digital vor, es gibt keine Priorisierung, welche Sanierungsmaßnahmen dringend sind.“ Mit der Technologie solle festgestellt werden, welche Maßnahmen wann notwendig seien und was investiert werden müsse. „Mit Eagle Eye erfassen wir in Kombination aus KI und Ingenieuren schnell und wirtschaftlich Bilddaten mit direkter Georeferenzierung, um daraus digitale Infrastruktur-, Straßenbestands- und Zustandsdaten aus einem Guss zu ermitteln, einen ‚digitalen Zwilling‘“, sagte er.

Mit modernen Messfahrzeugen würden die Straßen befahren, um die Infrastruktur präzise und nachhaltig zu digitalisieren, um zum Beispiel Straßenkataster aufzubauen oder im Rahmen von Smart-City-Projekten schnell und vollständig an aussagekräftige Daten zu gelangen.

180 Kilometer sollen erfasst werden

Gebauer sprach von 180 Kilometern, die in Baiersbronn erfasst werden sollen – die Entscheidung, was befahren werden soll, liege bei der Kommune. Die Kosten für dieses Basispaket bezifferte er auf rund 41 000 Euro netto, Erweiterungsmodule mit weiteren Erfassungen seien möglich.

Was mit den Bilddaten passiert

Gemeinderätin Maike Weiss (CDU) fragte nach dem Speicherort der Daten. „Die Bilddaten bekommt die Gemeinde, es gibt keine Wartungskosten, und die weiteren Fachdaten werden bei uns archiviert, da dafür große Speicherkapazität benötigt wird“, so der Fachmann.

Franziska Braun, Bezirksbeiratsvorsitzende von Baiersbronn, fragte nach dem Zugriff auf die Daten mit Blick auf sensible Infrastruktur. „Nur die Gemeinde und die Gemeindewerke haben Zugriff auf die Daten, unsere Daten sind auch sehr gut geschützt“, sagte Bürgermeister Michael Ruf.

Gemeinderat Lutz Hermann (FDP/UBL) fragte nach den Zeiträumen, in denen die Daten aktualisiert werden sollten. „In der Regel werden die Daten nach fünf bis sieben Jahren aktualisiert, das hängt auch vom Bauverlauf in der Kommune ab“, so Kim Gebauer. Wenn die Datengrundlage bereits vorhanden sei, würde eine Aktualisierung weniger aufwendig.

„Das Wetter muss gut sein“

Gemeinderat Philipp Bayer (SPD) fragte nach den Wetterbedingungen für eine Befahrung. „Unsere modernen Messfahrzeuge fahren völlig autark, und bei Regen oder Schnee ist keine Befahrung möglich, das Wetter muss gut sein.“

Auf Nachfrage von Gemeinderat Michael Ruoss (CDU) umriss Gebauer das Thema Starkregenereignisse, auch mit Blick auf die Erstellung einer Starkregenerfassungskarte. So könnten zum Beispiel die Daten für eine Oberflächenabflusssimulation im Falle von Starkregen genutzt werden. Hierzu könnten bei Bedarf auch hochgenaue Geometrien und 3D-Modelle geliefert werden. „Die Eagle-Eye-Daten mit einer Genauigkeit von ein bis zwei Zentimetern in Lage und Höhe dienen hier als sehr gute und belastbare Datengrundlage.“

Bürgermeister Michael Ruf erklärte, dass es ihm wichtig gewesen, sei eine Information über die Möglichkeiten und Technik von „Eagle-Eye“ im Gemeinderat vorzustellen. „Ich fände es schon cool und wichtig so etwas zu haben“, sagte er.