Im Wizemann: Eagle-Eye Cherry Foto: LICHTGUT/Zophia Ewska

Nach fast sechs Jahren meldet sich der schwedische Musiker mit einem neuen Album zurück und ist damit gerade auf Tour. Beim Konzert in Stuttgart begeistert er das Publikum mit einer musikalischen Reise durch seine 25-jährige Karriere.

Mit seiner ikonisch guten Laune kommt Eagle-Eye Cherry Sonntagabend auf die Bühne des Wizemann und legt gleich mit „Back on Track“ los. So heißt auch sein neues Album für das sich der Musiker sechs Jahre Zeit gelassen hatte. Aber jetzt ist er back on track, wieder auf Kurs, und auf Tournee. Mit roter Gitarre und von vier Musikern begleitet, singt er den ruhigen Einstiegssong. Es folgen „Don’t Give Up“ von seinem Album „Sub Rosa“ aus dem Jahr 2003, „Death Defied By Will“ von seinem ersten Album „Desireless“.

 

Reise durch 25 Jahre

Eagle-Eye Cherry singt sich durch seine sechs Alben, die er in über 25 Jahren veröffentlicht hat und liefert sogar noch den völlig neuen Song „Golden“. „Manchmal sagen mir die Leute ich wäre bereits lange im Geschäft. Aber es fühlt sich an, als wäre es erst seit gestern“, ruft der 55-Jährige dem Publikum zu.

Bei „Falling in Love“, vom Album „Desireless“ sind die Zuschauerinnen und Zuschauer immer noch so begeistert wie 1998. Seine rockigen Songs überzeugen heute genauso wie damals. Als Eagle-Eye Cherry seinen Fans zuruft „Sing für mich Stuttgart“, singen alle mit und er antwortet: „I’m falling in love with Stuttgart“.

Fünf Jahre Pause

Vor fünf Jahren, also vor der Pandemie, gab Eagle-Eye Cherry das letzte Mal ein Konzert in Stuttgart, und seit dieser Zeit hätte er dauernd an Stuttgart gedacht. So ganz nimmt ihm das Publikum das nicht ab, freut sich trotzdem. Es ist ein fließender Übergang zur Ankündigung für „Thinking About You“.

Dennoch, in der Tat ist Eagle-Eye Cherry einer der Künstler, die dafür bekannt sind, sich rar zu machen. Der Schwede hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach einige Jahre pausiert und sich bewusst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. An seiner Bühnenpräsenz hat das nichts geändert. Er reißt das Publikum mit. Bei „Streets of You“ und „First to Fall“ tanzt der Saal ausgelassen mit und auch sein launiger Nöll-Song „One of Those Days“, über Tage, an denen man am besten gar nicht erst aufstehen sollte, kommt super an.

Ohne „Save Tonight“ geht es nicht

„Habt ihr noch Spaß?“, ruft er der Menge zu, das Konzert erreicht seinen Höhepunkt. Laute Rufe sind die Antwort. Es wird laut, rockig, bunt bei „Are You Still Having Fun”, singen und tanzen fast alle mit. Und damit verabschiedet sich Cherry.

Doch war da nicht noch was? Eagle-Eye verabschiedet sich, ohne seinen Hit zu singen, der auf immer und ewig mit seinem Namen in Verbindung gebracht werden wird: „Save Tonight“. Es ist das Lied, das ihn vor einem Vierteljahrhundert zu einem Megastar gemacht hatte, es wird bis heute gespielt und ist der Ohrwurm schlechthin. Nach Zugabe-Rufen kommen die Musiker wieder auf die Bühne und als die ersten Akkorde ertönen, ist klar – ohne diesen Hit von 1997/98 geht es nicht. Handys werden in die Höhe gehalten und das Publikum nimmt auf, wie der Musiker seinen legendären Song singt. Doch sie sollen mitmachen: „Save tonight and fight the break of dawn / Come tomorrow – tomorrow I’ll be gone“, singen die Fans textsicher mit. Mit dem ruhigen “Knockin’ on Heaven’s Door” von Bob Dylan verabschiedet sich Mr. Cool nun endgültig an diesem Abend.