Wegen der niedrigen Nachfrage produziert Porsche den Taycan nur noch in einer Schicht. Für Beschäftigte, die ihre Schichtzuschläge behalten wollen, hat das Unternehmen nun eine Regelung gefunden.
Der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche will die Kürzung der Produktion des vollelektrischen Supersportwagens Taycan ohne Einschnitte für die Beschäftigten umsetzen. Nach Informationen unserer Zeitung sollen die Schichtzuschläge trotz des Übergangs zum Einschichtbetrieb zunächst auch den Beschäftigten weiter gezahlt werden, die in der Produktion des Taycan arbeiten, obwohl sie keine Spätschicht mehr haben, für die es Extra-Geld gibt.
Ein Teil der Beschäftigten, die bisher in der Taycan-Produktion tätig waren, wird an anderen Modellen arbeiten. Arbeitsplätze der Stammbelegschaft sind demnach durch die Entwicklung nicht betroffen. Die Vereinbarung, die unter anderem die Fortzahlung der Schichtzuschläge regelt, gilt zunächst bis Jahresende. Vor dem Auslaufen der Regelung soll die wirtschaftliche Lage neu bewertet werden.
Porsche-Chef Blume erwartet V-förmige Entwicklung
Da derzeit fast die gesamte Modellpalette ausgewechselt wird, ist die Nachfrage momentan besonders gering, weil viele Kunden auf die neuen Modelle warten. Konzernchef Oliver Blume sprach in der Vergangenheit von einer V-förmigen Entwicklung. Unter anderen durch eine starke Verzögerung beim Marktstart des Mini-SUV Macan, bedingt durch Probleme mit der Softwareentwicklung im Volkswagen-Konzern, kommt es zu einer starken Ballung von Modellanläufen.
Für die nächste Zeit setzt Porsche auf einen anziehenden Absatz, auch bei Fahrzeugen, die in Zuffenhausen gebaut werden wie dem Porsche 718 Cayman und dem 718 Boxster, die bald in vollelektrischer Motorisierung auf den Markt kommen werden.
Da sich auch der Taycan derzeit im Modellwechsel befindet und in einer Neuauflage mit deutlich weiterentwickelten Technologien auf den Markt kommt, könnte – je nach Entwicklung der Verkaufszahlen – auch der Zweischichtbetrieb für dieses Modell wieder zurückkehren.
In China fehlt der Luxus-E-Markt
Der Absatz des Taycan leidet, wie berichtet, unter dem schwachen Markt für E-Autos insgesamt und dem sehr verhaltenen Interesse in China an vollelektrischen Luxusfahrzeugen. Das dortige stürmische Wachstum des Elektroabsatzes ist vor allem auf das mittlere und untere Segment zurückzuführen. Mit dem kleinen SUV Macan, der in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen soll, bringt Porsche erstmals auch unterhalb des Top-Segments ein vollelektrisches Fahrzeug auf dem Markt.
Porsche wollte die Informationen unserer Zeitung nicht kommentieren.