Ludwig Stiehle (links) und Peter Hilse präsentieren die neuesten Bikes. Foto: Merk

Die Fahrradsaison beginnt und E-Bikes sind gefragter denn je. Welche Neuerungen es gibt und worauf Käufer achten sollten, erklären zwei Experten aus Sulz. Ludwig Stiehle und Peter Hilse haben durch ihr Fachgeschäft  langjährige Erfahrung bei der Frage, auf was es ankommt.

Die Sonne zeigt sich immer häufiger und lädt dazu ein, wieder mehr Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Das motiviert viele Radfahrer, ihren Drahtesel aus der Winterpause zu holen. Wer bereits Rad fährt – oder es noch vorhat –, sollte dabei einige Dinge beachten.

 

Der Anteil der E-Bike-Fahrer steigt stetig. Mittlerweile verfügt über die Hälfte der verkauften Fahrräder über einen Elektroantrieb. „Manche holen bei mir schon ihr drittes Rad“, verrät Ludwig Stiehle vom gleichnamigen Sportfachgeschäft in Sulz. Der Ansturm den die Branche um die Pandemie erlebt habe, sei zwar abgeebbt, aber die Verkaufszahlen hielten sich auf hohem Niveau. Letztes Jahr wurden insgesamt rund 2,1 Millionen Räder abgesetzt.

Er empfiehlt allen, die ihr Rad aus der Winterpause holen, es zur Inspektion in ein Fachgeschäft zu bringen. Bei Leasing-Rädern ist dies oft vorgeschrieben. Dort wird das Fahrrad auf seine Verkehrstüchtigkeit überprüft – etwa auf funktionierende Beleuchtung und den richtigen Luftdruck. Speziell beim E-Bike könne man den Akku überprüfen lassen und speziell die Leistungsfähigkeit.

Mehr E-Bikes als Fahrräder verkauft

Landschaftlich eignet sich das Neckartal ideal für das Radfahren mit elektrischer Unterstützung. Deshalb sei es bei ihm auch ganz wichtig, das Rad zu testen – der Hang am Marktplatz biete sich dafür besonders an. Eine individuelle Beratung sei dabei enorm wichtig, um das passende Rad für sich zu finden.

Er beobachte, dass immer mehr Jugendliche auf das E-Bike zurückgreifen. „Einfach weil’s Spaß macht“, sagt. Am Anfang waren die ersten Räder auch eher „bieder“, zum Beispiel mit tiefem Einstieg, daher gekommen, erinnert er sich. Mittlerweile seien die Modelle jedoch sportlicher geworden.

Stetige technische Verbesserungen

Ein allgemeiner Trend zeichne sich in diesem Jahr nicht ab. Alles werde nachgefragt und gekauft, seien es Trekking-Räder oder Mountainbikes. Doch der sportive Bereich werde immer größer. Es gibt stetige technische Verbesserungen, etwa in der Motortechnik oder bei der Reichweite – hier spielt vor allem der Akku eine zentrale Rolle.

Dort sehe man auch die größten Innovationen im Bereich der Akkugröße und der dadurch resultierenden höheren Zahl an Wattstunden. Man könne aber nicht pauschal sagen, wie der maximale Radius eines neuwertigen Akkus sei. Das hänge unter anderem vom gewählten Programm, der Steigung oder auch dem eigen Körpergewicht ab.

Nicht das billigste Angebot zahlt sich aus

Der ehemalige Radrennrennfahrer Peter Hilse, der für einen großen Hersteller als Vertreter arbeitet, rät vor allem beim Kauf auf einen Fachhändler mit Expertise zu vertrauen. Nicht das billigste Angebot zahle sich auf Dauer aus, sondern Qualität, die ihren Preis habe.

Insgesamt sei es auch wichtig auf die Sicherheit zu achten und sich die bewusst zu machen, dass man ohne Anstrengung auf eine hohe Geschwindigkeit komme. Die Unfälle stiegen an, das liege auch an der Infrastruktur.

Die Idee für einen verpflichtenden „Fahrradführerschein“, hält er für weniger sinnvoll. Er appelliert an das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen, die Geschwindigkeit den eigenen Fähigkeiten anzupassen.

Durch Lagerbestände gibt es Angebote

Nach dem Allzeithoch in der Fahrrad- und E-Bike-Produktion in Deutschland im Jahr 2022 kam es wegen der zwischenzeitlich eingebrochenen Nachfrage zu übervollen Lagern. Hier könne man auch teilweise gut Angebote ergattern, aber die Räder der neusten Generation seien weiterhin im oberen Preissegment angesiedelt, so Hilse.

Am Sonntag, 6. April, findet auf dem Marktplatz direkt vor dem Sportfachgeschäft die Fahrradbörse im Rahmen von „Sulz blüht“ statt.