Die beiden knallgelben Schilder an der L 404 kurz vor dem „Durrweiler Kreuz“ signalisieren deutlich: Hier besteht eine erhöhte Unfallgefahr. Diese und weitere Schilder wurden angebracht, nachdem sich die Zahl der schweren Unfälle gehäuft hatte.
Nach mehreren schweren Unfällen mit zum Teil tödlichem Ausgang wurde das „Durrweiler Kreuz“ – der Kreuzungsbereich Durrweiler/Kälberbronn an der Landesstraße 404 – von der zuständigen Verkehrsbehörde als Unfallschwerpunkt eingestuft. Zuletzt hatte es dort innerhalb weniger Wochen zwei schwere Unfälle gegeben, bei denen drei Menschen zu Tode kamen.
Weshalb es dort so oft kracht, erscheint auf den ersten Blick unverständlich. Schließlich verläuft die L 404 an dieser Stelle kerzengeradeaus und ist in beide Richtungen weithin einsehbar. Doch gerade das verleitet wohl viele Motorrad- und Autofahrer zum Rasen.
Nicht selten werden an dieser Stelle Fahrzeuge, die sich an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern halten, noch kurz vor der Kreuzung oder gar quer über den gesamten Kreuzungsbereich überholt. Und das, obwohl es hier Abbiegespuren mit durchgezogenen Linien gibt. Es wurde auch schon beobachtet, dass Motorradfahrer die Strecke zunächst langsam abfahren und dann, sofern keine Blitzer aufgestellt sind, umdrehen, durchstarten und mit Vollgas über die Kreuzung heizen.
Schilder sind Resultat der Verkehrsschau
Um weitere schwere Unfälle zu vermeiden, fand im März eine kurzfristig anberaumte Verkehrsschau mit Vertretern der Gemeinde Pfalzgrafenweiler, des Landratsamts Freudenstadt, des Regierungspräsidiums Karlsruhe sowie der Polizeidirektion Pforzheim statt.
Das Ergebnis: Neue Schilder sollten aufgestellt werden, um auf die besondere Unfallgefahr an dieser Stelle aufmerksam zu machen, und die vorhandenen Wegweiser Richtung Dornstetten und Altensteig sollten so versetzt werden, dass sie die von Durrweiler und Kälberbronn in die Landesstraße 404 einbiegenden Fahrer nicht in ihrer Sicht behindern.
Langfristig, so bestätigt die Pressestelle des Regierungspräsidiums Karlsruhe auf Anfrage unserer Redaktion, soll ein Kreisverkehr die Kreuzung ersetzen und den Unfallschwerpunkt entschärfen. Doch bis die Maßnahme umgesetzt werden kann, wird es wohl noch eine Weile dauern.
Polizei will weiterhin verstärkt kontrollieren
Die neuen Schilder gibt es jedenfalls schon: Zwei große, knallgelbe stehen jetzt an der L 404 und weisen die Verkehrsteilnehmer aus Richtung Herzogsweiler und Pfalzgrafenweiler mit großer Schrift auf die Unfallgefahr hin. Und auch die großen Wegweiser wurden versetzt. Der eine, auf der Verkehrsinsel direkt im Kreuzungsbereich, wurde höher platziert, und der andere, direkt an der L 404, tiefer ins Gelände versetzt.
Aber auch an den beiden Zufahrtsstraßen von Durrweiler und Kälberbronn ist etwas passiert. Hier stehen jetzt ebenfalls zwei Warnschilder. Und damit auch jeder schon von Weitem sehen kann, dass im Kreuzungsbereich Tempo 80 gilt, wurden zusätzlich auch noch die Schilder, die auf diese Geschwindigkeitsbegrenzung hinweisen, vom zuständigen Straßenbauamt des Landratsamts Freudenstadt durch größere ersetzt.
Dass auf der L 404 teilweise gerast wird, und zwar nicht nur im Bereich „Durrweiler Kreuz“, ist auch im Polizeipräsidium Pforzheim bekannt, das zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zuletzt verstärkt Geschwindigkeits- und auch Zweiradkontrollen am „Durrweiler Kreuz“ vorgenommen hat. Dabei wurden mehrere Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt. Deshalb sollen, wie ein Pressesprecher des Polizeipräsidiums auf Nachfrage ankündigt, auch weitere Kontrollen folgen. Das Polizeirevier Horb und die Verkehrsdienstaußenstelle Freudenstadt befänden sich diesbezüglich mit dem Landratsamt Freudenstadt und dem Regierungspräsidium Karlsruhe im Austausch.