Den knappen Rückstand aus dem Hinspiel haben die Handballer aus dem Ried gegen Wolfschlugen am Sonntagabend noch gedreht. Es herrschte grenzenloser Jubel.
WOLFSCHLUGEN. Aufstiegsrelegation zur Regionalliga, Rückspiel: TSV Wolfschlugen - HTV Meißenheim 34:35 (18:20). Die Riedgemeinde Meißenheim ist zur Spielzeit 2026/2027 Bestandteil der Landkarte der Regionalliga-Spielorte. Das ist seit Sonntagabend Fakt, nachdem der HTV Meißenheim das Rückspiel der Aufstiegsrelegation beim TSV Wolfschlugen vor den Toren Stuttgarts mit 35:34 (20:18) für sich entschied. Damit stach das Regelwerk der mehr erzielten Auswärtstreffer, nachdem der Riedverein das Hinspiel am vergangenen Donnerstag noch zu Hause mit 30:31 verlor.
Im Nachgang des Hinspiels hatten Stuttgarter Medien von „einem entscheidenden Schritt“ Wolfschlugens getitelt und von einem „Zug, der zur Abfahrt bereit steht“. Solch großsprecherische Töne wurden von HTV-Seite nicht geführt. Man erkannte die starke TSV-Leistung als das an, was sie war – jedoch ohne die eigenen Stärken außer Acht zu lassen. „Wir können uns definitiv steigern, auch spielerisch“, merkte HTV-Trainer Christoph Baumann noch am Freitag an.
Genau das gelang seiner Mannschaft vor proppenvoller Kulisse in der Sporthalle zu Wolfschlugen. Früh setzte sich der Gast aus der Ortenau mit vollem Einsatz in der Abwehr zur Wehr, fand viel besser gegen eine gnadenlose 3:2:1-Abwehr des TSV in die Räume als noch im Hinspiel, blieb abgeklärter vor Gegners Tor und setzte sich zeitig ab. Über 4:7 nach acht und 8:11 nach 14 Minuten lieferte der schon in der regulären Saison so starke HTV-Rückraum um Alexander Velz, Thorsten Fink und Niklas Huser immer wieder ab und die Gäste zogen nach vorne.
Das Tempo der Begegnung war atemberaubend. Beide Mannschaften agierten – im Wissen, was auf dem Spiel stand – diszipliniert, ohne aber zu sehr das Visier durchgängig geschlossen zu halten. Dem HTV unterliefen vergleichsweise wenig Fehler. Über 13:15 in Minute 21 wurde der Abstand bei zwei Treffern zur Pause gehalten.
Team springt für Alexander Velz in die Bresche
Auch nach dem Wiederanpfiff war Meißenheim sofort wieder präsent und stemmte sich dem nun vermehrt drückenden Kontrahenten mit Macht entgegen. Selbst, als das Spiel zu kippen drohte, sorgte Velz für das wichtige 24:26 in Minute 41.
Zwei Minuten später flog der ehemalige Bundesligaakteur nach einer Abwehraktion vom Feld. Seine Mitspieler sprangen kollektiv in die Bresche und gestalteten die Unterzahl-Phase mit 2:0 Toren. Das war die vielleicht wichtigste Reaktion in den gesamten 60 Minuten, denn bei allem Druck, den der Gegner aufbaute, war Meißenheim ab diesem Zeitpunkt nicht mehr aufzuhalten. Bis auf 26:31 in Minute 51 enteilte der Gast und transportierte das Ergebnis bis zum 32:35.
„In den letzten anderthalb Minuten erlauben wir uns ein bis zwei technische Fehler, der TSV machte komplett auf – und es wurde eng“, skizzierte Baumann. Beim 34:35 hielt Steffen Bader, der den HTV mit dem ebenso starken Thorsten Fink bekanntlich verlässt, den entscheidenden letzten Ball fest.
Der Rest war grenzenloser Aufstiegsgästejubel. „Es war ein überragendes Spiel. Gerade, wie das Team nach der Roten Karte noch zurückgekommen ist – das kam Weltklasse gleich“, sagte ein undenkbar glücklicher Meißenheimer Coach.
HTV Meißenheim: Bader, Zander; Weiser, Zürcher 1, Karner, Huser 6, Leppert 1, Funke 2, Haag 2, Hasemann 3/2, Haffner, Velz 8, Häß, Ammel 5, Fink 7.