Johannes Wally (links) und Noah Maurer spielen für den SSV Reutlingen in der Oberliga. Foto: SSV

Noah Maurer aus Starzach und Johannes Wally aus Göttelfingen wollen mit dem SSV Reutlingen in der Oberliga bleiben. Wir haben die 19-Jährigen zu einem Gespräch getroffen.

Am Samstag startete Fußball-Oberligist SSV Reutlingen in die Vorbereitung und damit gleichbedeutend mit der „Mission Klassenerhalt“. Mit Noah Maurer (Starzach) und Johannes Wally (Göttelfingen) waren auch zwei Akteure aus dem hiesigen Kreis mit am Ball.

 

Einen Tag zuvor trafen wir die beiden 19-Jährigen zum Gespräch. Mit Blick auf den Re-Start, welcher zugleich die erste Einheit unter der Ägide von Neu-Coach Thomas Herbst war, meinten sie: „Ich verspüre Vorfreude und Aufbruchsstimmung. Man hat viel Gutes vom neuen Trainer gehört. Er hat jeden Spieler auch im Vorfeld angerufen“, so Wally. Maurer ergänzt: „Ich habe auch richtig Bock. Es ist aber auch Druck dahinter, wir wollen und müssen da unten in der Tabelle raus.“

Mitten im Abstiegskampf

Wahre Worte, denn als Tabellenviertletzter wäre der Traditionsverein nach aktuellem Stand abgestiegen und würde 2026/27 tatsächlich in der Verbandsliga spielen. Mit solchen Szenarien beschäftigen sich die Akteure an der Kreuzeiche aber noch nicht. Maurer und Wally sagen unisono: „Wir haben einen super Kader und einige Rückkehrer, die verletzt waren. Das kann uns nochmal mehr Wucht geben.“ So waren unter anderem die Ex-Balinger Marcel Binanzer und Jonas Meiser beim Trainingsauftakt wieder dabei – und mit Moritz Kuhn dürfte ein Unterschiedsspieler auch wieder bei 100 Prozent sein.

Neben diesen arrivierten Kräften stehen inklusive von Maurer und Wally acht Spieler des Jahrgangs 2006 im SSV-Kader. Man setzt also auf den eigenen Nachwuchs, der vergangene Saison in der DFB-Nachwuchsliga überzeugte und so manches Nachwuchsleistungszentrum ärgerte. „Männerfußball ist aber etwas ganz Besonderes“, betont Maurer. Wally fügt hinzu: „Man braucht eine deutlich höhere Handlungsschnelligkeit, aber es macht sehr viel Spaß.“

Bekannt aus Stützpunkt-Zeiten

Die beiden kennen sich bereits seit den Zeiten im DFB-Stützpunkt. In der D-Jugend beginnen die zusätzlichen Einheiten für die talentiertesten Spieler jedes Kreises. „Wir sind auch ab und an zusammen nach Ruit gefahren. Richtig intensiv wurde der Kontakt dann jedoch beim SSV“, so Maurer. Dieser wechselte von seinem Heimatverein einst zur TSG Balingen, Wally nahm den Weg über den TuS Ergenzingen – nun tragen beide das Trikot der Reutlinger.

Dabei kann Wally getrost als Stammspieler in der laufenden Spielzeit bezeichnet werden. In 16 von 19 Partien wurde er eingesetzt, lief dabei zwölf Mal von Beginn an auf. Kurz vor der Winterpause gelang dem zentralen Mittelfeldspieler beim 1:1 gegen den FC 08 Villingen sein bisher einziges Saisontor. Maurer stand in elf Partien auf dem Feld (1x Startelf, 2 Saisontore) und sammelte den Großteil seiner Einsatzzeit unter Marvin Petzschner.

Lob für Marvin Petzschner

Der ehemalige Spieler des SV Wachendorf ist ein weiterer Anknüpfungspunkt in den Fußballbezirk Nordschwarzwald. Nachdem er für drei Partien (vier Punkte) als Interimstrainer eingesprungen war, fungiert er nun als Co-Trainer von Herbst – sehr zur Freude von Maurer und Wally. Ersterer erklärt: „Mit ihm kam wieder richtig Leidenschaft rein. Es ist super, dass er als Co-Trainer bleibt. Sein menschlicher Input ist unglaublich.“

Debakel führt zur Entlassung

Sein Vorgänger Alexander Strehmel war nach dem 1:5-Debakel beim Türk. SV Singen freigestellt worden. Für die beiden Youngsters waren das Abläufe, die sie so aus dem Jugendbereich nicht kannten. „Das war so ein wenig wie ein Film – und ganz neu für uns. Nach der Partie war aber klar, dass etwas passiert.“

Die Tradition des SSV Reutlingen, die in guten Zeiten eine unfassbare Wucht entwickeln kann, in einer Krise aber auch zusätzlichen Ballast bringen kann, sei deutlich zu spüren. Wally führt aus: „Wenn man auf das Gelände kommt, spürt man schon, wie viele Menschen am Verein hängen und auch beteiligt sind. Es ist ein Privileg, wenn man sieht, wie wir auswärts und auch bei den Heimspielen von den Fans unterstützt werden.“

Tolles Gastspiel beim VfR Aalen

Highlight der beiden sei das Gastspiel beim VfR Aalen vor über 4000 Zuschauern gewesen. „Das war ganz besonders“, sagt der Göttelfinger. Maurer merkt an: „Es ist schon ein Scheißgefühl, wenn man nach einer Niederlage den Fans in die Augen schaut. Gleichzeitig gibt es aber auch Motivation, es nächstes Mal noch besser zu machen.“ So könne die Atmosphäre einen gerade als junger Spieler eher beflügeln.

Man darf gespannt sein, wie sich die Lage an der Kreuzeiche in der zweiten Halbserie entwickelt. Eines steht fest: Noah Maurer und Johannes Wally werden alles geben, um ihren Beitrag zum Klassenerhalt zu leisten.