Zum Heulen: Selbst moderne Elektronik hat ihre Tücken. Jetzt soll die gute alte Sirene wieder ran. Foto: Symbol-Foto: Büttner/dpa

Nach Alarmierungschaos im Rheinland und verpatztem Alarmtag besinnen sich die Fachleute wieder auf bewährte Technik.

Dunningen - Jeder hat sie noch vor Augen, die schrecklichen Bilder aus den Flutgebieten in Nordrhein-Westfalen. Zerstörte Häuser, verzweifelte Menschen. Viele wurden von den Wassermassen überrascht, die Alarmierung funktionierte nicht. Ein Landrat stolperte schließlich über das Alarm-Chaos. Auch der groß angekündigte Warntag einige Wochen später wurde ziemlich vermasselt.

Inzwischen schauen Fachleute wieder auf die Technik von gestern. Die gute alte Sirene, in vielen Städten und Gemeinden abgebaut oder nicht mehr funktionstüchtig, soll wieder zu Ehren kommen. Vermisst hat die Sirenen eigentlich keiner. Die Feuerwehr wird inzwischen per Funkempfänger alarmiert.

Der penetrante Heulton, den Ältere noch aus ihrer Kindheit kennen, soll auch in Dunningen wieder erklingen – wenn es denn Zuschüsse gibt.

Sirenen sind ein etabliertes Warnmittel

"Das Handy allein reicht nicht, das hat sich gezeigt", so Bürgermeister Peter Schumacher. "Im Störungsfall können wir so nicht lückenlos warnen." Dies gelte besonders für die Nachtstunden, in denen kein Radio laufe und die Handys auf stumm geschaltet seien. Sirenen seien insofern ein etabliertes Warnmittel, müssten jedoch in ein Gesamtkonzept eingefügt werden.

Inzwischen habe das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ein Förderprogramm mit rund 90 Millionen Euro aufgelegt, um Sirenen zu installieren. Er würde da gern einsteigen, so Schumacher. In der Gemeinderatssitzung am Montag ging es allerdings zunächst um einen Grundsatzbeschluss, ob die Gemeinde Dunningen teilnehmen wolle.

Eine Schallprognose habe ergeben, dass für die Gesamtgemeinde fünf Sirenen ausreichen würden. Die Kosten lägen bei rund 100 000 Euro, er rechne mit rund 65 000 Euro an Fördermitteln.

Wolfgang Mauch interessierte, wo die Geräte installiert würden, um möglichst alle Einwohner zu erreichen. Schumacher geht davon aus, dass die jeweiligen Rathäuser in Dunningen, Seedorf und Lackendorf günstige Standorte seien. Jeweils eine zweite Sirene sei in Seedorf und Dunningen-Ort sinnvoll.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, dass die Verwaltung zunächst klärt, ob Zuschüsse kommen, um dann weiter zu machen. "Wir werden uns noch einmal unterhalten, wenn der Förderbescheid da ist", versprach Bürgermeister Schumacher.