Bauamtsleiterin Karola Heinz an der neuen Abgasmessung, hinter ihr der mächtige Kessel der neuen Hackschnitzelheizanlage.Foto: Schönfelder Foto: Schwarzwälder Bote

Heizzentrale: Von Schnecken mit Schluckauf und Speichern, die man nicht unsichtbar machen kann

Schön mollig ist’s hier, aber das ist bei einer Heizzentrale wohl auch nicht anders zu erwarten. Die komplette Anlage wird seit dem Herbst nach und nach erneuert. Bauamtsleiterin Karola Heinz ist soweit zufrieden. Aber es gibt noch einiges zu tun.

Dunningen. Die Gemeinde Dunningen ist stolz auf ihr Nahwärmenetz, mit dem einige gemeindeeigene Gebäude geheizt werden. Inzwischen war die Anlage in die Jahre gekommen und muss nach und nach ersetzt werden. Ein sowohl finanzieller als auch logistischer Kraftakt. Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen.

Beim Betreten der Heizzentrale im Keller der Eschachschule prallt man zunächst fast gegen einen mannshohen Metallschrank, der früher nicht dort stand. In diesem Schrank werden, so erläutert Karola Heinz, die Abgase der Hackschnitzelheizanlage nach neuesten Umweltvorschriften geprüft.

Überhaupt, die Hackschnitzelanlage. Früher ein Sorgenkind, weil die Zuführungsschnecke öfter mal "Schluckauf" bekam, ist inzwischen ersetzt. Das Hackschnitzellager wurde umgebaut, die Zuführungsschnecke und der Kessel ersetzt. Auch die Kamine wurden erneuert. Und alles funktioniert tadellos. Gut, beim Fortgang der Arbeiten hat es durchaus mal geholpert. Wann kann ich was bei laufendem Betrieb abhängen, ohne dass jemand friert, und wie lang dauern die Arbeiten?

Der Energiebeauftragte der Gemeinde, Ralf Emminger, hatte deshalb ein waches Auge auf die Arbeiten, musste mitunter ein wenig antreiben und die Handwerker ein bisschen anschubsen, erläutert Heinz. So ein Umbau sei durchaus knifflig, aber jetzt laufe alles, bis auf ein paar Kinderkrankheiten in der Anlaufphase, problemlos. Im Grunde habe der Ersatz mit der richtigen Organisation gut geklappt. Die Komponenten, die noch nicht ersetzt wurden, laufen ganz normal weiter, die Versorgungssicherheit ist laut Fachingenieur Konrad Nübel vom Büro IBS aus Bietigheim-Bissingen in jedem Fall gegeben.

Als nächster Schritt ist der Ausbau und Ersatz des Blockheizkraftwerkes (BHKW) vorgesehen. Das werde auch planmäßig geschehen, kündigt Heinz an. Das BHKW ist eigentlich noch ganz gut in Schuss, aber die Förderung für einen Austausch läuft am Ende des Jahres aus. Daher heißt das Motto "Wann sonst, wenn nicht jetzt?" Anschließend erfolgt der Austausch des sogenannten Spitzenkessels. Dieser schaltet sich automatisch ein, wenn Wärme über den normalen Bedarf hinaus benötigt wird. Auch er wird einen Nachfolger finden.

Das positive Bild in der leicht überhitzten Heizzentrale hat jedoch noch einen Haken. Karola Heinz weist auf die beiden Pufferspeicher, die je rund 3000 Liter Wasser enthalten. "Die sind jetzt zu klein", verkündet die Bauamtsleiterin. Auch hier muss Ersatz her. Der neue Speicher, es ist nur einer, fasst 50 000 Liter. Damit ist er für die Heizzentrale zu groß. Also, wohin damit? Wo er schließlich untergebracht wird, das ist noch nicht geklärt.

"Wir warten auf Vorschläge des Ingenieurbüros", so Heinz. Man könnte das Riesending draußen irgendwo, natürlich nicht allzu weit entfernt, hinlegen oder -stellen. Würde man ihn vergraben, würden weitere Kosten entstehen, unter anderem bei der Entsorgung des Aushubs. Einige Gemeinderäte können sich mit der oberirdischen Lösung noch nicht richtig anfreunden, denn so ein Kessel ist schwerlich zu übersehen.

Noch heißt es also warten auf das Ingenieurbüro, das das Problem noch nicht endgültig gelöst hat.

Wenn die großen Anlagen ersetzt sind, geht es an den "Kleinkram". Im Zuge des Umbaus werden alle Leitungen, Anschlüsse und Pumpen des Nahwärmenetzes überprüft. An den Leitungen wird man wohl nichts machen müssen, andere Teile, bei denen Handlungsbedarf besteht, werden ersetzt.

Erfreuliches gibt es bei den Kosten. Das Mammutprojekt liegt im Kostenrahmen, die Hackschnitzelanlage wurde sogar günstiger als vorher berechnet. Da gibt’s von Karola Heinz auch ein Lob für das Ingenieurbüro: "Das ist alles gut kalkuliert."

Schließlich geht es zurück an die frische Luft. Unten ist es gefühlt immer wärmer geworden. Aber es ist ja auch die Heizzentrale.

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