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Dunningen Wider den politischen Schlendrian

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Ein breites Bündnis über Parteien und Institutionen hinweg unterstützen die Thementag, hier nur wenige Vertreter (von links, vordere Reihe): Julius Wilbs und Ursula Graf vom Heimat- und Kulturverein und Bürgermeister Peter Schumacher; (obere Reihe, von links) Karl Storz vom Vereinsring, Rektor Marcus Streule und Jürgen Lurk (SPD) als Vertreter der Parteien. Foto: Schönfelder Foto: Schwarzwälder Bote

Die Demokratie ist ein hohes Gut, und es lohnt sich, sie zu verteidigen. Dass es kein leichter Weg zu Parlament, Wahlrecht und Grundgesetz war, ist das verbindende Element der diesjährigen Dunninger Thementage.

Dunningen. Die Thementage haben in der Eschachgemeinde Tradition. Diesmal sollen wieder gleich mehrere Veranstaltungen unter einem großen Motto stehen. Es geht in mehreren hochkarätigen Vortragsveranstaltungen und Ausstellungen um das Thema "Demokratie – Politik – Zukunft". Dazu hat sich ein breites Aktionsbündnis aus Gemeindeverwaltung, Parteien, Vereinen, Institutionen, Schulen und den Kirchengemeinden gebildet.

Das Thema habe sich förmlich aufgedrängt, so Ehrenbürger Julius Wilbs, dem es eine Herzensangelegenheit ist, im Pressegespräch am Donnerstagabend. 2019 ist ein Jahr der besonderen Jubiläen: 100 Jahre Weimarer Republik, 70 Jahre Bundesrepublik und 30 Jahre Wiedervereinigung – zudem wird im Mai ein neues Europaparlament gewählt.

Gleich zu Anfang ein Kracher

Begnügte man sich im vergangenen Jahr noch mit einem einzigen Bildungs-Thementag, so sind nun gleich drei Vorträge mit hochkarätigen Referenten zum Thema Demokratie geplant. Die Auftaktveranstaltung am Freitag, 29. März, ist bereits ein "Kracher", wie Bürgermeister Peter Schumacher schmunzelnd formuliert.

Als Redner konnte der ehemalige Ministerpräsident Erwin Teufel gewonnen werden. Er spricht ab 19 Uhr in der Turn- und Festhalle zum Thema "100 Jahre Republik – Das Ringen um Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Frieden und Freiheit". Ergänzt wird sein Vortrag durch die Eröffnung der Dauerausstellung der Landeszentrale für politische Bildung "Der Erste Weltkrieg: Abschiede und Grenzerfahrungen, Alltag und Propaganda". Die musikalische Umrahmung der Veranstaltung übernimmt der Popchor, es bewirtet der Vereinsring.

Fortgesetzt wird der Veranstaltungsreigen am Freitag, 14. Juni, um 19 Uhr mit der Eröffnung der Ausstellung "Die Revolution 1918/19 im Spiegel zeitgenössischer Postkarten" im Rathaus Dunningen. Der Schramberger Stadtarchivar Carsten Kohlmann wird einen Impulsvortrag zum Thema halten. Beide Ausstellungen werden vier Wochen zu sehen sein.

Aber die Thementage sollen nicht auf Dunningen beschränkt bleiben. Der Sulzer Stadtrat und langjährige SPD-Vorsitzende Klaus Schätzle wird sich am Freitag, 11. Oktober, in seinem Vortrag in der lackendorfer Eschachtalhalle mit dem Thema "Die widerwillige Revolution – Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte im Kreis Rottweil 1918 bis 1920" beschäftigen.

Fortgesetzt werden die Thementage mit der näheren Heimatgeschichte und dem einem Referat des "Exildunningers" Edwin Ernst Weber mit der Themenstellung "Bürgerrechte für die Armen? Innerdörfliche Sozialkonflike um die Teilhabe an Genossenschaft und Gemeinde in Dunningen und Seedorf im 17. und 18. Jahrhundert". Zu hören ist er am Freitag, 15. November, ab 19.30 Uhr in der Cafeteria des Seniorenzentrums Eschachtreff in Seedorf.

Abgeschlossen werden die Thementage am Volkstrauertag am 17. November, der den Opfern von Krieg und Verfolgung gewidmet ist. Man wolle diesmal das gewohnte Prozedere aufbrechen und die Grund- und die Eschachschule stärker einbinden, erläutert Bürgermeister Schumacher.

Alle Beteiligten betonten im Gespräch, dass die Thementage 2019 durchaus nicht nur auf den von vorn herein historisch Interessierten zielen, sondern vor allem die junge und mittlere Generation im Auge haben.

Populisten nicht das Feld überlassen

Dass wir heute in einem wohlhabenden Staat in Frieden in einer gefestigten Demokratie leben, werde von vielen vielleicht sogar als selbstverständlich angesehen. Dass dem nicht so sei, ergänzt Julius Wilbs, das machten die Vorträge und Ausstellungen sichtbar.

Angesichts der Verächtlichmachung der Demokratie durch Populisten von rechts und links sei es umso wichtiger für sie zu kämpfen. Dazu sei es notwendig die Vergangenheit zu kennen und sie gewissermaßen in die Gegenwart zu holen. Das Feld und somit die Straße dürfe nicht den Feinden der Verfassung überlassen werden, so Wilbs leidenschaftlich. Aber leider hätten sich beispielsweise bei der Wahlbeteiligung eine Art Schlendrian und Gleichgültigkeit eingeschlichen. Vielleicht könnten die Thementage dazu beitragen, dass allen bewusst werde, was es bedeute in einer Demokratie leben zu dürfen.

Demokratie sei ein wichtiges Gut, und deshalb spiele sie auch in der Grundschule als Thema eine Rolle, betont Rektor Marcus Streule. So werde er mit den Schülern das Dunninger Rathaus besuchen, um Bürgermeister Peter Schumacher ganz konkret beim "Regieren" zuzusehen. Auch die Eschachschule wird das Thema im Unterricht umsetzen.

Das breite Bündnis, das sich zu den Thementagen zusammengefunden habe, zeige die feste Verankerung der Demokratie in Vereinen und Institutionen, so Schumacher.

Ihre Redaktion vor Ort Rottweil

Armin Schulz

Fax: 0741 5318-50

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