Die Christophorus-Kapelle ist ein Werk von Tobias Kammerer (Mitte). Foto: Ziechaus Foto: Schwarzwälder-Bote

Gut besuchte Kunstwanderung mit Tobias Kammerer von St. Veronika bis zur Christophorus-Kapelle

Von Christoph Ziechaus

Dunningen. Bei den Dunninger Thementagen wurde die Verbindung von Kunst und Kultur beim Kunstspaziergang des Heimat- und Kulturvereins zu fünf Werken der Glasmalerei von Tobias Kammerer erwandert.

Den Weg durch die Gemeinde hat der Künstler aus Rottweil an fünf Stationen mit Fantasie und Farbe markiert: Vom Pflegeheim St. Veronika im Haus am Adlerbrunnen in der Ortsmitte ging es bis zum höchsten Punkt auf dem Stauden mit der St. Christophorus-Kapelle.

Die Legende der heiligen Veronika sei auf der Eingangstür zum Pflegeheim als Glasmalerei dargestellt, erklärte Tobias Kammerer sein Werk. In roten Farbtönen zeige er die Situation der Kreuzigung, bei der Veronika aus der gaffenden Menge tritt und Jesus ein Schweißtuch reicht. Diese Hilfe unterstreiche er mit Grün als Farbe der Hoffnung, die auch im Glasfenster im Turm der Martinuskirche aufscheine.

Julius Wilbs hatte diese Urkirche für die gesamte Region mit dem Turm als dem ältesten Teil vorgestellt. Die Glascollage mit St. Martin war vor 14 Jahren entstanden, wie auch die anderen Arbeiten auf private Initiative, die für die Bürgerschaft in Dunningen besonders bemerkenswert sei. Dieses Engagement habe zur Renovierung der Heilig-Kreuz-Kapelle vor 15 Jahren geführt, erklärte Otto Käppeler.

Hier konnte Kammerer den Innenraum nach seinen Vorstellungen mit dem "aus dem Boden wachsenden Altar" aus Seedorfer Sandstein und den sechs bunten Glasfenstern, in denen immer ein Kreuz auftaucht, gestalten. Das sei der Legende mit dem Schwein geschuldet, das hier ein Kreuz aus dem Boden gewühlt habe. Diese Szene stelle er in einem Fenster dar, auf dem wohl als einziges in einer Kirche ein Schwein zu sehen sei.

In der Eingangshalle der Elektronik-Firma Bachleitner+Hengel konnte der Glasmaler mit seiner Vorliebe für Abstraktion schnelle Bewegung auf hoch belastbarem Glas darstellen.

Die "Umnutzung eines Wasserreservoirs" bot die "für einen Künstler seltene Situation, etwas komplett gestalten zu können". Dennoch musste Kammerer viel Überzeugungsarbeit leisten für die offene Form der Christophorus-Kapelle mit der halbrunden Glaswand. Die alte Kreuzigungsgruppe aus Villingendorf ist locker vor der modernen Glasmalerei gruppiert. Sakrale Kunst lässt den Blick frei in die profane Kulturlandschaft.

Ihren Blick richten auf den "frühen Kammerer" können Besucher der Sonderausstellung "Kammerer trifft Birkle" in der alten St. Laurentiuskirche in Sulgen ab Sonntag, 2. Mai.

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