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Dunningen Treff-3000-Schließung trifft einige besonders hart

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Unmittelbar vor dem Aus steht der Treff 3000 in der Dunninger Ortsmitte. Foto: Merz

Dunningen - Für die einen, die Kunden, ist es eine Knall-auf-Fall-Schließung, für die Edeka-Südwest ist es eine "strategische Entscheidung". Der Treff 3000 in der Dunninger Ortsmitte schließt in wenigen Tagen.

Besonders schmerzlich betroffen sind die Einwohner des Hauses am Adlerbrunnen, ein Pflegeheim, für die ein wichtiger Teil der sprichwörtlichen Nahversorgung wegfällt. Zwar steht die Gemeinde mit einem weiteren Edeka-Markt am Röteweg immer noch besser da als andere Kommunen, aber das tröstet besonders ältere Dunninger, denen es an Mobilität fehlt, nicht wirklich.

Auf Nachfrage unserer Zeitung hält sich das Unternehmen, was die weitere Entwicklung in Dunningen angeht, bedeckt. Indes, zwischen den Zeilen lässt sich vermuten, dass der Umsatz den Erwartungen nicht entsprochen hat, wovon auch Dunningens Bürgermeister Peter Schumacher überzeugt ist.

Bereits im vergangenen Jahr habe Edeka Südwest die strategische Entscheidung getroffen, sich auf die Kernkompetenz Vollsortiment zu konzentrieren, heißt es in einer Mitteilung aus der Zentrale in Offenburg, und damit die Discounter-Marke und die Vertriebsschiene Treff 3000 nicht weiterzuführen. Im Sommer 2018 seien 80 und damit rund die Hälfte der Treff 3000-Filialen an die Edeka-Tochter Netto abgegeben worden. Rund 40 Märkte seien umgebaut und mit einem neuen Nahversorgungs-Konzept, teils betrieben von selbstständigen Kaufleuten, oder mit einem neuen Drogeriemarkt-Konzept wiedereröffnet worden.

Märkte, die sich, zum Beispiel in Bezug auf die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen, für keine dieser Möglichkeiten eignen, würden ab Anfang Juli (letzter Verkaufstag 6. Juli) nicht weiterbetrieben. In diese letzte Kategorie falle auch der Markt in Dunningen. Dies könnte bedeuten: Der Markt macht zu wenig Umsatz und das wird sich in den Augen der Edeka Südwest auch nach dem neuen Konzept in absehbarer Zeit nicht ändern. Zudem gibt es ja in Dunningen einen zweiten Edeka-Markt.

Die Mitarbeiter sollen allerdings, so macht das Unternehmen deutlich, nicht ins Bodenlose fallen. So heißt es: "Mitarbeiter von Märkten, die nicht weiterbetrieben werden, unterstützt Edeka Südwest dabei, eine Beschäftigung in anderen Märkten des Verbunds zu finden. Sollte dies nicht möglich sein, sollen sozial verträgliche Lösungen gefunden werden." Im Übrigen bitte man um Verständnis, dass man zu einer möglichen Nachnutzung des Markts in Dunningen derzeit keine Auskünfte geben könne.

Regelrecht überfahren von der Entscheidung den Treff 3000 dicht zu machen, fühlt sich allerdings Dunningens Bürgermeister Peter Schumacher. Er wisse erst seit vergangener Woche davon, so Schumacher im Gespräch mit unserer Zeitung. Vorher habe es nie eine Andeutung gegeben. "Die Zahlen haben halt nicht gepasst", ist sich Schumacher sicher.

Das größte Problem sehe er darin, so der Schultes, dass es für die Bewohner des Hauses am Adlerbrunnen nun keinen Markt mehr in fußläufiger Entfernung gebe. Jetzt könnten sie nicht mehr "mal geschwind" was einkaufen. Der Edeka-Markt am Röteweg sei dafür zu weit entfernt.

Gleichwohl will sich Schumacher kümmern und die Suche nach einem Nachfolge-Markt zur "Chefsache" machen. Aber er gibt sich keinen Illusionen hin: "Das wird schwer werden."

Dunningen sei auch kein Einzelfall. Seit Jahren beobachte er, dass die großen Handelsketten ihr Filialnetz ausdünnten und konzentrierten. "Die kleinen Kommunen bleiben auf der Strecke", bedauert Schumacher. Und zwei Läden in einer Gemeinde unter dem Edeka-Dach, dies sei sowieso ungewöhnlich. Schumacher will trotzdem versuchen, einen Nachfolger zu finden. Der Erfolg oder Misserfolg wird sich zeigen.

Schumacher kreidet der Edeka Südwest allerdings ihre Kommunikationspolitik an. "Eine Markt-Schließung von jetzt auf heute zu beschließen und die Bürgermeister nicht vorher zu informieren, das ist kein Umgang miteinander und erst recht keine Kommunikation auf Augenhöhe", zürnt Schumacher.

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