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Dunningen Traum vom Fliegen ist Wirklichkeit

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Philipp Haag aus Seedorf geht mit dem Gleitschirm hoch hinaus und genießt einzigartige Eindrücke Foto: Haag

Dunningen-Seedorf - Wohl jeder hat schon mal davon geträumt: durch die Lüfte fliegen, fast wie ein Vogel. Für Philipp Haag aus Seedorf ist dieser Traum Wirklichkeit. Er ist Gleitschirmflieger – und das mit Erfolg. Mittlerweile fliegt der 19-Jährige sogar in der Deutschen Gleitschirmliga mit.
»Man fühlt sich völlig frei, es ist total ruhig und  die Ausblicke sind einfach genial!« Wenn Philipp Haag von seinem großen Hobby erzählt, dann ist ihm die Begeisterung ins Gesicht geschrieben.  Kein Wunder, schließlich wurde er schon als kleiner Bub »infiziert«. Papa Bernd hat das Gleitschirmfliegen schon vor 21 Jahren für sich entdeckt. »Und das war zu der Zeit schon was Besonderes«, erinnert er sich. Sohn Philipp ist damit aufgewachsen und hat die Leidenschaft vererbt bekommen. »Mit sechs Jahren durfte ich zum ersten Mal mitfliegen«, erzählt der 19-Jährige.

Mit zehn Jahren hat er seinen ersten Schirm bekommen  und  auf der Wiese hinter dem elterlichen Haus in der Heiligenbronnerstraße die ersten kleinen »Hüpfer« gemacht.Während sich andere in diesem Alter  in die Hobbyfußballer-Karriere stürzen, absolvierte Philipp mit 14 Jahren die Gleitschirmausbildung auf dem Gelände des Gleitschirmvereins Heuberg-Baar in Spaichingen, in dem Vater und Sohn aktiv sind.   Für den »A-Schein« müssen 40 Stunden Theorie und 40 Starts und Landungen absolviert werden – dann darf man in einem abgegrenzten Fluggebiet mit dem Schirm unterwegs sein. Das reichte Philipp Haag freilich nicht: Mit 16 folgte der B-Schein – die unbeschränkte Lizenz zum Gleitschirmfliegen, mit der man überland auf die – natürlich vorher auf der Karte  vorbereitete – Strecke gehen kann. Und das kommt dem Freiheitsgefühl schon ziemlich nah.

»Mein Ziel war immer, vom Kandel bei Freiburg aus nach Hause zu fliegen«, schmunzelt der 19-Jährige. Das hat er mittlerweile schon zweimal geschafft. Nach eineinhalb Stunden Flug landete er in Seedorf direkt zu Hause. Was sich allerdings nach  tollem, entspanntem  Ausflug   anhört, ist auch  mit viel Konzentration   verbunden. Wer eine lange Strecke fliegen will, muss die richtige Thermik erwischen und genaustens navigieren. Erst recht, wenn man auf dem Niveau von Philipp Haag  fliegt. Er   ist bei internationalen Wettbewerben am Start und  qualifizierte sich im vergangenen Jahr bei der Junior Challenge für die Deutsche Gleitschirmliga, deren Wettkämpfe vor allem in den Alpen ausgetragen werden. Bei den österreichischen Meisterschaften im Juni sicherte er sich in der Sportklasse den zweiten Platz. Und die Herausforderungen bei derartigen Wettkämpfen sind groß.

»Je nach Wetterbedingungen wird die Strecke, die geflogen werden muss, erst am Morgen festgelegt«, erzählt der 19-Jährige. Per GPS-Gerät, das er beim Flug vor sich auf einer Halterung hat, können die Koordinaten abgeflogen werden:  eine besonders lange Strecke, ein Dreieck zu bestimmten Punkten – die Aufgaben sind unterschiedlich. Satte 160 Kilometer waren in Österreich zu bewältigen. »Da war ich acht Stunden in der Luft – das ist schon auch körperlich anstrengend«, erklärt er. Auch die Höhen sind gewaltiger, als der Laie es vermuten würde. Philipp Haag war mit seinem Fluggerät  schon auf stolzen 4200 Metern Höhe.Die Sitzposition, in der man unter dem Schirm hängt, ist aber relativ bequem, versichern Vater und Sohn. Für beide ist der Gleitschirm das optimale Fluggerät. »Es ist das einfachste und das einzige, das du selbst auf dem Rücken den Berg hochtragen kannst, um dann  einfach loszufliegen«, sagt Philipp Haag. Und genau so macht  es der Auszubildende  zum Industriemechaniker   wann immer  es geht. Da darf es dann auch gerne mal ein Berg in Spanien sein.  Zur Veranschaulichung des Ganzen  packt der  19-Jährige hinter dem Haus seine Ausrüstung aus – er muss ohnehin schauen, ob der TÜV fällig ist: Der große Rucksack wiegt rund 15 Kilo.

Darin verbirgt sich der knallrote Gleitschirm aus ultraleichtem Material mit den Haltegurten – Haag ist Werksflieger beim Hersteller ozone – sowie die technische Ausrüstung. Die Seile, an denen der 19-Jährige in der Luft  hängt, sind erstaunlich dünn.  »Aber sie halten«, versichert er schmunzelnd. Wenn alles ausgepackt ist, verschwindet der Rucksack  in einer Hülle, in deren  unteres  Ende  beim Fliegen die Beine gesteckt werden. Haag hat  alles dabei, um   dann nach der Landung wieder einpacken zu können.Und er freut sich schon auf die nächsten Ziele:  Mitte August wird er  bei der Junior Challenge in Österreich starten,  Ende August ist er bei den Deutschen Meisterschaften   dabei, die in Slowenien ausgetragen werden.

Das Startgeld kann bis zu 140 Euro betragen, dazu kommen die Fahrtkosten: Das  außergewöhnliche Hobby geht ins Geld.  Und Sponsoren sind in diesem Sport leider rar, sagt Vater Bernd Haag, der seinen Sohn  bestmöglich unterstützt.Wer den Traum vom Fliegen selbst einmal verwirklichen möchte, ist bei Haags übrigens richtig: Vater Bernd hat  die Tandem-Ausbildung und kann mit einem Spezialschirm Mitflieger mitnehmen. Auch Philipp Haag wird jetzt in die Tandem-Ausbildung starten. Und vielleicht wird der eine oder andere ja auch  von den beiden Seedorfern   »infiziert«.

 
 

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