Seminar: Raphael Bantle zeigt "How to be a beautiful Idiot" / Über selbst gesetzte Grenzen hinauswachsen

Am vergangenen Samstagnachmittag fand in den Räumlichkeiten der Eschachschule Dunningen ein Seminar der besonderen Art statt.

Dunningen (kif). "How to be a beautiful Idiot" lautete der Titel, wobei sechs Teilnehmer eines vierstündigen Kurses, angeleitet von Schauspieler mit Clowntendenz Raphael Bantle, über ihre Grenzen hinaus gingen.

Sich auf Knopfdruck scheckiglachen und ebenso abrupt ernst sein, vor bislang fremden Menschen den Sound einer laufenden Waschmaschine imitieren, sich blind im Kreise anderer buchstäblich fallen lassen: All das klang bis Samstag auch für die Teilnehmer des Seminars undurchführbar.

Jedoch gelang es dem gebürtigen Dunninger, die Anwesenden mit geschickter Anleitung dazu zu animieren, sich zu öffnen und einige besondere Aufgaben zu lösen.

In Paris hat Bantle bereits Erfahrungen als Workshop-Mentor gesammelt, hier coacht er vorwiegend Schauspieler und Performancekünstler. "Es soll der Selbstbefreiung dienen." Was ist ein Clown? Er ist sich des Ernstes der Lage zwar durchaus bewusst, hat aber die Möglichkeit, damit zu spielen. Er öffnet sich, zeigt sein Inneres. Die Teilnehmer sollten sich öffnen, über ihre selbst gesteckten Grenzen hinauswachsen. Das bedeutet, auch Risiken einzugehen und die Komfortzone zu verlassen. Die Clownsarbeit ist wichtig für den Menschen an sich und auch für das Miteinander. Man lernt viel über Sensibilität und gegenseitiges Zuhören, über Vertrauen", erklärt Bantle im Gespräch mit unserer Zeitung, "Lachen ist gesund und freiheitsfördernd. Auch Kreativität ist gefragt."

Beim Spiel "Reise nach Jerusalem" gab es eine kleine Extraregel: Der Übriggebliebene, der beim Pausieren des Liedes keinen Stuhl ergatterte, durfte seinem erstbesten Impuls folgen und diesen mit vollem Körpereinsatz ausdrücken. Befand der Rest dies für kreativ und gut, durfte er wieder einsteigen. Wenn nicht, bedeutete das das Aus für diese Runde.

Die 29-jährige Tamara Vilmin mache sich generell nicht gerne "zum Kasper". Daher komme das gute Gefühl, aus sich herauszukommen, für sie sehr unerwartet: "Ich mache mir im Alltag ständig Gedanken, was andere wohl über mich denken. Mit der Teilnahme am Seminar will ich langfristig einfach erreichen, dass ich mir diese Gedanken nicht mehr mache. Raphael leitet das so schön an, man kann sich einfach fallen lassen. Er macht es völlig wertungsfrei. Man kann keine Fehler machen, eigentlich kannst du nur wachsen."

Und auch Heike Borutta, Leiterin einer Pferdepension in Locherhof, äußerte sich nur positiv: "Es ist super hier. Ich kenne bereits Lachyoga, aber das hier ist für mich Neuland. Was ich mitnehme ist ganz klar, dass das Leben schön ist und es immer wieder etwas Neues gibt."

Bei so viel Zuspruch wird es für Bantle wohl ein Leichtes sein, die Plätze seiner kommenden Kurse im November zu füllen. Hier wird er auch in Tuttlingen, in Schramberg und in Dunningen anzutreffen sein.  Weitere Infos per E-Mail an raphabantle@ gmail.com oder unter https://raphaelbantle.com/