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Dunningen Ministerin hört von Licht und Schatten

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Ministerin Susanne Eisenmann (rechts) war durchaus an den Erfahrungen der Lehrerin Annette Aicher-Nörenberg (links) und der Eltern, hier die Schüler-Mutter Birgit Brehm (Mitte), mit dem Konzept der Gemeinschaftsschule interessiert. Foto: Schönfelder Foto: Schwarzwälder-Bote

Eine "ganz große Ehre" wurde am Mittwochnachmittag der Eschachschule in Dunningen zuteil. Die Fachministerin des Landes, Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), war gekommen, um sich Chancen, aber auch Schwierigkeiten einer Gemeinschaftsschule im ländlichen Raum erläutern zu lassen.

Dunningen. Bei ihrem einstündigen Besuch, den der CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Teufel eingefädelt hatte, bekam die Ministerin von Rektorin Katharina Hirt durchaus unverblümt vermittelt, mit welchen Schwierigkeiten die Gemeinschaftsschulen im ländlichen Raum im Allgemeinen und die Eschachschule im Besonderen zu kämpfen haben. Da traf es sich auch gut, dass an diesem Tag Schnuppernachmittag war, an dem sich die Schule interessierten Schülern und Eltern vorstellte.

In einer Präsentation erläuterte Hirt die pädagogische Konzeption und die Stellschrauben, an denen man aufgrund der Erfahrungen aus der Praxis noch gedreht hat.

Die Eschachschule unterrichte Schüler aus 22 Städten und Gemeinden. Sie genieße hohe Wertschätzung in der Bevölkerung und werde von der Gemeinde Dunningen gut unterstützt, was am geplanten Neubau abzulesen sei, zählte Hirt auf. Ein motiviertes Kollegium setze das pädagogische Konzept um. Die Zusammenarbeit mit den Eltern funktioniere, es würden Kontakte zu örtlichen Firmen, Vereinen und zu anderen Schulen gepflegt.

Sie habe gleich das Gefühl gehabt: "Wenn dieses Konzept (der Gemeinschaftsschule) irgendwo klappt, dann in Dunningen". Und sie habe Recht behalten. So weit, so positiv.

Stefan Teufel bedankte sich zunächst für die Einladung in die Eschachschule. Die Ministerin sei im ganzen Land unterwegs, um den Dialog mit den Schulen zu führen und einiges wieder mit nach Stuttgart zu nehmen, erklärte er den Grund des Besuches an der Eschachschule.

Indes, es ist nicht alles Gold an der Eschachschule. Denn Hirt brachte ein großes Anliegen vor: "Wir suchen händeringend Lehrer. Alle wollen nach Freiburg, um dort zu arbeiten und zu leben." Sie habe es satt, diesen Kollegen hinterher zu blicken.

Diese Erfahrung bestätigte auch Marcus Streule, Leiter der Grundschule Dunningen in Seedorf. Oft blieben die neuen, jungen Kollegen nicht lange, wenn sich die Gelegenheit ergebe, in eine größere Stadt zu wechseln.

Junglehrer gehen längst nicht mehr an jede Schule

Ihr sei das Problem durchaus bekannt, so Susanne Eisenmann. Die Zahl der Lehrer sei über Jahre abgeschmolzen worden, weil man, wie man heute wisse, die Entwicklung der Schülerzahlen falsch eingeschätzt habe. Sie halte es aber auch für generationsbedingt, dass die Junglehrer nicht an eine Schule gingen, die, vor allem vom Umfeld her, nicht ihren Vorstellungen entspreche. Auch die Aussicht auf die sichere Verbeamtung ziehe in der jungen Generation nicht mehr so, wie es mal war. Zudem existiere ein fachspezifisches Problem. Es mangele an Lehrern für die Naturwissenschaften. Außerdem seien Gymnasiallehrer nur schwer von der Gemeinschaftsschule zu überzeugen. Aber das Ministerium arbeite bereits an einem Konzept, das zehn bis zwölf Punkte umfassen werde, um die die Lehrerunterversorgung zu beheben. Dennoch, so Eisenmann: "Kein Zweifel, die nächsten Jahre werden schwierig."

Lehrerin Annette Aicher-Nörenberg und Konrektor Mario Munding sahen zusätzlich im Fortbildungsangebot für die Lehrer einiges im Argen liegen. Angebote aus dem Kultusministerium hätten oft nicht die Qualität, die man erwarten könne. Externe Angebote seien oft besser, aber auch teuer. Die Ministerin hat sich vorgenommen, klare Strukturen in die Fortbildung der Lehrer bringen.

Immerhin unterstütze die Landespolitik mit Zuschüssen beispielsweise Neubauten wie der in Dunningen, zeigte sich Amtverweser Peter Schumacher nicht undankbar. "Ohne diese Unterstützung wäre ein Neubau nahezu unmöglich."

Eisenmann stimmte ihm zu: "Wir müssen den Kommunen helfen." Der Topf für Baumaßnahmen sei "fixiert", allerdings müssten damit auch Schulsanierungen und Brandschutzmaßnahmen finanziert werden.

Schließlich warf die Ministerin noch einen Blick in eines der Lernateliers und ließ sich verschiedene Dinge erläutern.

Am Ende trug sie sich noch in das Goldene Buch der Gemeinde Dunningen ein.

Ihre Redaktion vor Ort Rottweil

Armin Schulz

Fax: 0741 5318-50

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