Hermann Kopp (von links), Bernd Unglaube, Daniel Karrais und Frauke Kleemann im Dunninger Wald Foto: FDP Foto: Schwarzwälder Bote

Natur: Landtagsabgeordneter Daniel Karrais zu Besuch im Forstamt Rottweil / Thema Klimawandel

Der Borkenkäfer stellt landesweit eine Bedrohung für die Wälder dar. Im Landkreis Rottweil mit 43 Prozent Waldanteil auf seiner Fläche sei die Lage ernst, aber nicht so schlimm, wie andernorts in Baden-Württemberg.

Dunningen. Dies und mehr konnte der Landtagsabgeordnete Daniel Karrais (FDP) bei einem Besuch der Forstbehörde im Landratsamt erfahren. "Waldbesitzer und Gemeinden haben mich auf die Käferplage angesprochen", erklärte Karrais den Grund seines Besuchs. Als Fachleute in Sachen Wald berichteten die Gebietsleiterin Schwarzwald-Neckar des Kreises Rottweil, Frauke Kleemann, Dunningens Forstrevierleiter Bernd Unglaube und der Landesbeamte Hermann Kopp über den Zustand der Wälder im Kreis. Durch den geringen Niederschlag im Jahr 2018 habe sich der Borkenkäfer stark vermehrt. Bäume wehren sich mit Harz gegen Käferbefall, was ohne ausreichende Wasserversorgung nicht möglich sei. Dadurch falle es dem Schädling besonders in Heißphasen leicht.

"Normalerweise pflanzen sich die Borkenkäfer um zwei Generationen pro Saison fort, letztes Jahr waren es vier Generationen", erklärte Forstwissenschaftlerin Kleemann. Dies wirke dieses Jahr noch nach. Es werde eine große Herausforderung, den Befall einzudämmen, da betroffene Bäume möglichst früh erkannt und entnommen werden müssen. In anderen Bereichen Baden-Württembergs und Deutschlands müsse man ganze Landstriche schlagen, um dem Borkenkäfer Herr zu werden. Dies lasse die Holzpreise sinken.

Borkenkäfer- und Wildtierschäden gesehen

Bei einer Waldbegehung im Forstrevier Dunningen hatte Karrais die Möglichkeit, sowohl einen Borkenkäferschaden als auch Bäume mit Wildtierschäden zu besichtigen. Förster Unglaube zeigte dabei die verschiedenen Stadien des Borkenkäfers, aber auch Stellen mit Rehwildverbiss. Als wichtigen Punkt hob Unglaube die Waldverjüngungsmaßnahmen durch Naturbewuchs hervor. "Die Bäume sind kräftiger verwurzelt, wenn sie sich natürlich ansamen und anwachsen, anstatt gepflanzt zu werden", erklärte er.

"Die Spuren, die der Klimawandel hinterlässt, fallen sofort ins Auge", meinte Karrais. Für den Wald und somit auch den kleinstrukturierten Privatwald habe der Klimawandel starke Konsequenzen. Man wisse um die Bedeutung des Waldes als Rohstofflieferant und CO2-Speicher. "Wir stehen gemeinsam vor einer Jahrhundertaufgabe." Von den Kommunen über das Land bis zum Bund: Jeder müsse Verantwortung übernehmen, mahnt Karrais.