Erstmals trat Amtsverweser Peter Schumacher als Redner bei der Feier zum Volkstrauertag am Ehrenmal auf dem Friedhof in Seedorf öffentlich in Erscheinung. Foto: Merz Foto: Schwarzwälder-Bote

Volkstrauertag: Novum nach 42 Jahren / Amtsverweser spricht in Seedorf über Frieden und Freiheit

Dunningen-Seedorf (rm). Nach mehr als 40 Jahren hielt erstmals wieder ein Bürgermeister, beziehungsweise mit Peter Schumacher der derzeitige Amtsverweser, die Trauerrede zur Volkstrauertag-Gedenkfeier am Ehrenmal auf dem Friedhof in Seedorf.

Seit Seedorf im Jahre 1974 seine Eigenständigkeit aufgeben musste, war diese Aufgabe dem jeweiligen Ortsvorsteher oder jüngst dem Bürgermeister-Stellvertreter überlassen.

Schumacher setzte seine Ansprache unter das Thema, das einst Konrad Adenauer geprägt hat: Frieden und Freiheit seien die Grundlagen jeder menschlichen Existenz. Die Trauer um die Opfer von Krieg und Gewalt sei angesichts der jüngsten Ereignisse in vielen Teilen der Welt aktueller denn je. Es gäbe Anlass zur Sorge, denn auch in deutschen Landen seien Fremdenfeindlichkeit und Rassismus auf dem Vormarsch. Hass und Schmähung auf Menschen anderer Rasse, Religion und Herkunft, dazu psychisch und physisch attackiert, seien zu beklagen.

Als Amtsverweser sei er stolz darauf, dass man in der Gemeinde derzeit 64 Flüchtlingen ein neues Heim bieten könne. Dies sei ein kommunalpolitischer und ein gesellschaftlicher Auftrag, eine Her­ausforderung, der man sich angesichts der Not dieser Menschen auf der Flucht nicht entziehen könne. Weitere Sorgen seien der Brexit des britischen Königreichs und das politische Erdbeben der jüngsten Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten von Amerika, die Entwicklungen eingeleitet hätten, deren Ausmaß derzeit nicht absehbar seien.

Vor diesem Hintergrad mahnte Schumacher als eine Person, die in den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts wohlbehütet und fernab jeglicher Kriegszeit aufgewachsen ist, auf bundes-, landes- und kommunalpolitischer Ebene Meinungen, Ängste und Befürchtungen aller Bürger ernst zu nehmen und entsprechend zu reagieren, um nicht in ein ähnliches Fahrwasser wie die USA und Großbritannien abzugleiten.

Die schlichte Feierstunde wurde vom Aktivenorchester des Handharmonika-Clubs musikalisch umrahmt.