Rund 500 Tests kann das Zentrum in der Dunninger Turn- und Festhalle inzwischen vorweisen, lediglich zwei waren positiv. Das Bild entstand am Eröffnungstag. Foto: Schönfelder

Nicht nur in Eschbronn zweifeln Bürger und Verwaltungen an der Wirksamkeit der von Bund und Land ausgerufenen Strategie gegen die Pandemie. Seiner Wut mehr oder weniger freien Lauf ließ auch Dunningens Bürgermeister Peter Schumacher im Gemeinderat beim eigentlich unverdächtigen Tagesordnungspunkt "Kommunales Testzentrum – Mündlicher Bericht". Es wurde ein regelrechter Rundumschlag. Er sei stinksauer.

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Dunningen - Seit dem 8. März läuft das Testzentrum in der Dunninger Festhalle. Der Zuspruch könnte zwar lebhafter sein, aber es läuft. Alles klar also? Mitnichten. Schumacher sieht in der Bundes- und Landespolitik ein Versagen auf ganzer Linie. Augenscheinlich brächten nur die Kommunen die gestellten Aufgaben zügig auf die Reihe, wie die verordneten Massentests. Schumacher zog mit Blick auf das Testzentrum und die bereits laufenden Tests in den Kindergärten und an der Eschachschule eine positive Bilanz.

Erzieherinnen werden wöchentlich getestet

In den Kindergärten würden die Erzieherinnen jetzt einmal die Woche getestet. Die Erzieher seien vom DRK dafür geschult worden. An der Eschachschule würden die Schüler einmal die Woche von geschultem Betreuungspersonal getestet. An der Grundschule würden die Lehrer zweimal pro Woche getestet. Die Schüler allerdings nicht. Der Test sei doch recht unangenehm, so Schumacher. "Wir wollen die Kleinen nicht plagen."

Das Testzentrum in der Turn- und Festhalle habe innerhalb eines Tages gestanden, die Organisation habe nur wenige Tage benötigt. Bislang seien rund 500 Tests durchgeführt worden, lediglich zwei seien positiv gewesen. Man werde jedoch den Betrieb im April auf zwei Tage pro Woche mit jeweils zwei "Test-Stunden" pro Öffnungstag reduzieren. Es habe sich herausgestellt, dass die Testwilligen meist kurz nach der Öffnung kämen und das Personal dann oft nichts mehr zu tun habe.

Die Test-Kits stelle das Land, wie sie allerdings abzurechnen seien, sei nach wie vor unklar. Außerdem fielen Nebenkosten für Personal und Hygieneartikel an. Die Gemeinde werde deshalb nicht unbedingt am Ende finanziell "null auf null" landen. Dennoch sei es für ihn wichtig gewesen, etwas zu machen und nicht nur abzuwarten.

Es fehlt an schlüssiger Strategie

Auf der anderen Seite sei wieder einmal ein "Bürokratiemonster" entstanden. Habe am Anfang noch ein Informationsblatt von eineinhalb Din-A-4-Seiten gereicht, sei inzwischen eine Verordnung mit mehr als 50 Seiten entstanden. Weiterhin fehle es an einer schlüssigen Strategie, so Schumacher.

"Nach einem Jahr Pandemie kennen wir nur eine Antwort auf steigende Inzidenzen: Lockdown." Und es sei einfach peinlich, dass sich Deutschland beim Impfen vom EU-Austrittskandidaten Großbritannien den Rang ablaufen lasse. Die Teststrategie von Bund und Land verdiene ihren Namen nicht. Die Tests seien den Kommunen quasi vor die Füße geworfen worden mit der Maßgabe "Macht mal". Und weiter "Wir haben gemacht, und es hat funktioniert."

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