Dunkle Zeiten Foto: Melanie Geitlinger

Wenn es wochenends einen Terminkalender braucht, um keinen Markt zu verpassen, die Plätzchen zum ersten Zuckerschock  geführt haben und sich beim Gedanken an noch nicht gekaufte Geschenke leichte Panikattacken einstellen, dann weiß man: Weihnachten steht vor der Tür. In Lahr erstrahlt die Vorfreude auf das Fest der Feste leider nur eingeschränkt.

Verantwortlich für besinnliche Stimmung in der Innenstadt ist seit Jahren die Werbegemeinschaft. Unter dem Titel »Lichtblicke« sollen Adventstreff, Nikolausstiefel-Aktion und Weihnachtsmann-Hütte die Menschen  in die Innenstadt locken und in der Folge  zum Einkaufen animieren. Doch der buchstäbliche Lichtblick fehlt in diesem Jahr: die Weihnachtsbeleuchtung.

Schon im September, als sich die Energiekrise auftürmte wie ein unüberwindlicher Berg, ließen die Einzelhändler durchblicken, dass die Lampen in der Adventszeit ausbleiben werden. Aus symbolischen und finanziellen Gründen. Verständlich, damals wie heute. Und doch stellt sich nun, da ein Blackout-Szenario deutlich an Schrecken verloren hat und die Straßen schon früh am Tag im tristen Dunkel liegen, die Frage, ob nicht an der falschen Stelle gespart wird.

Dem Vernehmen nach war man im Rathaus wenig begeistert ob der Licht-aus-Entscheidung der Werbegemeinschaft. Immerhin hatte der Gemeinderat die Weihnachtsbeleuchtung ausdrücklich auch in diesem Jahr erlaubt. Um die Attraktivität der Innenstadt zu fördern (oder ihr zumindest nicht noch mehr zu nehmen).

Vielleicht ist nun die Gelegenheit für eine Grundsatzentscheidung: Die Allgemeinheit, sprich die Stadt, kommt für die künftige Erleuchtung im Advent auf. Schließlich haben wir alle etwas davon. Und an anderer Stelle lassen es  die Lahrer ja trotz aller Sparzwänge bereits ordentlich funkeln und strahlen – Stichwort: Parkleuchten.