Zu den Finanzen in Freudenstadt hat unser Leser Fabian Kramer aus Freudenstadt folgende Meinung.
Für die deutschen Kommunen war 2025 ein Horrorjahr. Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik waren die roten Zahlen der Kommunen so tief im Minus wie im letzten Jahr.
Auch in Freudenstadt ist der finanzielle Spielraum zu einem engen Nadelöhr geworden und wird in den nächsten Jahren noch enger werden. Von einer Aufbruchstimmung zu sprechen, obwohl die Kommunen in den nächsten Jahren an einer Abbruchkante stehen, ist sehr optimistisch. Viele Kommunen wissen nicht einmal mehr, wie sie ihre Kernaufgaben finanzieren sollen.
Schlechte Lage der Kommunen
Die Probleme liegen auf der Hand. Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer erklärte die schlechte Lage der Kommunen im TV mit den horrenden Sozialausgaben. Vor wenigen Jahren gab Tübingen 25 Prozent des Haushalts für Soziales aus. Mittlerweile sind es über 40 Prozent.
Schuld haben Bund und Länder, die die Kosten ihrer falschen Politik auf die Kommunen abwälzen. Dazu kommt die wirtschaftliche Flaute, die sich in den kommenden Jahren verfestigen wird.
Die geäußerte Idee einer Staatsreform als Lösung für die vorhandenen Probleme klingt sympathisch. Allerdings ist sie im Land des Faxgeräts und dem Digitalisierungsstand von Nordmazedonien so realistisch, wie der Glaube an den Weihnachtsmann.
Bürger müssen mehr bezahlen
Große, abstrakte Reformen werden meist gefordert, wenn die Politik mit ihrem Latein am Ende ist und keine konkreten Ideen auf der Pfanne hat. Es ist ziemlich gewiss, dass die Bürger für Kitas, Straßen und Infrastruktur in den nächsten Jahren mehr bezahlen müssen, nur um den Ist-Zustand zu erhalten.
Die passende Schlagzeile für 2026 lautet daher: Verzicht wird zur Bürgerpflicht.
Fabian Kramer, FreudenstadtSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.