Besonders in der Epoche der Romantik (Ende 18. bis Mitte 19. Jahrhundert) war der Mond ein beliebtes Stilmittel. Foto: dpa

Seit Hunderten von Jahren ist der Mond in der bildenden Kunst ein wiederkehrendes Motiv. Immer wieder malten, zeichneten und modellierten Kunstschaffende wie Michelangelo Buonarroti, Albrecht Dürer, Edouard Manet oder Andy Warhol den Erdtrabanten und stellten ihn als Skulptur beziehungsweise Plastik dar.

Besonders in der Epoche der Romantik (Ende 18. bis Mitte 19. Jahrhundert) war der Mond ein beliebtes Stilmittel. Als Vollmond, Sichel oder wolkenverhangen galt er als Symbol der Hoffnung. So kommt ihm etwa im Gemälde „Zwei Männer in Betrachtung des Mondes“ – einem von Caspar David Friedrichs bekanntesten Werken – eine zentrale Rolle zu. Kunstexperten sprechen heute gar von einer „Mondsucht“ während der Romantik.

Anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums der Mondlandung und von Neil Armstrongs ersten Schritten auf dem Mond und 400 Jahre nachdem Galileo Galilei (1564–1642) zum ersten Mal ein Teleskop auf den Himmelskörper gerichtet hatte, zeigte das Kölner Wallraf-Richartz-Museum 2009 eine Ausstellung zum Thema Mond. „Ich mache gern Ausstellungen, die ein fixes Thema haben, so dass man dasselbe Motiv kunsthistorisch verfolgen kann“, sagte der damalige Museums­direktor Andreas Blühm. „Der Mond ist da ein Idealmotiv, weil alle Menschen ihn kennen, er immer gleich ist, sich aber die Darstellung und die Sichtweise auf ihn in den letzten fünf Jahrhunderten stark verändert haben.“ Später wurde die Schau auch im Museum of Fine Arts in Houston (Texas) gezeigt – in der Stadt also, die 1970 als Kontrollzentrum für die gescheiterte Mondmission „Apollo 13“ in die Annalen einging („Houston, wir haben ein Problem!“).

Und noch immer hat die Faszination, die der Mond auf die Menschheit ausübt, nicht abgenommen. So befassen sich der Chinese Ai Weiwei und der Däne Olafur Elíasson mit dem Erdtrabanten. 2013 riefen sie ihr Kunstprojekt „Moon“ ins Leben: Auf www.moonmoonmoonmoon.com kann man sich mit einer Zeichnung oder einem Gruß auf dem Himmelskörper verewigen und so Krater in der virtuellen Mondlandschaft erschaffen. „Hinterlasst eure Fingerabdrücke – und seht den Mond gemeinsam wachsen, während andere auch nach ihm greifen“, rufen Weiwei und Elíasson auf. Mehr als 35 000 Kunstbegeisterte haben dies schon getan, die Teilnahme am Projekt ist weiterhin möglich.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: