Die Fußball-Frauen des VfB Stuttgart führen die 2. Liga aktuell an und wollen besser früh als spät in die Bundesliga aufsteigen. Mittendrin: Kiara Beck aus Dürbheim.
„Kommt Friehling, kommt VfB“ ist ein legendäres Zitat von Otto Baric. In der Spielzeit 1985/86 trainierte er den VfB Stuttgart und drückte mit seiner Aussage die Hoffnung auf eine bessere Rückrunde des Bundesligisten aus.
Knapp 20 Jahre später (2004) wurde Kiara Beck erst geboren und kannte das angesprochene Zitat entsprechend nicht. Unbewusst hatte sie im Gespräch mit unserer Redaktion aber eine Abwandlung davon verwendet. Angesprochen auf ihre absolvierte Hinrunde meinte sie: „Kommt Spaß, kommt Leistung“. Und weiter: „Ich bin normalerweise sehr selbstkritisch. Auf dieses halbe Jahr kann ich aber wirklich aufbauen, und bin schon etwas stolz. Ich habe mich schnell wieder in der 2. Liga zurecht gefunden.“
Stammtorhüterin der Schwaben
Die 21-Jährige aus Dürbheim (Kreis Tuttlingen), die in der Jugend für den SV Zimmern das Tor hütete, ist absolute Stammkraft beim VfB Stuttgart. In 12 von 14 Ligapartien sowie bei der Partie im DFB-Pokal stand Beck auf dem Feld. Das größte Potenzial in ihrem eigenen Spiel sieht sich beim Abfangen von Flanken und Hereingaben. „Ich kann mich überall noch entwickeln, aber hier sind es sicherlich noch viele Schritte. Das ist ja bei vielen Torhüterinnen ein Thema.“
Ein explizites Vorbild hat Beck nicht mehr, betont aber, dass ihr die Jahre mit Ex-Nationaltorhüterin Merle Frohms beim VfL Wolfsburg sehr gut getan hätten. Beim Beobachten von Fußballspielen geht ihr Blick automatisch mehr in Richtung der Schlussmänner- und Frauen, sie sagt aber auch: „Ich kann Spiele aber schon auch entspannt ansehen. Oft werde ich dann aber von meinem Umfeld zu Situationen befragt.“
Plädoyer für die Torhüter
Fragen wie: „Den Ball hätte man doch halten können, oder?“ bekommt Beck öfters zu hören, wie sie schmunzelnd erwähnt. Und oftmals bricht sie auch eine Lanze für ihre Positionskollegen. „Es wird schon viel auf dem Rücken der Torhüter ausgetragen. Ich weise dann auch gerne mal auf die Fehlerkette im Vorfeld hin.“
An der Tabellenspitze
Allzu viele Fehler haben die VfB-Frauen im Vergleich zur Konkurrenz in dieser Saison noch nicht gemacht. Zur Winterpause ist man punktgleich mit dem SC Sand an der Spitze und dank des besseren Torverhältnisses auch Erster.
Der direkte Durchmarsch von der Regionalliga in die Bundesliga scheint möglich. Die „Nr. 1“ weiß aber auch: „Die 2. Liga hat einen Sprung gemacht und ist dieses Jahr sehr eng. Uns stehen noch viele schwere Spiele bevor, unter anderem gleich zum Start gegen Andernach (1. Februar). Der Aufstieg ist natürlich das große Ziel von uns allen, aber wir schauen von Spiel zu Spiel.“
Eine ganz besondere Begegnung wartet auf Beck und Co. derweil am 22. März. Die Damen des 1. FSV Mainz 05 sind zu Gast – und zwar in der MHP-Arena. Es ist die Premiere der VfB-Frauen in diesem Stadion. „Seit wir es erfahren haben, ist die Vorfreude da. Ich denke, wir haben uns dieses Spiel verdient und es ist auch eine Wertschätzung uns gegenüber. Man kann schon Tickets bestellen, es gibt viele Anfragen von Freunden und Familie“, schwärmt Beck.
Bis dahin gilt es aber noch andere Aufgaben zu meistern. Beck wird weiter alles geben, ob bei Torschüssen, Flanken oder im Spielaufbau. Und wenn der Spaß bleibt, dürfte auch die Leistung weiterhin stimmen.