Der Burladinger Nachwuchssänger Elvin Kovaci, heute 20 Jahre alt, nahm selber an DSDS teil. Zu Dieter Bohlen schaut er immer noch auf. Foto: Kovaci

"Das kann‘s nicht gewesen sein", sagt der 20-jährige Burladinger Sänger Elvin Kovaci über das angekündigte Aus der RTL-Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS). Vor drei Jahren nahm er selber teil.

Burladingen - Die "Mutter aller Castingshows", wie manche das RTL-Format auch nennen, wird im kommenden Jahr 20 Jahre alt und will nicht nur ein großes Jubiläum, sondern auch Abschied feiern. Die einstige Erfolgsproduktion soll mit der 20. Staffel eingestellt werden. Ein Abschied, an den der ehemalige BurladingerTeilnehmer Elvin Kovaci immer noch nicht glaubt.

Abschiedsrufe als reine Taktik?

"Ich bin mir sicher, dass die am Abschlussabend noch etwas aus dem Hut zaubern. Irgendeine neue Show, denn irgendwie muss es ja weitergehen", ist Elvin Kovaci überzeugt. "Das ist Taktik zu sagen, sie hören auf", ist sich Elvin Kovaci sicher.

Das Nachwuchstalent aus der Fehlastadt, das einst in der Schulband des Burladinger Schulzentrums in der Albstraße startete und über den der Schwarzwälder Bote auch damals in seiner Reihe "Junge Talente" berichtete, erinnert sich noch gut an den Tag, als er zum Vorsingen bei Dieter Bohlen und Co eingeladen wurde.

Gerade mal 17 Jahre alt war Kovaci damals und außer dem Pop-Titan saßen noch Pietro Lombardi, Xavier Naidoo und Profitänzerin Oana Nechiti in der Jury. Der Burladinger Nachwuchssänger hatte vor allem Rockballaden, Blues- und Popsongs im Repertoire. Michael Jackson und Beyonce waren die Vorbilder.

Bohlen wurde zu seinem Joker

Schon damals mangelte es Kovaci nicht an Selbstbewusstsein. Er setzte beim erste Vorsingen auf Bohlen als seinen Joker, als jenes Jurymitglied, das seinem Weiterkommen in der Casting-Show auf jeden Fall zustimmt. Elvin behielt recht und kam prompt in den sogenannten Recall, also die nächste Runde. Das katapultierte ihn schließlich zur Auslandsrunde nach Südafrika und letztlich unter die besten zwanzig Teilnehmer.

"Klar, der Bohlen hat polarisiert", urteilt der junge Burladinger Sänger heute über die oft harsch formulierten Urteile des prominentesten DSDS-Jurors Dieter Bohlen. An ihm zerschellten zwei Jahrzehnte lang so manche Karriereträume junger Menschen. Der sei einfach bekannt dafür gewesen, dass er "Sprüche raushauen kann", sagt Kovaci über seinen einstigen Joker und Juror. Aber: Auch das dürfte die Einschaltquoten lange Zeit oben gehalten haben.

Elvin Kovaci ist sich heute noch sicher, dass so mancher Zuschauer lediglich eingeschaltet hat, "um zu hören, was der Bohlen zu sagen hat". Für Elvin Kovaci, der die Show auch nach seiner eigenen Teilnahme rege weiterverfolgte, war es deshalb "ein Schock" als Bohlen für das Jahr 2021 seinen Job als Juror aufkündigte.

Kovaci liebäugelt mit der Popakademie

Schließlich hatte es für den jungen Burladinger hinter den Kulissen und abseits der Kameras so manche private Begegnung mit dem damals 66-jährigen Bohlen gegeben und die, daran lässt Kovaci keinen Zweifel, haben den jungen Burladinger tief beeindruckt. Überhaupt habe ihn die Teilnahme an der Sendung geprägt, sagt der junge Sänger. "Hätte ich diese Erfahrung damals nicht gemacht, wäre ich wohl nicht so selbstbewusst geworden. Der Konkurrenzkampf unter so vielen guten Sängern weckt den Kampfgeist".

Elvin Kovaci freut sich, dass Bohlen, quasi der Vater des erfolgreichen Casting-Formats, für die angekündigte 20. und letzte Staffel im kommenden Jahr wieder dabei sein wird. Und nicht nur das: "Ich würde nicht zögern, in diesem Jahr wieder mitzumachen, sagt Elvin Kovaci, denn die neue Jury sei "absolut cool". Aber: Elvin widmet sich derzeit vor allem seiner Ausbildung. Im kommenden Frühjahr stehen seine Prüfungen zum Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement an. Und das hat derzeit einfach Vorrang.

Sein jüngster Auftritt war im Sommer bei einer Firmenfeier. Nach seiner Ausbildung will Elvin Kovaci seine Gesangskarriere aber auf jeden Fall weiter verfolgen. Er liebäugelt damit, an der Popakademie in Mannheim zu studieren.