In einem im Internet verbreiteten neuen Drohvideo kündigen Dschihadisten Selbstmordattentate in Deutschland an. „Wir werden kommen aus aller Welt, zum Sterben sind wir auserwählt“, heißt es in dem Video.

Stuttgart – In einem im Internet verbreiteten neuen Drohvideo kündigen Dschihadisten Selbstmordattentate in Deutschland an. „Wir werden kommen aus aller Welt, zum Sterben sind wir auserwählt“, heißt es in dem Video, dass am Freitagnachmittag von dem im Sommer in Deutschland verbotenen Verein Millatu Ibrahim ins Netz gestellt wurde.Nach Informationen der Stuttgarter Nachrichten hat der aus Berlin stammende Konvertit Denis Cuspert die Verantwortung für den fünfeinhalb Minuten dauernden Streifen übernommen. Das Bundeskriminalamt will das neue Video erst auswerten.

In dem Drohvideo sind Filmaufnahmen und Fotos der Auseinandersetzungen zwischen Salafisten und Polizisten im Frühjahr vergangenen Jahres in Solingen und Bad Godesberg zu sehen. Nach den Ausschreitungen in Nordrhein-Westfalen hatten sich die führenden Köpfe von Millatu Ibrahim, Mohammed Mahmoud, Denis Cuspert und der Deutsch-Türke Hasan K., nach Ägypten abgesetzt. Deutsche Sicherheitskreise vermuten, dass sich zumindest der in Österreich wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verurteilte Mahmoud sowie Cuspert zeitweise im libyschen Bengasi aufhalten. Dort haben sie offenbar Kontakt zu Kämpfern der Terrororganisation Al-Qaida gefunden. Überschrieben ist der professionell gemachte Aufruf mit dem Titel „Nichts ist vergeben – nichts ist vergessen“.

In dem aktuellen Video wird über die gesamte Länge die Flagge der islamistischen Al-Shabaab-Milizen Somalias gezeigt. Die Organisation hat sich offiziell im vergangenen Jahr mit Al-Qaida verbündet. „In Deutschland lassen wir den Boden beben für das Heil Allahs“, heißt es in dem neuen Internetvideo. Gesinnungsbrüder sollten Autobomben in Deutschland platzieren. „Nun erntet was ihr gesät und schaut, wie die Lage eskaliert“, sagt offenbar Cuspert in seinem Sprechgesang. Bereits kurz vor Weihnachten hatte das Szeneidol in einem Terror-Video angedroht, Dschihadisten würden Deutsche als Geiseln für den Fall nehmen, dass ihr Gesinnungsbruder Murat K. nicht aus dem Gefängnis freigelassen werden werde. Der Türke hatte im Mai 2012 bei der Straßenschlacht mit der Polizei in Bad Godesberg zwei Polizeibeamte niedergestochen. Im Herbst war es deswegen zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden.

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