Seit 21 Jahren gibt es das private Seniorenpflegeheim Wohnpark an der Kander in der Töpferstadt Kandern (Kreis Lörrach). Jetzt muss die Einrichtung aus wirtschaftlichen Gründen schließen. Foto: Siegfried Feuchter

Pflegeplätze bleiben eine Mangelware: Das private Seniorenpflegeheim Wohnpark an der Kander im Kreis Lörrach muss schließen. Wird derweil in Villingen-Schwenningen ein Pflegeheim abgerissen?

In Zeiten, in denen Pflegeplätze landauf, landab rar sind, schlägt die Nachricht über die bevorstehende Schließung des Pflegeheims Wohnpark an der Kander in Kandern (Kreis Lörrach) kräftig ein und sorgt für Überraschung und Gesprächsstoff. Die Stadt und die Region Südbaden verlieren nämlich eine beliebte Senioreneinrichtung mit einem guten Ruf.

„Das Pflegeheim mit seinen 55 genehmigten Plätzen und 67 Mitarbeitern trägt sich wirtschaftlich nicht mehr“, stellt Harald Preinl, Inhaber und Heimleiter, zu seinem großen Bedauern fest. Bis alles abgewickelt ist, rechnet der Heimleiter mit einer Übergangszeit von etwa einem Jahr. „Kein Bewohner muss von heute auf morgen ausziehen“, betont er. Auch tue es ihm um die Mitarbeiter sehr leid.

Vielfältige Gründe nennt der 63-Jährige für die Aufgabe seiner Einrichtung. Da sei zum einen der Mangel an examinierten Pflegekräften und zum anderen die politischen und verordneten Rahmenbedingungen sowie eine „überbordende Bürokratie und Gängelei durch die Heimaufsicht“.

Internatsschule an Immobilie interessiert

Die Lage für den Wohnpark an der Kander hat sich verschärft, als vor gut zweieinhalb Jahren die Aufsichtsbehörde trotz verschiedener Proteste, trotz einer Resolution des Gemeinderats und trotz Interventionen von Politikern darauf drängte, dass Preinl die Einzelzimmer-Verordnung umsetzt. Dadurch wurde ihm die gewünschte Verlängerung einer Übergangsfrist und damit die Weiternutzung von 26 Doppelzimmern bis 2027 untersagt. Er konnte nun nur noch 55 statt zuvor 78 Plätze anbieten. Und schon damals hatte der Heimleiter auf die zu erwartenden Folgen hingewiesen. Er sprach von einer „existenzbedrohenden Lage“. Und seine Befürchtung von damals hat sich jetzt bewahrheitet. „Die Schließung des Heims schmerzt mich stark. Denn ich kann mein Lebenswerk nicht in die Zukunft führen“, betont der Heimleiter. Die Immobilie wird Preinl verkaufen. Die Black Forest Academy, eine private englischsprachige Internatsschule, ist stark interessiert.

Altbau in Villingen wohl nicht mehr normgerecht

In Villingen droht dem Altenheim St. Lioba gar der Abriss – so sieht es zumindest der Vorstandschef des Caritas-Verbands für den Schwarzwald-Baar-Kreis, Michael Stöffelmaier. Das Haus mit 117 Plätzen ist von idealen Zuständen weit entfernt. Der Altbau wurde 1957 errichtet und Ende der 70er-Jahre renoviert. Das Heim sei schon länger nicht mehr normgerecht: „Wir können das Haus nicht so umbauen, dass wir eine Mindestbreite der Zimmer von 3,20 Metern und eine Fläche von 16 Quadratmetern erreichen“, sagt Stöffelmaier.

Eine letzte Übergangsfrist läuft Ende 2028 aus, wie der Sozialmanager berichtet. Die Uhr tickt. Schon länger wird über Alternativen nachgedacht. Ein Neubau auf dem großen Grundstück? Eine Planung dafür gab es, wurde jedoch wegen der schwierigen Bodenverhältnisse wieder fallengelassen.

Das Tauziehen geht nun in eine neue Runde – zumindest stellt es Stöffelmaier so dar. Sein Verband sei zwar in Gesprächen für ein Ersatzgrundstück – doch die Bedenken bleiben. Einen Neubau, dessen Kosten er auf rund 18 Millionen Euro beziffert, nennt er schlichtweg „ökologisch fragwürdig“.