Jede Menge Marihuana war es, die der 52-Jährige in den Landkreis gebracht haben soll. Foto: Iarygin Andrii – stock.adobe.com

Ein 52-jähriger Italiener muss jetzt ins Gefängnis – eindeutig geklärt ist seine Rolle im deutsch-italienischen Drogen-Deal aber noch nicht.

Schwarzwald-Baar-Kreis - Ein 52-jähriger italienischer Staatsangehöriger muss jetzt ins Gefängnis: Zwei Transportfahrten im Frühjahr 2017 von Italien in den Schwarzwald-Baar-Kreis, mit einem Volumen von insgesamt 46 Kilogramm Marihuana, wurden dem Angeklagten zur Last gelegt.

In Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt

Alfio P. wurde in Fußfesseln zur Verhandlung am Landgericht vorgeführt. Alfio P., in seinen Kreisen auch Alfredo genannt, verfolgte die Verhandlung ohne sichtbare Regung und formulierte in kurzen Sätzen ein knappes Geständnis. Aber gerade durch dieses Geständnis konnte der Prozess, der auf mehrere Verhandlungstage angesetzt war, abgekürzt werden, so dass gleich am Dienstagnachmittag das Urteil verkündet werden konnte: Fünf Jahre und sechs Monate Freiheitsstrafe für das bandenmäßige Handeltreiben mit Betäubungsmitteln.

Das Gericht bildete aufgrund des Geständnisses aus den beiden Taten eine Gesamtfreiheitsstrafe. Dabei wird dem 52-Jährigen die Haftzeit der Auslieferungshaft sowie der Untersuchungshaft angerechnet. Alfio P. war im November 2019 in Italien auf Grund eines europäischen Haftbefehls festgenommen und anschließend an die deutschen Behörden ausgeliefert worden.

War Alfio P. nur Drogenkurier oder maßgeblicher Initiator innerhalb der Bande? Die Verteidigung versuchte die Rolle ihres Mandanten bei den nachgewiesenen Drogenfahrten herunterzuspielen und stellte in Frage, ob durch ihren Mandanten der Tatbestand des bandenmäßigen Handelns überhaupt erfüllt wurde.

Allerdings konnte der ermittelnde Kriminalbeamte im Zeugenstand detailliert und chronologisch die Abläufe und Handlungen der beteiligten Personen aufzeigen und somit ein Gesamtbild zeichnen, das den Einlassungen der Verteidigung und des Angeklagten eindeutig widersprach. So ergaben sich auch konkrete Anhaltspunkte dafür, dass Alfio P. in der bestehenden Bandenstruktur eine gewisse Rolle spielte. Ob er dabei als Entscheidungsträger eingebunden war oder nur eine Randfigur war, konnte das Gericht letztlich nicht eindeutig klären.

In Hüfinger Hinterstadt fallen Schüsse

Alfio P. war aber unter anderem in einer Hüfinger Gaststätte in der Hinterstadt anwesend, als auf das Gebäude mehrere Schüsse abgegeben worden waren.

Das Gericht folgte im Strafmaß dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Oberstaatsanwalt Robert Aichele wies in seinem Plädoyer zusammenfassend darauf hin, dass der Angeklagte innerhalb einer Bande planmäßig über einen längeren Zeitraum mitgewirkt und mit Betäubungsmittel in großen Mengen gehandelt habe. Nur durch sein Geständnis sei deswegen ein wohlwollendes Strafmaß tat- und schuldangemessen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: