Die betroffenen Gebiete sind durch das Hochwasser zum Teil stark zerstört worden. Foto: DRK Kreisverband Zollernalb

Die Hochwasserkatastrophe in Ahrweiler in Rheinland-Pfalz hat eine große Welle der Solidarität hervorgerufen. Auch das DRK Zollernalb ist mit seinen Kräften vor Ort gewesen und hat fleißig mit angepackt. Mittlerweile sind die Helfer wieder in ihrer Heimat zurück.

Zollernalbkreis - "Wir wussten anfangs nicht, wie lange der Einsatz gehen würde", erzählt Heiko Lebherz, Vorsitzender des DRK-Kreisverbands Zollernalb. Für sieben Tage habe man sich am Donnerstag, 15. Juli, auf den Weg ins Katastrophengebiet gemacht.

Insgesamt 100 Krankentransporter aus ganz Baden-Württemberg hat das Deutsche Rote Kreuz in Rheinland-Pfalz eingesetzt. Diese wurden in vier Kontingente aufgeteilt, bestehend aus je 25 Krankentransportern und jeweils einem zugeordneten Führungsfahrzeug.

Unterstützung mit Krankentransportern und Führungsfahrzeug

Aus dem DRK-Kreisverband Zollernalb kam Unterstützung in Form von zwei Krankentransportern und einem Führungsfahrzeug. Wenige Tage später wurde ein weiterer Krankentransporter nachgeschickt. Insgesamt waren zwölf Ehrenamtliche im Einsatz.

Die Einsatzkräfte nutzten das Haribo-Werk in Grafschaft im Kreis Ahrweiler in den ersten Tagen als Lagezentrum. Dort sind auch die Einsatzkräfte aus dem Zollernalbkreis untergekommen. Insgesamt dreieinhalb Tage sei man im Einsatz gewesen, berichtet Lebherz: "Zu unseren Aufgaben gehörten die Verlegung von Patienten aus Kliniken und Altenheimen, die entweder überschwemmt waren oder keinen Strom hatten."

Darüber hinaus wurde man bei der Spitzenlastabdeckung im Rettungsdienst eingesetzt. Insgesamt 102 solcher Rettungstransporte wurden vom dem Kontingent geleistet, dem auch die Helfer aus dem Zollernalbkreis zugeordnet waren.

Infrastruktur vor Ort zum Teil vollständig zerstört

"Das waren zum einen Notfalleinsätze, die auch ohne die Flut vorkommen würden wie Schlaganfälle, Herzinfarkte oder gynäkologische Notfälle", sagt Kreisbereitschaftsleiter Markus Maute. Problematisch hierbei war vor allem, dass die Infrastruktur vor Ort zum Teil vollständig zerstört war.

Das gehe schon damit los, dass man Schwierigkeiten hat, überhaupt zum Ort des Notfalls zu gelangen, berichtet Maute: "Vor Ort hat Chaos geherrscht. Wie gelange ich zu einer bestimmten Straße, wenn die Brücke davor zerstört ist?"

Kreisbrandmeister Stefan Hermann: "Wir waren glücklicherweise sehr gut vorbereitet"

Noch dazu komme, dass Strom und Telefonnetz teilweise ausgefallen sind. "Wir hatten beispielsweise einen Patienten mit Herzinfarkt, der hat im zwölften Stock gewohnt, und dadurch, dass der Strom ausgefallen ist, konnte der Aufzug nicht benutzt werden", schildert Lebherz den Einsatz.

Teilweise kam es sogar zur so genannten Triage, die immer als Schreckensszenario für die Versorgung von Corona-Patienten galt. "Wir haben in einer bislang von der Außenwelt abgeschnittenen Ortschaft 19 Schwerverletzte angetroffen. Normalerweise hat man immer adäquate Rettungsmittel, aber das war ein Katastrophengebiet. Wenn man einen fährt, sterben vielleicht fünf andere", berichtet der Vorsitzende des Kreisverbands.

Belastende Situation

Diese Form von Einsätzen seien die Kollegen normalerweise nicht gewöhnt. "Das ist schon eine stark belastende Situation", fügt Lebherz hinzu. Immerhin seien die Rettungskräfte wieder alle gesund nach Hause zurückgekehrt.

"Wir waren glücklicherweise sehr gut vorbereitet", berichtet Kreisbrandmeister Stefan Hermann: "Die im Krisengebiet eingesetzten Kräfte haben solche Einsätze jahrelang mit dem Führungsstab geübt. Dementsprechend haben die Kollegen vor Ort auch sehr gute Arbeit leisten können."

Derzeit sei man "aus der Rettungssituation raus, und jetzt geht es um die Aufräumarbeiten", so Hermann. Aus diesem Grund ist zum jetzigen Zeitpunkt auch kein weiterer Einsatz des DRK-Kreisverbands Zollernalb geplant. Das könne sich allerdings schnell wieder ändern, falls es erneut zu starken Regenfällen kommt. "Egal wann oder was; wir sind immer in Bereitschaft", ist Lebherz überzeugt.

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