Der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen warnt vor einem „Notstand bei der Versorgung“ und ruft zur Blutspende auf. Wie gestaltet sich die Lage am Krankenhaus Freudenstadt?
„Notstand bei der Versorgung – wir brauchen dich jetzt!“, damit warnt der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen derzeit auf seiner Website. Doch wie drastisch ist die Lage tatsächlich? Welche Blutgruppen werden am dringendsten benötigt? Und was passiert, wenn sich die Situation weiter zuspitzt? Unsere Redaktion hat nachgefragt.
„Die Lage ist ziemlich angespannt“, erklärt Nora Löhlein, Pressesprecherin des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg – Hessen. Bundesweit mangelt es an Blutreserven. Normalerweise reichten die Blutreserven des DRK um die Versorgung vier bis fünf Tage aufrechterhalten zu können. Derzeit reiche die Versorgung aber gerade mal für rund zwei Tage, führt Löhlein aus.
Welche Blutgruppen dabei am dringendsten benötigt werden, darüber gibt das „Blutgruppenbarometer“ auf der Homepage des DRK-Blutspendedienstes Auskunft. In Baden-Württemberg und Hessen sind das derzeit die Blutgruppen A negativ, Null negativ und Null positiv. Hier ist die Lage bereits „bedrohlich“.
Viele soziale Menschen
Schuld an dem Engpass seien dabei verschiedene Faktoren: Die Feiertage, örtliche Grippewellen, der Wintereinbruch und damit verbundene Warnungen, wegen Schnee und Glätte zuhause zu bleiben, hätten für weniger Blutspenden und somit zu den geringen Beständen geführt, erklärt Löhlein.
„Zum Glück gibt es viele soziale Menschen da draußen“, freut sich Löhlein. „Wir haben das Gefühl, der Aufruf zur Blutspende hat etwas gebracht.“ Gemerkt hätten sie das etwa an dem großen Zugriff auf ihre Website. Der Bestand an Blutkonserven sei bisher jedoch nicht gestiegen.
Lage am Krankenhaus Freudenstadt
Und wie ist die Lage konkret in Freudenstadt? „Der Bedarf liegt im für diese Jahreszeit üblichen Rahmen, von einem ‘Notstand‘ kann aktuell bei uns nicht gesprochen werden“, teilt eine Sprecherin des Krankenhauses auf Anfrage unserer Redaktion mit.
Vereinzelt mache sich jedoch ein Rückgang der Blutspenden in der Verfügbarkeit bei der Nachversorgung bemerkbar. Auch in Freudenstadt werden dabei die Blutgruppen Null negativ, Null positiv und A negativ am dringendsten benötigt.
Es bleibt vorerst kritisch
Doch was passiert, wenn sich die Lage weiter zuspitzen sollte? Eine sehr hypothetische Frage, meint Löhlein. Das hätten sie bisher noch nie erlebt. Sie gehe nicht davon aus, dass sich die Situation weiter verschlechtert. Dennoch bleibt die Lage, voraussichtlich noch bis Ende Februar, kritisch.
Dadurch könnten auch Krankenhäuser weniger beliefert werden. Das Krankenhaus Freudenstadt erklärt: „Sollte sich die Versorgungslage verschlechtern, konzentrieren wir uns darauf, die medizinische Notversorgung weiterhin sicherzustellen.“
Mehr denn je zählt also jede Spende. Die nächsten verfügbaren Blutspendetermine im Kreis Freudenstadt sind am 27. Januar von 15.30 Uhr bis 19.30 Uhr in der Turn- und Festhalle in Bildechingen, am 30. Januar von 14.30 bis 19.30 Uhr in der Festhalle in Bad Rippoldsau-Schapbach, am 6. Februar von 14.30 bis 19.30 Uhr in der Weißenbachhalle in Baiersbronn-Mitteltal, am 18. Februar sowie von 14 bis 19.30 Uhr in der Theodor-Gerhardt-Schule in Freudenstadt und am 20. Februar von 14.30 bis 19.30 Uhr in der Hohenberghalle in Horb.