Mit dem Neubau der DRK-Rettungswache in Oberndorf startet ein Millionenprojekt zur Stärkung der Notfallversorgung im Landkreis Rottweil.
Mit dem offiziellen Spatenstich im März hat der Neubau der DRK-Rettungswache in der Oberndorfer Austraße begonnen. Der Kreisverband Rottweil des Deutschen Roten Kreuzes sprach in seiner Pressemitteilung dabei von einem „bedeutenden Meilenstein für die präklinische Notfallversorgung im Landkreis Rottweil“.
Hintergrund des Neubaus ist laut Marcus Stotz, Leiter des Rettungsdienstes, dass die Rettungswache beim Krankenhaus den heutigen Anforderungen nicht gerecht wird. „Die momentane Rettungswache entspricht nicht mehr den Anforderungen einer modernen Rettungswache“, erklärt Stotz. Vor allem die Aufteilung über mehrere Stockwerke sowie der begrenzte Platz seien nicht mehr zeitgemäß. Zudem hätten sich sowohl der Personalbedarf als auch die Fahrzeugvorhaltung verändert.
Bei der Planung eines neuen Standorts spielen neben baulichen Vorgaben vor allem die Erreichbarkeit und die Einhaltung der Hilfsfristen eine zentrale Rolle. Wie Stotz erläutert, müsse eine Rettungswache „verkehrsgünstig“ liegen und so positioniert sein, dass die neue Planungsfrist von zwölf Minuten im Versorgungsgebiet größtenteils eingehalten werden könne. Der neue Standort in Oberndorf sei deshalb in Verbindung mit der Rettungswache Marschalkenzimmern „eine sehr gute Wahl“.
Die Kosten
Die Inbetriebnahme der neuen Rettungswache ist derzeit für das erste oder zweite Quartal 2027 vorgesehen. Das Bauprojekt umfasst nach Angaben des DRK Kosten von rund 3,2 Millionen Euro. Etwa 90 Prozent der Kosten werden aktuell vom Land Baden-Württemberg getragen. Den verbleibenden Anteil müsse das DRK vorfinanzieren.
Mit dem Neubau soll der Rettungsdienststandort Oberndorf langfristig gestärkt werden. Nach Einschätzung von Stotz ist die Region Oberndorf, Sulz und Dornhan „in dieser Konstellation sehr gut versorgt“.
Allerdings weist er darauf hin, dass die Rettungswache Marschalkenzimmern derzeit nur zwischen 7 und 19 Uhr besetzt sei. „Hier sind wir seit geraumer Zeit bestrebt, eine 24/7-Vorhaltung einzurichten“, sagt Stotz.
Bislang scheitere dies jedoch an den zusätzlichen Kosten für Personal und Gebäude. Die derzeit genutzte Rettungswache in Marschalkenzimmern sei lediglich eine Interimslösung im ehemaligen KSK-Gebäude. Die benötigten Mittel würden von den Kostenträgern, also den Krankenkassen, nicht freigegeben. Stattdessen werde auf ein noch ausstehendes, landesweites Gutachten verwiesen, dessen Erstellung nach Angaben von Stotz voraussichtlich noch Jahre dauern werde.
35 Einsatzkräfte im Schichtdienst
Künftig sollen an der neuen Rettungswache in Oberndorf etwa 30 bis 35 Einsatzkräfte im Schichtdienst tätig sein. Zudem werden dort insgesamt fünf Einsatzfahrzeuge stationiert, darunter zwei Ersatzfahrzeuge.