Bei einer Übung der Ehrenamtlichen des DRK-Kreisverbands Müllheim Foto: DRK-Kreisverband Müllheim

Die Kreisversammlung des DRK-Kreisverbands Müllheim war geprägt von besonderen Herausforderungen im Bereich der Finanzen.

Der Kreisverband erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von etwa zwölf Millionen Euro, musste allerdings in den Jahren 2023 und 2024 negative Ergebnisse – 2023 knapp eine halbe Million, 2024 bereits reduziert auf 286 000 Euro – ausweisen.

 

Grund dafür seien unter anderem eine umfassende und schwierige Umstellung der Buchhaltung und strukturelle Herausforderungen, die nach den Worten des Kreisvorsitzenden, Müllheims Bürgermeister Martin Löffler, bereits erkannt worden seien. Eine Folge war auch die Verzögerung der notwendigen Abschlüsse, die zur Verschiebung der Kreisversammlung vom Herbst 2025 auf 2026 notwendig machten. „Diese Ergebnisse sind keine Vollkatastrophe. Vielmehr verfügen wir über eine sehr gute Liquidität und eine sehr hohe Eigenkapitalquote von rund 83 Prozent“, relativierte der Kreisvorsitzende die Ergebnisse.

Bereits für das Jahr 2025 erwarte man anhand der bisherigen Zahlen – ein abschließender Jahresabschluss liegt allerdings noch nicht vor – eine deutliche Verbesserung des wirtschaftlichen Zahlenwerks. „Wir konnten wieder unsere Liquidität um 1,4 Millionen Euro ausbauen“, berichtete Löffler und griff dem künftigen Bericht vor. Sowohl die Steuerberater als auch der Kreisvorstand sehen den DRK-Kreisverband wieder auf dem richtigen Kurs und dieser sollte nach der notwendigen Umstellung der Buchhaltung und Entscheidungen zu defizitären Angeboten positive Ergebnisse erwarten lassen. Die Vermögenslage sei weiterhin sehr geordnet.

Neun Ortsvereine

Heute gehören dem Kreisverband neun Ortsvereine mit acht ehrenamtlichen Bereitschaften und 311 aktiven Mitgliedern zwischen Kandern und Bad Bellingen am südlichen Verbandsgebiet und Bad Krozingen im Norden an. Es gibt vier Jugendrotkreuzgruppen, 284 Schulsanitäter und Juniorhelfer in heute 20 Schulen, 17 Besuchshunde bei den „Glückspfoten“, 148 Helfer in der Seniorenarbeit, einen Kleiderladen in Heitersheim, 29 Blutspendetermine im Jahr 2024, 259 Kurse in der Breitenausbildung mit 3041 Teilnehmern und 39 Kriseninterventionseinsätze (13 Helfer), die 104 Personen betreut hatten.

Im Bereich häuslicher Pflegedienst und Tagespflege gibt es 165 Kunden, die in 4630 Einsätzen betreut wurden. Im Haus gibt es laut Löffler 14 Tagespflegeplätze, die allerdings nur zu 81,8 Prozent belegt waren. „Leider ist das Angebot noch nicht wirtschaftlich und damit defizitär. Hier überlegt der Vorstand, wie es künftig weitergehen soll“, kündigte der Kreisvorsitzende an.

Erfreulich war dafür die Entwicklung im Bereich Hausnotruf: Heute betreut die Müllheimer Hausnotrufzentrale etwa 21 000 Teilnehmer aus den Gebieten von 17 DRK-Kreisverbänden, überwiegend in Baden-Württemberg. Im Schnitt gibt es laut der Statistik täglich 667 aktive Meldungen, 341 Fehlalarme und rund 30 Rettungsdienst-Alarmierungen.

Drei Rettungswachen

Der Rettungsdienst mit seinen drei Rettungswachen in Müllheim (heute an zwei Standorten), Bad Krozingen und Kandern fuhr 2024 10 523 Rettungswageneinsätze, 8474 Krankentransporte und 4035 Notarzt-Einsätze. Unter den insgesamt mehr als 23 000 Einsätzen waren auch 77 Aufträge für den Schwerlast-Rettungswagen.

Neben den heute mehr als 200 hauptamtlichen Mitarbeitern zählt der Müllheimer Kreisverband 7028 Fördermitglieder. Damit ist laut Löffler die Zahl der Förderer um etwa 850 Mitglieder wieder gestiegen nach Jahren des Rückgangs.

Fünf neue Pflegekräfte konnten für den ambulanten Dienst gewonnen und die Zahl der auszubildenden Notfallsanitäter deutlich erhöht werden.

Der Landesgeschäftsführer des Badischen Roten Kreuzes, Leonhard von Hammerstein, verwies auf die großen Herausforderungen mit Blick auf den Fachkräftemangel im Rettungsdienst und der fehlenden finanziellen Unterstützung beim Ausbau der Infrastruktur mit Rettungswachen im südbadischen Bereich.