Im Oktober startete das Rote Kreuz im Zollernalbkreis eine Kampagne, weil Fördermitgliedschaften immer weniger wurden. Was hat das bislang gebracht?
Als Anfang Oktober das Rote Kreuz im Zollernalbkreis Alarm schlug und darauf aufmerksam machte, dass langsam aber sicher die Fördermitgliedschaften schwanden, horchte der ganze Landkreis auf. Ein Gesundheitssystem ohne die Rotkreuzler ist schwer vorstellbar, und nun waren es die Retter selbst, die in stabile Seitenlage gebracht werden mussten. „Bitte werde Mitglied“ war die ziemlich eindeutige Nachricht, die fortan überall im Zollernalbkreis um Hilfe warb – ob als Plakat, als Banner oder im Netz. Zwei Monate später stellt sich die Frage: Was hat es gebracht?
Peilen wir die 500er-Marke an
Die gute Nachricht vorweg: Wach gerüttelt hat die Kampagne wohl einige. „In diesen Tagen peilen wir die 500er-Marke an“, schreibt Christine Seizinger auf Nachfrage. Die PR-Managerin aus Albstadt steckt hinter der offenbar geglückten Kampagne, die zusammen mit den DRK-Verantwortlichen rund um Heiko Lebherz und das Präsidium auf die Beine gestellt wurde. Bis Ende des Jahres erwarte man noch einige Fördermitgliedschaften mehr – vielleicht ja als Geschenk unterm Christbaum.
Kampagne brachte „viel positive Resonanz“
Angedacht war die Kampagne gewissermaßen als Prävention, denn völlig klamm waren die Kassen der Rotkreuzler glücklicherweise noch nicht. Vielmehr erkannte man rechtzeitig, dass der Weg nach unten immer steiler wurde, die älteren Fördermitglieder langsam wegstarben und zu wenige neue nachkamen. Insofern galt es noch nicht, den Defibrillator anzusetzen, sondern den Herzstillstand abzuwenden – was allem Anschein nach vorerst geglückt ist.
Darüber hinaus habe man „viel positive Resonanz“ auf die Kampagne bekommen, wie Seizinger weiter schreibt, auch von anderen Verbänden in Baden-Württemberg. Die Aktion zielt im Übrigen auch darauf ab, wieder mehr Menschen für das Ehrenamt zu begeistern. Besonders in den sozialen Medien postete das Rote Kreuz immer wieder Clips von Menschen, die ihre Arbeit beim DRK vorstellen – etwa bei der Drohnen- oder Rettungshundestaffel. In Sachen Ehrenamt gibt man sich beim DRK daher „sehr optimistisch“, noch mehr Begeisterung fürs Ehrenamt schüren zu können.