Die Notrufzentrale im Kreis Rottweil soll effizienter werden. Der Ausschuss für Umwelt und Technik diskutierte die Umwandlung in eine gGmbH.
Der Ausschuss für Umwelt und Technik des Landkreises Rottweil hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit der künftigen Struktur der Integrierten Leitstelle (ILS) befasst.
Bislang wird die ILS gemeinsam vom Landkreis und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), Kreisverband Rottweil, betrieben. Nun steht eine grundlegende Veränderung an: Die Umwandlung in eine gemeinnützige GmbH (gGmbH).
Die ILS ist nach dem Feuerwehrgesetz für die Annahme von Notrufen und die Alarmierung von Feuerwehr und Rettungsdienst zuständig. Bis Mitte 2021 hatte das DRK den Betrieb im Kreis Rottweil eigenständig geführt. Seit 2021 tragen Landkreis und DRK die Verantwortung gemeinsam – mit klarer Aufteilung: Der Landkreis entscheidet über die Feuerwehrbelange und übt die Fachaufsicht über den Rettungsdienst aus, während die Kosten nach einem festen Schlüssel geteilt werden.
Allerdings führte die Zusammenarbeit in der Vergangenheit teils zu organisatorischen Schwierigkeiten, erklärt Landrat Wolf-Rüdiger Michel in der Sitzung. Unterschiedliche Arbeitsbedingungen wie Urlaubsregelungen, Arbeitszeiten oder Tarifverträge sorgten regelmäßig für Abstimmungsbedarf.
Synergien sollen geschaffen werden
Mit der geplanten gGmbH sollen diese Hürden künftig entfallen. Einheitliche Arbeitsbedingungen für alle Mitarbeitenden, eine gemeinsame Verwaltung und klare Zuständigkeiten sind die Ziele. Michel sieht darin die Chance, „das Gute aus beiden Bereichen zusammenzufassen“. Er betonte zugleich, dass mit der Gründung ein „ordentliches Maß an Kosten“ verbunden sei.
Die Eigenständigkeit der gGmbH soll es ermöglichen, schneller auf Veränderungen zu reagieren und Verwaltungswege zu verkürzen. Allerdings müsse dafür zusätzliches Personal aufgebaut werden, das aktuell noch nicht vorhanden ist.
Zur Vorbereitung der Umwandlung wurde bereits ein erstes Gespräch zwischen den Trägern geführt. Das DRK hat die Pläne ausdrücklich befürwortet und will das Projekt im Oktober im Bereichsausschuss vorstellen. Ein möglicher Starttermin für die neue Struktur wäre im Juli 2027 denkbar, geht aus der Sitzungsvorlage hervor.
Für die Projektbegleitung sollen externe Dienstleister eingebunden werden. Drei Firmen wurden angefragt, darunter die Stuttgarter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, die bereits ein Angebot vorgelegt hat. Die Kosten sollen Landkreis und DRK jeweils zur Hälfte tragen. Neben den Ausgaben für die Begleitung wird auch mit zusätzlichen Kosten für Rechtsberatung und einem Puffer gerechnet.
Ein sechsstelliger Betrag wird fällig
Im Ausschuss wurde zudem die Frage gestellt, welche Mehrkosten durch Gehälter oder andere Faktoren entstehen könnten. Eine genaue Prognose sei jedoch ohne Gründung noch nicht möglich. Der genaue Angebotspreis befinde sich in einer nicht öffentlichen Sitzungsvorlage, jedoch erwähnte Dezernentin Anja Hahn, dass es sich um eine sechsstellige Summe handle.
Am Ende stimmte das Gremium mehrheitlich für die Beschlussvorschläge, zwei Mitglieder enthielten sich. Vereinbart wurde, dass die Verwaltung gemeinsam mit dem DRK Verhandlungen aufnimmt, die gGmbH vorbereitet, einen Dienstleister auswählt und für den Haushalt 2026 rund 80 000 Euro vorsieht.