Geburtstagskinder beim Umzug: Die Kanderner Brezele Buebe gibt es seit 66 Jahren. Foto: Gudrun Gehr

Es war erst ein fröhliches Treiben auf der Kanderner Hauptstraße. Doch wegen eines medizinischen Notfalls wurde der Umzug, zu dem 76 Formationen angemeldet waren, abgebrochen.

Nach dem Durchzug von rund 35 Cliquen kam der Umzug ins Stocken, vernehmbar war auf den Nebenstraßen ein Martinshorn. Der Umzug wurde unterbrochen, die Zufahrt eines DRK-Rettungsfahrzeugs musste ermöglicht werden. Grund war ein medizinischer Notfall mitten im Umzugsgeschehen. Bürgermeisterin Simone Penner – ebenfalls verkleidet – besprach mit der Umzugsleitung das weitere Vorgehen. Nicht absehbar war, wie lange der Umzug unterbrochen sein würde.

 

Zunächst eine Umleitung

Zunächst wurde noch eine Umleitung zur Fischermühle und über den Blumenplatz eingerichtet für einige folgende Cliquen, die bereits in der Aufstellung waren. Der Abbruch schließlich betraf rund ein Viertel der Hästräger. Der Kanderner Umzug war somit gegen 16 Uhr beendet.

Hatten auch einen großen Kochtopf dabei – die Wollbacher Chochlöffel beim Kanderner Fasnachtsumzug Foto: Gudrun Gehr

Begonnen hatte alles ganz fröhlich: Lautstark, mit Zentnern von Süßigkeiten und zig Konfetti-Duschen kannte die Ausgelassenheit von tausenden Besuchern samt den Narren im Häs am Sonntag schier keine Grenzen. Kühl war’s, die Sonne blitzte manchmal hervor – so, wie es sich für einen Fasnachtsumzug in Kandern gehört.

Bürgermeisterin Simone Penner Foto: Gudrun Gehr

Der Narrenwurm, an der Spitze mit der Guggemusik Nodedaig-Chnädder aus Kandern, bewegte sich zunächst von seiner Aufstellung auf der Bahnhofstraße bis zum „Ochsen“ an der Hauptstraße. Beste Stimmung verbreiteten die Formationen mit mehreren lautstarken Guggenmusiken und den Cliquen, die von nah und fern kamen.

Die Freie Aktionsgruppe Kandern in Aktion Foto: Gudrun Gehr

Sie wurden vom Publikum sehnsüchtig erwartet und verbreiteten die beste närrische Stimmung. Gerade die kleinsten Schleckermäuler freuten sich über die Süßigkeiten, die auch von grimmigen Gestalten verteilt wurden.

Diese erwiesen sich aber gar nicht als gruselig, sondern sehr kinderlieb. Oftmals sehr liebevoll und sanft wurden die Lollis, Bonbons oder Gummibärchentüten an den Narrennachwuchs am Straßenrand verteilt.

Mit Konfetti-Dusche

Ganz anders ging es manchem Zeitgenossen, der am Straßenrand im Ausschnitt seiner Jacke eine volle Ladung Konfetti mit nach Hause nehmen musste.