Was diese 50 Menschen im Stillen leisten, ist kaum zu glauben: 3350 Stunden ehrenamtlich im Jahr. Doch es gibt ein Problem, das dem DRK Hüfingen zunehmend Sorgen bereitet.
Wer schon einmal auf die Erste Hilfe eines Rettungsdienstes angewiesen war, weiß über die oftmals aufopferungsvollen Anstrengungen der Helfer in der Erstversorgung von Hilfsbedürftigen Bescheid.
In seiner Dienstversammlung über die Geschehnisse im vergangenen Jahr zeigte der Ortsverein Hüfingen des DRK auf, dass dies nur ein Teil seines vielfältigen Einsatzspektrums ist.
Der Ortsverein war im Blutspendedienst aktiv, als erste Helfer unzählige Male vor Ort, eine Stütze im Sozial- und Wohlfahrtsdienst, leitete Sanitätsdienste oder ergänzte Einsätze in Kooperation mit der Feuerwehr. Vorsitzende Kerstin Skodell stufte dieses ehrenamtlich geleistete Engagement aller Rettungsdienste als unschätzbaren Wert ein, der erst dann richtig zur Geltung komme, wenn er fehlt. Sie war aber zuversichtlich, dass es so weit nicht kommen muss.
Immer weniger Fördermitglieder
In einer Präsentation zeigte Bereitschaftsleiter Alexander Buttler auf, dass die Zahl der Fördermitglieder auf 316 zurückgegangen ist. Beim Blick auf die Statistik spiegeln sich die Folgen von Corona und die aktuell unerfreuliche wirtschaftliche Situation für weite Teile der Bevölkerung wider.
Insgesamt 3350 ehrenamtlich geleistete Stunden aller Aktiven im Jahr stimmen indes optimistisch, dass das DRK nichts von seiner Attraktivität verloren hat. Aktuell zählt der Ortsverein jeweils 25 weibliche und männliche Aktive. Diese brachten sich während fünf Blutspendeterminen in 90 Einsätzen rund 412 Stunden zum Wohl der Gesellschaft ein. Erfreulich war zudem, dass sich 34 der insgesamt 783 Spender erstmals zur Blutspende entschlossen. Skodell erinnerte daran, dass aufgrund der Knappheit an Blutkonserven Erstspender stets willkommen sind.
So viele Stunden werden geleistet
Im Vorjahr organisierte der Ortsverein 20 Sanitätswachdienste mit 784 Stunden. Es hat Tradition, dass die Helfer hierfür keine Aufwandsentschädigung erhalten und die Einnahmen für die geleisteten Dienste komplett der Kasse des Ortsvereins zugutekommen. Im Vorjahr ist der Ortsverein zweimal, in diesem Jahr bereits achtmal aufgrund von Alarmierungen ausgerückt. Diese erfolgten unter anderem aufgrund von Bränden, Personen- und anderen Suchen sowie einer Evakuierung.
Hinzu addierten sich mehrere 100 Einsätze der „Helfer vor Ort“. Das Leistungsmodul Sanität der zweiten Einsatzeinheit bildete sich in Kooperation mit den Ortsvereinen in Blumberg und Donaueschingen fort. Unabhängig davon hatte die Aus- und Weiterbildung der Aktiven auch im Vorjahr erneut einen hohen Stellenwert. Ausbildungsleiterin und zweite Vorsitzende Maria Roßhardt hatte Kurse vom Digitalfunk über die Reanimation bis zur Sanität, von Unfall im Gleis, der Diagnostik bis zum richtigen Anlegen von Verbänden.
Altkleidersammlung ade
Die unrentable und oft zweckentfremdete Altkleidersammlung in Containern stellte der Ortsverein inzwischen ein. Der Bedarf an Flüchtlingshilfe hat sich deutlich reduziert und ist im Vorjahr auf 50 Stunden zurückgegangen. Anhaltender Beliebtheit erfreut sich die Nachwuchsabteilung. Das Jugendrotkreuz zählt 15 Mitglieder.
Treue wird belohnt
Ehrungen
Die Vorsitzenden Kerstin Skodell und Maria Roßhardt ernannten Aime Benakli für mehr als 60 Jahre unermüdliches aktives Engagement zum zweiten Ehrenmitglied in der Geschichte des 1908 gegründeten DRK-Ortsvereins. Weitere Treuedienstabzeichen erhielten Ehefrau Sigrid für 50 Jahre Vereinszugehörigkeit, Claudia Vollmer(45 Jahre), Anna Rothmund (40), Nicole Böhm, Alexander Buttler (je 30), Marie Buttler, Markus Common (je 25), Tamara Diller, Kurt Löhr, Heidi Mayer-Löhr, Bruno Scheier, Vanessa Jarmer-Skodell und Yannick Schmitz (fünf).