Raritäten auf zwei und vier Rädern reihten sich beim Fischerhaus in Stetten wie Perlen an einer Kette nebeneinander auf. Die Oldtimerfreunde hatten zum dritten Mal zu einem Treffen eingeladen, die Fans pilgerten in Scharen dorthin.
Die Besitzer solcher Schätzchen der Automobil- und Fahrzeugtechnik ließen sich nicht zweimal bitten, sondern strömten am Sonntag geradezu in Massen in die „Obere Auchtert“. Über 350 motorisierte vier- und zweirädrige alte Raritäten waren laut der Vorstandschaft des Vereins am Sonntag auf dem Gelände präsent, ganz genau konnte aber auch sie das gar nicht beziffern.
Jeder Teilnehmer erhielt zwar als Gastgeschenk vom Verein ein Vesperbrettle, so war es zumindest geplant, doch nachdem die letzten ausgegeben waren, kamen immer noch weitere Oldtimerfreunde um ihre chromblitzenden Fahrzeuge dem Publikum zu präsentieren. Jedenfalls reihten sich die Autos bis fast ans Ende des Ausstellungsgeländes. Zudem war ein ständiges Kommen und Gehen.
Namen, die wie Musik klingen
Etwa 50 Prozent der Fahrzeuge – so schätzte der Verein – stellten alte Traktoren und Bulldogs. Darunter glanzvolle Marken wie Eicher, Kramer, Lanz, Bucher, Fahr, McCormick, Deutz und viele mehr. Auch ein IFA Eigenbau und ein KIVA (Daloz) Rennschlepper wurden stolz präsentiert.
Unter den Motorrädern war eine alte Royal Enfield aus dem Jahr 1925. Alte Zweiräder mit klangvollen Namen wie NSU, Zündapp, Kreidler, BMW und weitere bekannte Marken versetzten so manchen Betrachter in alten Zeiten zurück.
Oldtimer so weit das Auge reichte, waren auch bei den Autos zu sehen. Darunter einige chromglänzende Ford Mustangs, ein Austin Healey, ein Lincoln Towncar, ein Lotus Seven. Daneben unvergessene Autos wie der Ford Capri, Opel Manta, das „Erdbeerkörbchen“-Cabrio von Golf, ein VW Bulli und VW Käfer.
Manche Autos waren schon im TV zu sehen
Auch Automobile mit Geschichte wurden präsentiert. Ein im Jahr 1953 in Paris zugelassener Peugeot 203 A diente damals dem Militärattaché der ehemaligen französischen Kolonie Uruguay als fahrbarer Untersatz. In den 90er Jahren kam das Auto zurück nach Europa – zuerst nach Frankreich, dann nach Deutschland.
Als Originalauto in der ZDF-Krimiserie SOKO Stuttgart hatte ein roter Renault R4 TL aus dem Jahr 1985 in der am 14. Dezember 2023 ausgestrahlten Folge „Todesbrand“ gedient. Eine unechte Tatwaffe hatte sein Besitzer auf dem Beifahrersitz des Wagens drapiert.
Die Vereinsführung zeigte sich über den Verlauf der Veranstaltung sehr zufrieden. Das Wetter war perfekt, die ausgestellten Fahrzeuge zahlreich und beeindruckend, das Festzelt voll und der Weizenstand stark tangiert.
Eingeleitet wurde die Veranstaltung bereits am Samstag mit einer Sonnwendfeier.