Bei BBS geht es ans Eingemachte: Die Ausrichtung soll sich ändern, um weiter bestehen zu können. Foto: Archiv

Die BBS mit ihren mit ihren beiden Betriebsstätten in Schiltach und Herbolzheim befindet sich aktuell in der dritten Insolvenz.

Schiltach - In einem offenen Brief an die Beschäftigten sowie über einen Mitarbeiteraushang wurden diese informiert, dass die Übernahme durch eine Erwerbsgesellschaft der KW Automotive-Gruppe erfolgen soll, heißt es in einer Mitteilung der IG Metall Freudenstadt.

In der vergangenen Woche wurden die Beschäftigten in vielen Informationsveranstaltungen in Schiltach und Herbolzheim durch die Insolvenzverwaltung über den aktuellen Stand des Insolvenzverfahrens und die weitere Entwicklung informiert.

Es wurde bekannt gegeben, dass zum 1. Juni eine Übertragung an die KW automotive Gruppe stattfinden soll. Mit der Übernahme wird auch ein Richtungswechsel in der Ausrichtung von BBS stattfinden. Bisher lag das Hauptaugenmerk der Produktion zum allergrößten Teil in der Belieferung der Automobilhersteller. Nur ein geringer Teil ging in den sogenannten Aftermarket (hier hauptsächlich Fachhändler für Reifen und Räder, Tuningbereich).

Nur noch Bedarf von 280 Arbeitsplätzen

Diese Konstellation soll sich drehen, sodass der Aftermarket viel stärker in den Fokus genommen wird und die Belieferung der Automobilhersteller sich sukzessive reduzieren soll.

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Durch diesen Strukturwandel hat die "neue" BBS automotive GmbH aber nur noch einen Bedarf von etwa 280 Arbeitsplätzen (inklusive Auszubildende) und es müssen laut IG Metall etwa 160 Beschäftigungsverhältnisse abgebaut werden.

Deshalb wurde vom Betriebsrat, mit Unterstützung durch die IG Metall, ein Interessenausgleich und Sozialplan mit der Insolvenzverwaltung verhandelt. Vereinbart werden konnte auch die Schaffung einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft (Transfergesellschaft) mit einer Laufzeit von sieben Monaten und einer Aufzahlung (Grundlage ist das Transferkurzarbeitergeld analog ALG I) auf etwa 85 Prozent des ursprünglichen Netto-Entgelts. Allen 160 Betroffenen soll ein Angebot zum Wechsel in die Transfergesellschaft angeboten werden.

Letzte Chance für BBS

Mit einer der Kauf-Bedingungen für die Übernahme von BBS an die KW automotive Gruppe ist der Abschluss eines Sanierungstarifvertrags mit der Forderung eines finanziellen Beitrags der verbleibenden Beschäftigten. Zu diesem befindet sich die IG Metall mit dem Erwerber Klaus Wohlfarth zur Zeit in Verhandlungen.

"Eine Verweigerung der IG Metall, einen Sanierungstarifvertrag zu verhandeln, könnte das Aus von BBS bedeuten, da dies ein klare Kaufbedingung darstellt. Der Erwerb von BBS durch die KW Gruppe ist für BBS die einzige und letzte Chance, wieder ein erfolgreiches Unternehmen zu werden. Es wird weiterhin an den beiden Standorten Schiltach und Herbolzheim produziert. Andere Interessenten wollten einzig und allein den Markennamen BBS, um dann irgendwo in der Welt Räder mit diesem Namen zu produzieren. Für die beiden Standorte hätte dass das sichere Aus bedeutet, so Stefan Prutscher, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Freudenstadt.

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